Kritik der Urteilskraft - I. Kant

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Vordergründig, Hintergründig, Tiefgründig - KdU

Beitrag  Devino Melchizedek am Mi Dez 23 2015, 01:16

Kritik der Urteilskraft - I. Kant - § 29

... Wenn man also den Anblick des bestirnten Himmels erhaben nennt, so muß man der Beurteilung desselben nicht Begriffe von Welten, von vernünftigen Wesen bewohnt, und nun die hellen Punkte, womit wir den Raum über uns erfüllt sehen, als ihre Sonnen, in sehr zweckmäßig für sie gestellten Kreisen bewegt, zum Grunde legen, sondern bloß, wie man ihn sieht, als ein weites Gewölbe, was alles befaßt; und bloß unter dieser Vorstellung müssen wir die Erhabenheit setzen, die ein reines ästhetisches Urteil diesem Gegenstande beilegt.
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Man kann gar nicht so viel verkehrt machen, wenn man bloß eine Erfahrung vordergründig beschreibt, sofern es nur nach bester Möglichkeit beschrieben wird, ohne darüber gehend irgend einen Anspruch geltend machen zu wollen. Vom Thema und dem Hintergrund abgesehen, wo man es vorstellt...

Setzt man es aber in ein Verhältnis oder auch sich selbst mit diesem, dann kommt man nicht umhin es auch hintergründig zu betrachten und so sich lauter Prüfungen zu unterwerfen oder unterziehen zu lassen, ob es sich nun so verhält, denn dieses ist bereits dem Verhältnis geschuldet, welches dann prakrisch nicht mehr einseitig sein kann.

Kann man nun etwas ursächliches, z.B. die Liebe potenzieren?
Tiefgründiger betrachtet vermutlich nicht!

Um etwas zu potenzieren, muss es sich fassen und begrenzen lassen und in irgend einer Weise beschränkt sein. Denn wie könnte Unendlichkeit mehr sein, als Unendlichkeit? So ist es um das bestellt, was reinen Ursprungs ist, es kann nicht mehr sein, als ursächlich ist und wenn es rein ist, dann auch nicht verändert werden.

Vielleicht mag etwas mal mehr im Vordergrund stehen oder weniger, oder auch weniger oder mehr hintergründig kultiviert werden, aber verändern könnte sich an ihrem Zustand selbst nichts. Daher könnte aber auch keiner auf etwas, was allen im tiefsten eigen und ursächlich ist, mehr Anspruch erheben oder es gesondert auf sich beziehen und zuordnen als es allen zugeordnet wäre, denn auf etwas rein Ursächliches ließe sich keinerlei Anspruch erheben, da es in keiner weise von einem abhängig sein kann.

So kommt man bei vielem um ein ernsthaftes Bemühen nicht umhin und meist zeigt sich dann das doch nichts für sich betrachtet so viel wichtiger ist, als alles andere, wenn man es dort betrachtet und in dem Verhältnis, in dem es steht.. man sollte die Kirche besser im Dorf lassen.. jedenfalls nicht fern abseits davon.

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Zuträglichkeit - KdU §52

Beitrag  Devino Melchizedek am Fr Feb 12 2016, 02:13

Kritik der Urteilskraft - I. Kant - § 52

... Wenn die schönen Künste nicht, nahe oder fern, mit moralischen Ideen in Verbindung gebracht werden, die allein ein selbstständiges Wohlgefallen bei sich führen, so ist das letztere ihr endliches Schicksal.
Sie dienen alsdann nur zur Zerstreuung, deren man immer desto mehr bedürftig wird, als man sich ihrer bedient, um die Unzufriedenheit des Gemüts mit sich selbst dadurch zu vertreiben, dass man sich immer noch unnützlicher und mit sich selbst unzufriedener macht. Überhaupt sind die Schönheiten der Natur zu der ersteren Absicht am zuträglichsten, wenn man früh dazu gewöhnt wird, sie zu beobachten, zu beurteilen und zu bewundern.
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Es wird zwar gesagt, Kunst oder auch Schönheit, liegt im Auge des Betrachters, und dies stimmt meist sicher auch, nur das, was aufgestellt wird, wird dazu tauglich gemacht sein oder auch nicht, denn lobte man auch dies, was dem nicht taugte, so lobte man schließlich noch nur sich selbst und seiner Betrachtung allein und es hätte womöglich gar nichts mehr mit der Sache gemein oder man lobte doch auch dies, was dem nicht taugte.

Die Zuträglichkeit, womit etwas überein kommt und darin dann das bestärken, was tauglich ist gelobt zu werden, damit es in diesem und zugleich in sich selbst bezeugt würde, dass will auch geübt sein und eben dieses früh bestärkt, verhilft oft den Tritt in die rechte Richtung, womit auch das befördert werden kann, was alleine dort nicht ankäme, wohin es geführt werden kann.

Denn umso schwerer ist die Umkehr andernfalls, je weiter etwas getrieben würde, wo die endliche Wirkung hin zum Positiven ja nurmehr erst negativ aufgefasst würde, da es ja nicht dieses bezeugte, was als Antrieb angesetzt wurde und positiv wäre dann eben nur das, was das Negative nach seiner Art bestärkte und so kommt es dann, dass der gelegte Grund nicht immer eben zum Guten taugt.

Sicherlich ist es schwerer zu akzeptieren, sich hinsichtlich einer Sache zu irren und den eigenen Stand in Frage zu stellen, als wenn man nur das, was einem entgegen steht, zu widerstreiten oder auch auszuweichen suchte.

Manches mal muss es so sein und es ist mehr erreicht, aus einem Fehler zu lernen, als gar nicht, weil man in keiner oder in bestimmter Hinsicht nichts unternommen oder probiert hat. Es bleibt eine gute Haltung wohl stets alles als Gelegenheit oder erneute Gelegenheit anzusehen und ebenso stellt man etwas ja auch in moralischer Hinsicht auf, d.h. aus sich oder der Sache heraus auf die Beine, ohne es von allerlei abhängig zu machen, indem so lange alles Überflüssige oder Unpassende entfällt, bis es das ist, was es in und aus sich heraus bis hin zur Maxime erhoben werden kann...


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Der ästhetische Sinn der Natur - KdU

Beitrag  Devino Melchizedek am Mo Mai 08 2017, 01:39

Kritik der Urteilskraft - I. Kant - § 58 Vom Idealismus der Zweckmäßigkeit der Natur sowohl als Kunst, als dem alleinigen Prinzip der ästhetischen Urteilskraft
...
Was aber das Prinzip der Idealität der Zweckmäßigkeit im Schönen der Natur, als dasjenige, welches wir im ästhetischen Urteile selbst jederzeit zum Grunde legen, und welches uns keinen Realism eines Zwecks derselben für unsere Vorstellungskraft zum Erklärungsgrunde zu brauchen erlaubt, geradezu beweiset: ist, dass wir in der Beurteilung der Schönheit überhaupt das Richtmaß derselben a priori in uns selbst suchen, und die ästhetische Urteilskraft in Ansehung des Urteils, ob etwas schön sei oder nicht, selbst gesetzgebend ist, welches bei Annehmung des Realisms der Zweckmäßigkeit der nicht stattfinden kann; weil wir da von der Natur lernen müssten, was wir schön zu finden hätten, und das Geschmacksurteil empirischen Prinzipien unterworfen sein würde. Denn in einer solchen Beurteilung kommt es nicht darauf an, was die Natur ist, oder auch für uns als Zweck ist, sondern wie wir sie aufnehmen. Es würde immer eine objektive Zweckmäßigkeit der Natur sein, wenn sie für unser Wohlgefallen ihre Formen gebildet hätte; und nicht eine subjektive Zweckmäßigkeit, welche auf dem Spiele der Einbildungskraft in ihrer Freiheit beruhete, wo es Gunst ist, womit wir die Natur aufnehmen, nicht Gunst, die sie uns erzeigt. Die Eigenschaft der Natur, dass sie für uns Gelegenheit enthält, die innere Zweckmäßigkeit in dem Verhältnisse unserer Gemütskräfte in Beurteilung gewisser Produkte derselben wahrzunehmen, und zwar als eine solche, die aus einem übersinnlichen Grunde für notwendig und allgemeingültig erklärt werden soll, kann nicht Naturzweck sein, oder vielmehr von uns als ein solcher beurteilt werden: weil sonst das Urteil, das dadurch bestimmt würde, Heteronomie, aber nicht, wie es einem Geschmacksurteile geziemt, frei sein, und Autonomie zum Grunde haben würde.
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Wie es vom geringen Eingeweihten-Bewusstsein aus, oder auch vom Uneingeweihten, kaum anders zu erwarten ist, als dass gewisse Selbstsüchte und Tendenzen dahin vertreten sind, weil dieses dem Bewusstseinsgrad und Umfang dessen Inhalts und Zuwendung gebräuchlicher Interessen entspricht, so ist es der Natur eigen, eigenen natürlichen Gesetzen und Regeln zu folgen.

Bei einem Eingeweihten wird zwar das Werk im wesentlichen von ihm zuerst vollbracht, die Zuwendung und das Interesse an gewissen Dingen aufzugeben, doch dauerhaft liegt der Sinn darin, dass mehr im Gewahrseinsbereich aufgenommen und was als die eigene Natur fortgeführt wird. Daher alles frühere persönliche Bestreben dadurch aufgehoben und darin abhanden geht, weil sich die Ausrichtung gänzlich auf andere Dinge verlagert.

Also kann es der allgemeinen Natur nicht eigen sein, unserem ästhetischem Empfinden oder Vorstellungen an sich entsprechen zu wollen, wenn diese nicht einmal einen Sinn für unsere Ideen oder unser Interesse diesbezogen wahrnehmen kann.

Zwar ist nicht auszunehmen, in dessen Anbetracht, dass sie (die Natur) einem höheren Evolutionsziel zustrebend sich bis zu einem gewissen Grad auch sich nach dem Menschlichen Geiste strecken und richten mag, doch weniger hat dieses zunächst mit unserem ästhetischen Sinn und noch weniger mit unserem Geschmack sodann gemein.

Damit es auf Molekularebene überhaupt im Ansatz dazu kommen kann, dass Natur z.B. die Pflanzenwelt, einen Sinn für unsere ästhetische Ansichten oder in dem Falle auch Absichten bekommen kann, bedarf es einer Vermittlung. Das heißt, wir müssten uns kenntlich machen und uns wohl die dafür erforderliche Zeit nehmen, um eine Übertragung auf geistigem Wege zustande zu bekommen.

1. Da die Natur nichts umsonst erschafft, wird es erfordern, dieses in Form eines Zweckes für die Natur abzubilden, weniger also in der Weise, weil es bloß unserem Geschmack gemäß sei.

2. Es müsste auch der Natur gemäß sein, also von dieser als machbar gelten. Wobei es für Pflanzen nicht ungewöhnlich also ist (gerade bei Blumen), schöne Blüten zu treiben.

3. Man müsste die Zuwendung der Pflanze erwecken, für uns und unsere Ästhetische Vorstellung und eine Akzeptanz und Übernahme dieser erreichen.

Die Unvoreingenommenheit und Heteronomie, wie es für ein Geschmacksurteil erforderlich sei, wäre in dem Zusammenhang natürlich unerheblich, wenn es uns nicht um ein Urteil geht. Also wenn es mehr nur um eine Steigerung der Ästhetischen Sinneskultur von Seiten der Natur und zu dieser hin, ginge.

Zwar ist die Frage, ob unser Sinn nun eine Steigerung für die natürliche Vorgehensweise der Natur wäre, doch auch der Natur mag der Hauch des Geistes nicht fremd sein. Auch ist eine gewisse tatsächliche Heteronomie und Naturverbundenheit in Zukunft denkbar, in der die Blumenwelt tatsächlich den ästhetischen Sinn des Menschen und einer höheren Zweckbestimmung im Zusammenhang eines größeren ästhetischen Sinnesbewusstseins und einer Teilhabe daran nicht abgeneigt und so vielleicht bald angetroffen werden kann und wird.

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Affekte - KdU

Beitrag  Devino Melchizedek am Mi März 28 2018, 00:45

Kritik der Urteilskraft - Immanuel Kant - 1.T. 1.A. 2.B
- Allgemeine Anmerkung zur Exposition der ästhetischen reflektierenden Urteile -

...
Ein jeder Affekt von der wackern Art (der nämlich das Bewusstsein unserer Kräfte, jeden Widerstand zu überwinden (Animi strenui) rege macht) ist ästhetisch erhaben, z.B. der Zorn, sogar die Verzweiflung (nämlich die entrüstete, nicht aber die verzagte). Der Affekt von der schmelzenden Art aber (welcher die Bestrebung zu widerstehen selbst zum Gegenstande der Unlust (animum languidum) macht) hat nichts Edeles an sich, kann aber zum Schönen der Sinnesart gezählt werden. Daher sind die Rührungen, welche bis zum Affekt stark werden können, auch sehr verschieden. Man hat mutige, man hat zärtliche Rührungen. Die letztern, wenn sie bis zum Affekt steigen, taugen gar nichts; der Hang dazu heißt die Empfindelei. Ein teilnehmender Schmerz, der sich nicht will tröten lassen, oder auf den wir uns, wenn er erdichtete Übel betrifft, bis zur Täuschung durch die Phantasie, als ob es wirkliche wären, vorsätzlich einlassen, beweiset und macht eine weiche aber zugleich schwache Seele, die eine schöne Seite zeigt, und zwar phantastisch, aber nicht einmal enthusiastisch genannt werden kann.
---
Das was man erarbeitet, kann einem keinen Raum nehmen, auch kann es darin keinen Mangel an Raum für einen geben. Wie auch? Darin, wo man selbst nichts erarbeitet oder dieses in der Weise erweitert oder ergänzt, da nutzt man den Raum, der bereits da ist. Im äußersten Falle grätscht man irgendwo rein. Alles völlig banal und selbstredend!

Setzt man dazu noch auf Provokation und Affekte, statt auf das, was man eigens beiträgt, ist es zusätzlich ein Versuch auf Kosten anderer in Bewegung zu kommen. Nichts ist erbärmlicher als sich in der Weise betätigen, bewegen oder einbringen und positionieren zu wollen. Denn nicht nur der Raum ist nicht der eigene, sondern auch die Kraft ist nicht die eigene. Wie sollte daraus also je etwas entstehen?

Es ist ein Unterschied, ob man nun eine Intention einsetzt, um damit etwas zu erarbeitet, oder nur um sich selbst in irgend einer Weise einen Vorteil zu verschaffen oder zu erleichtern, von dem, was man selbst in sich zu Gunsten einer größeren Einheit zu tätigen hat. Jedenfalls vertut man schnell nicht nur seine eigene, sondern auch die Zeit aller anderen.

Edel ist es, sich einer Sache zu widmen und das, was man erarbeitet, dem größeren Gesamten zuzuführen, ohne einen Gedanken daran, was es mit einem selber zu tuen hätte. Jedenfalls sollte keine übermäßige Intention in Affekten liegen. Nicht in den eigenen, noch sich der Vorteile, die sich ergeben, wenn man Affekte anderer intentioniert und für sich nutzbar machen wollte...

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Erhabenheit - KdU

Beitrag  Devino Melchizedek am Mo Apr 16 2018, 00:44

Kritik der Urteilskraft - Immanuel Kant
§28. Von der Natur als einer Macht


In der Religion überhaupt scheint Niederwerfen, Anbetung mit niederhängendem Haupte, mit zerknirschten, angstvollen Gebärden und Stimmen, das einzig schickliche Benehmen in Gegenwart der Gottheit zu sein, welches daher auch die meisten Völker angenommen haben und noch beobachten. Allein diese Gemütsstimmung ist auch bei weitem nicht mit der Idee der Erhabenheit einer Religion und ihres Gegenstandes an sich und notwendig verbunden. Der Mensch, der sich wirklich fürchtet, weil er dazu in sich Ursache findet, indem er sich bewusst ist, mit seiner verwerflichen Gesinnung wider eine Macht zu verstoßen, deren Wille unwiderstehlich und zugleich gerecht ist, befindet sich gar nicht in der Gemütsverfassung, um die göttliche Größe zu bewundern, wozu eine Stimmung zur ruhigen Kontemplation und ganz freies Urteil erforderlich ist. Nur alsdann, wenn er sich seiner aufrichtigen gottgefälligen Gesinnung bewusst ist, dienen jene Wirkungen der Macht, in ihm die Idee der Erhabenheit dieses Wesen zu erwecken, sofern er eine dessen Willen gemäße Erhabenheit der Gesinnung bei sich selbst erkennt, und dadurch über die Furcht vor solchen Wirkungen der Natur, die er nicht als Ausbrüche seines Zorns ansieht, erhoben wird.
---
In der Bhagavad Gita heißt es sinngemäß, dass die Anbetung und ein Opfer basierend auf äußeren Ritualen, von geringerer Bedeutung ist, als das Opfer im Geiste der Erkenntnis oder das des Dienstes. Und selbst wenn sich ein Mensch irgendwelchen geringeren Gottheiten (z.B. Devas) unterwirft, doch letztlich der Geist Gottes es ist, der ihn dazu bestärkt, und den Glauben festigt (selbst also, wenn der Glaube nicht in der angemessenen Weise sich kundtut). Aus Sicht des Göttlichen ist es lediglich, der Glaube stufenweiser Annäherung, ebenso wie der Durchschnittsmensch mit Medizin schneller genesen mag, wie ohne.

Eher kann man daher annehmen, dass wenn man sich eines göttlichen Willens als etwas Äußerem bewusst wird, man daher nicht in diesem ist. Und ist man in diesem, dann merkt man es nicht als einer äußeren Einflussnahme, sondern als eines Teils seiner selbst dann mehr nur. So dass es sich selbst aufrollt und erschließt, und wie es sich selbst in seiner eigenen Weise erschließt, erkennt man sowohl Erhabenheit, als auch den rechten Pfad darin.

Das Göttliche wird nicht mittels Furcht erkannt, sondern mittels Erhabenheit. Und ist der Glaube recht angelegt, dann kann zwar immer noch etwas in einem sich vor etwas anderem fürchten, aber doch immer in der Gewissheit, dass es lediglich etwas ist, doch man selbst ist nicht dieses etwas, sondern man ist mehr noch das, was all dieses erkennt.

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Selbstverweise - KdU

Beitrag  Devino Melchizedek am Mo Apr 16 2018, 01:20

Kritik der Urteilskraft - Immanuel Kant
§28. Von der Natur als einer Macht


Selbst die Demut, als unnachsichtliche Beurteilung seiner Mängel, die sonst, beim Bewusstsein guter Gesinnungen, leicht mit der Gebrechlichkeit der menschlichen Natur bemäntelt werden könnten, ist eine erhabene Gemütsstimmung, sich willkürlich dem Schmerze der Selbstverweise zu unterwerfen, um die Ursache dazu nach und nach zu vertilgen. Auf solche Weise allein unterscheidet sich innerlich Religion von Superstition; welche letztere nicht Ehrfurcht für das Erhabene, sondern Furcht und Angst vor dem übermächtigen Wesen, dessen Willen der erschreckte Mensch sich unterworfen sieht, ohne ihn doch hochzuschätzen, im Gemüte gründet: woraus denn freilich nichts als Gunstwerbung und Einschmeichelung, statt einer Religion des guten Lebenswandels entspringen kann.
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Zwar sollte man Abstand davon nehmen, zum Erleiden von irgendetwas einzuladen, doch kann man sich klar machen, dass alles was erleidet, unter göttlichem Peitschenschlag weidet. Etwas weniger drastisch ausgedrückt, dass was etwas Erfährt, erfährt es, weil etwas da ist, was in der Lage ist zu erfahren und eine Erfahrung daraus ziehen zu können. Was somit nicht außerhalb Gottes Gunst liegen mag, denn es heißt sinngemäß "Gott erzieht denjenigen, welchen er liebt".

Und oft ist es daher so, dass das, was sich im Rechte wähnt Härte an den Tag zu legen, im Gegenzug zu dem steht, was dieses oder ähnliches erfährt (erleidet). Auch möchte man nicht irgendwelchen Verblendungen Vorschub gewähren, sondern es lediglich einer allgemeinen Analyse unterziehen. Angenommen also, man kommt sich furchtbar dämlich vor, z.B. auch etwa angerichtet oder angestellt zu haben, und überzeugt sich vielleicht auch noch, man verdiene schlechte Behandlung oder eine Strafe daraufhin dafür, sofern man den Minderwertigkeitskomplex beiseite ließe, ist die Erfahrung die man dabei macht, diejenige, die mehr Seele beinhaltet, als z.B. die des Strafvollzugs, welche sich darin wähnt die Ordnung Gottes auszurichten.

Dies beinhaltet auch viele der allgemeinen Umgangsarten. Denn oft wird das, was sich für besser hält und etwas oder jemand anderen für schlechter der Art (nicht der Tat) nach, vielleicht auch äußerlichen Dingen nach, so hat doch das mehr Seele, was all dieses erfährt/erleidet, als dasjenige, was sich im Rechte wähnt. Denn ohnehin kann es schnell passieren, dass man irgend eine Rolle zugewiesen bekommt (dieses vielleicht sogar dem Willen und nicht dem Umgang nach), obwohl man es weder ist, noch sich in dieser Rolle sieht, noch wirkliche Ursache von sich aus dazu gelegt haben mag. Sondern sich dieses entweder aus Unverständnis des jeweiligen Soseins eines anderen, sich ergibt, weil man selbst anders ist, oder weil sich einer begünstigter sieht, ggf. dieses auch kollektiv bedingt oder nach sonstigen Kriterien so stehen oder lediglich sich so sehen mag.

Wobei geistig gesehen die Dinge dann aber meist anders liegen. Denn wenn man es vom Willen her nimmt, weiß der Betroffen oft gar nicht, dass all dieses er selbst nicht ist, wofür er sich dann diesem bezogen nach zu sehen vermag. Sprich daraus ergibt sich leicht ein Opfer oder Täter-Rolle, die eigentlich vertauscht sich im äußeren widerspiegeln mag. Oder, einer tut etwas, identifiziert sich sogar damit, aber es ist lediglich etwas kollektives und alle im Kollektiv werden es für solches halten und denjenigen in der Weise behandeln. Und doch alles was er erfährt und erleidet, wenn man die willensbedingten Fehlidentifikationen beiseite ließe, so hat derjenige vielleicht mehr Seelenerfahrung auf seiner Seite, als das gesamte Kollektiv auf der anderen, welches sich vielleicht im Rechte sähe, so und so zu verfahren.

Die Vielschichtigkeit des Themas ließe sich wohl noch sehr weit ausführen. Bis hin vielleicht zu dem hin, dass man ganze Gesetzestexte wohl auf den Willensgebrauch fertigen könnte. Wobei es anzunehmen ist, dass es derlei geben wird, sobald der Willensaspekt allgemeinhin mehr ausgearbeitet und ein Thema werden wird. Das wird aber wohl dann mehr sein, wenn man die häutigen Gesetze, die auf so viel Äußeres abzielen, nicht mehr brauchen wird und das Reich ätherischer Betätigung längst normaler Umgang sein wird. Das wird wohl eher noch das Feld sein, worauf Gesetze (nicht der Natur, sondern des Umgangs) ausgedehnt werden dürften.

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Gültigkeit - KdU

Beitrag  Devino Melchizedek am Do Apr 19 2018, 11:26

Kritik der Urteilskraft §91 - Immanuel Kant

Gott, Freiheit und Seelenunsterblichkeit sind diejenigen Aufgaben, zu deren Auflösung alle Zurüstungen der Metaphysik, als ihrem letzten und alleinigen Zwecke, abzielen. Nun glaubte man, dass die Lehre von der Freiheit nur als negative Bedingung für die praktische Philosophie nötig sei, die Lehre von Gott und der Seelenbeschaffenheit hingegen, zur theoretischen gehörig, für sich und abgesondert dargetan werden müsse, um beide nachher mit dem, was das moralische Gesetz (das nur unter der Bedingung der Freiheit möglich ist) gebietet, zu verknüpfen und so eine Religion zustande zu bringen. Man kann aber bald einsehen, dass diese Versuche fehlschlagen mussten. Denn aus bloßen ontologischen Begriffen von Dingen überhaupt, oder der Existenz eines notwendigen Wesens lässt sich schlechterdings kein, durch Prädikate, die sich in der Erfahrung geben lassen und also zum Erkenntnisse dienen könnten, bestimmter, Begriff von einem Urwesen machen; der aber, welcher auf Erfahrung von der physischen Zweckmäßigkeit der Natur gegründet wurde, konnte wiederum keinen für die Moral, mithin zur Erkenntnis eines Gottes, hinreichenden Beweis abgeben. Ebensowenig konnte auch die Seelenerkenntnis durch Erfahrung (die wir nur in diesem Leben anstellen) einen Begriff von der geistigen, unsterblichen Natur derselben, mithin für die Moral zureichend, verschaffen.
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Vieles hat mit Gültigkeit (nicht zu verwechseln mit Anspruch auf Geltung) zu tuen. Denn es ist vergleichbar, mit dem, wenn man nur indirekt einen Bezug hat oder in einem direkten Verhältnis dazu steht. Man kann also viel Bezug auf Gott selbst nehmen, nur wird es wenig in einem direkten Verhältnis für gewöhnlich stehen. Also ist es gar nicht mehr entscheidend, was man dann dazu sagen würde. Stellt man sich als aus einer Religionsrichtung her, so hin, dass man aber dennoch Anspruch erhebt, ein besonderes Verhältnis irgendwohin zu haben, dann ist die Frage ob dem so ist durchaus real. Aber außer der Frage selbst, mehr zunächst nicht. Denn letztlich wollte man dieses ja nicht als lügnerisch hinstellen, also lässt man die Frage real zu, selbst wenn man sicher ist, dass der erhobene Anspruch in keiner Erfüllung mündet, oder aus begründeter Überlegung noch münden könnte.

Markant ist meist schon, dass das, was in einem Verhältnis irgendwohin steht, dieses auch in irgend einer Weise zu erschließen und zu eröffnen in der Lage ist. Ist es nicht der Fall, dann ist es ggf. zwar dies als Subsystem (z.B. theoretisch) etwas durchaus dran, wenn man die Natur der Dinge in Augenschein nimmt, kann man aber oft von dem her schon sagen, dass es gar nicht möglich ist. Man könnte einem Klumpen Erde so viel zureden wie man wollte, es wird sich nicht einfach in ein Edelmetall dadurch verwandeln. So kann man annehmen, dass ein Priestergewand noch keinen Unterschied in seiner rein materiellen Beschaffenheit ausmacht, im Gegensatz zu einem beliebigen Kleidungsstück, und so weiter fortlaufend die Betrachtung, und doch kann ein Priestergewand einen deutlichen Unterschied ausmachen, wenn man es energetisch oder aus geistigen Verhältnissen her betrachtet (sofern der rechte Geist und das Verhältnis gegeben sind).

Und es stimmt wohl sehr praktisch, dass eine Seele erst eine Inkarnationsübergreifende Erfahrung gemacht haben müsste, um wirklich in praktischer Weise sagen zu können, dass es eine Unsterblichkeit gibt. Andernfalls mag es eine begründete Annahme sein aus theoretischer Überlegung oder aus gewissen Schlussfolgerungen in Ansehung und Betrachtung gewisser Verhältnismäßigkeiten, aber dennoch keine begründete Tatsache, ohne die Einsicht und dahinterstehende Seelenerfahrung selbst.

Daraus lässt sich leicht ersehen, was den Unterschied zwischen Anspruch auf Geltung und einer gegebenen Erfahrung ausmacht, wovon die Letztere an sich eine Gültigkeit hätte. Dann wäre aber die Frage des Umgangs damit, denn ein Unterschied zu dem wäre, ob man dies vor anderen vertritt (und es nach außen brächte) oder für andere vertritt (und es in sich mit für andere bezeugt, pflegt u.dgl.m.). Denn gerade in religiös geprägten Umfeldern, scheint die Neigung eher ausgeprägt zu sein, mit erhobenem Zeigefinger herumzulaufen, doch selbst die eigenen Taten, die vielleicht durchaus im ernstlichem Bestreben fußen, gründen doch zumeist auf theoretischer Erkenntnis und somit auf theoretischem Beweggrund ohne wahre Gotteserkenntnis, welche man dann oft weit mehr noch in aufrechten Errungenschaften der Philosophie vorfindet. Was dann ja doch eine Gültigkeit hätte, und weniger bloßen Ansprüchen entstammt.

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Das höchste Gut in der Welt - KdU

Beitrag  Devino Melchizedek am Sa Apr 21 2018, 13:06

Kritik der Urteilskraft - I. Kant
§84. Von dem Endzwecke des Daseins einer Welt, d.i. der Schöpfung selbst


... Ich habe oben gesagt: dass der Endzweck kein Zweck sei, welchen zu bewirken und der Idee desselben gemäß hervorzubringen, die Natur hinreichend wäre, weil er unbedingt ist. Denn es ist nichts in der Natur (als einem Sinnenwesen), wozu der in ihr selbst befindliche Bestimmungsgrund nicht immer wiederum bedingt wäre; und dieses gilt nicht bloß von der Natur außer uns (der materiellen), sondern auch in uns (der denkenden): wohl zu verstehen, dass ich in mir nur das betrachte was Natur ist. Ein Ding aber, was notwendig, seiner objektiven Beschaffenheit wegen, als Endzweck einer verständigen Ursache existieren soll, muss von der Art sein, dass es in der Ordnung der Zwecke von keiner anderweitigen Bedingung, als bloß seiner Idee, abhängig ist.
Nun haben wir eine einzige Art Wesen in der Welt, deren Kausalität teleologisch, d.i. auf Zwecke gerichtet und doch zugleich so beschaffen ist, dass das Gesetz, nach welchem sie sich Zwecke zu bestimmen haben, von ihnen selbst als unbedingt und von Naturbedingungen unabhängig, an sich aber als notwendig, vorgestellt wird. Das Wesen dieser Art ist der Mensch, aber als Noumenon betrachtet; das einzige Naturwesen, an welchem wir doch ein übersinnliches Vermögen (die Freiheit) und sogar das Gesetz der Kausalität, samt dem Objekte derselben, welches es sich als höchsten Zweck vorsetzen kann (das höchste Gut in der Welt), von seiten seiner eigenen Beschaffenheit erkennen können.
---
Bei manchem Entwicklungsstand (bei der zweiten Einweihung) werden Ideale nahezu angebetet, und doch immer wieder, wie die Natur es so mit sich bringt, ist ein Scheitern an diesen inbegriffen. Und doch in Ansehung des gewissen Göttlichen, kann Derjenige meist nicht anders, als immer wieder sich danach auszurichten. Im Grunde eine gesunde Ausrichtung, sofern nicht zu fanatisch betrieben, und in dem Wissen, dass ein Ideal von Naturwegen her nicht erreichbar bleibt.

An irgend etwas muss man sich ja ausrichten oder richtet sich so oder so ein jeder aus. Nur dass die Natur der Dinge ein vielseitige ist, und es nicht nur im und am Menschen liegt, sondern auch an der Seele die diesen Jenen als ihr mehr oder weniger taugliches Werkzeug und auch als Werk betreibt. Die Natur der Seele inbegriffen, ist ein Ideal auf seiner Ebene durchaus erreichbar, allerdings wiederum nicht vollends übersetzbar, ohne die Natur so zu verändern, dass sie in vollständigem Gebrauch der Seele steht. Denn alles was anderwärts hinzukommt, kann das Werk hierbei beeinflussen.

Die Natur der Seele ist allerdings nicht durch Eigensinn geprägt. Denn der Eigensinn (in seiner Weise durchaus nützlich) ist mehr das, was sich der Seelenkontrolle zu entziehen sucht. Auch dafür hat die Seele eine Lösung, denn sie kann daran gewisse Dinge abarbeiten, viel mehr jedoch meist auch nicht. Vom Stand her des Entziehens bedarf es bewusster Entscheidung, auf unbestimmte Zeit, allerlei Eigensinn und Eigeninteresse aufzuopfern. An der Stelle kann zwar das ein oder andere Ideal als Stütze dienen, jedenfalls so lange, bis gewisse Seelenkontrolle da ist. Letztere macht sich darin bemerkbar, dass gewisse Empfindung gegeben ist, die nicht mehr durch die Sinne zugesteuert wird, sondern als inneres Gewahrsein. Danach und soweit man sich mehr darauf ausrichtet, kann man auf Ideale verzichten, denn dann ist man (zumindest vom Stand der Mehrheit her) bei dem, was zum höchsten Gut in der Welt gehört - denn sehr viel mehr geht mehrheitlich gesehen derweil kaum.

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Vorgänger und die Nachfolge - KdU

Beitrag  Devino Melchizedek am Mo Apr 23 2018, 00:39

Kritik der Urteilskraft - I. Kant
§85. Von der Physikotheologie


Nun sage ich: die Physikotheologie, so weit sie auch getrieben werden mag, kann uns doch nichts von einem Endzwecke der Schöpfung eröffnen; denn sie reicht nicht einmal bis zur Frage nach demselben. Sie kann also zwar den Begriff einer verständigen Weltursache, als einen subjektiv für die Beschaffenheit unseres Erkenntnisvermögens allein tauglichen Begriff von der Möglichkeit der Dinge, die wir uns nach Zwecken verständlich machen können, rechtfertigen, aber diesen Begriff weder in theoretischer noch praktischer Absicht weiter bestimmen; und ihr Versuch erreicht seine Absicht nicht, eine Theologie zu gründen, sondern sie bleibt immer nur eine physische Teleologie: weil die Zweckbeziehung in ihr immer nur als in der Natur bedingt betrachtet wird und werden muss; mithin den Zweck, wozu die Natur selbst existiert (wozu der Grund außer der Natur gesucht werden muss), gar nicht einmal in Anfrage bringen kann, auf dessen bestimmte Idee gleichwohl der bestimmte Begriff jener oberen verständigen Weltursache, mithin die Möglichkeit einer Theologie, ankommt.
---
Ohne die gewissen Eingeweihte und die, die den Weg gewiesen haben, indem sie diesen selbst beschritten und ein Beispiel des Glaubens abgeliefert haben, die aus mehr, als bloß dem Physischen in der Lage waren ihre Schlüsse zu ziehen, könnte es keine Theologie geben. Denn allein auf die Natur gestützt, können lediglich Gesteinsarten der Beschaffenheit nach beurteilt werden, nichts jedoch über irgend Jenseits, demnach nicht einmal der Unterschied von Diesseits und Jenseits anschaulich vorgestellt werden.

Ohne verschiedene Vorgänger, oder man mag sie Ahnen nennen, gäbe es nichts. Vor allem wenn man es übergreifend sowohl auf die Deva-Evolution wie die Menschliche ausdehnte. Daher ist es nicht abwegig, die Einheit und Verbundenheit auch darin einzusehen. Denn das, was derzeit parallel zu existieren vermag, ist keine notwendige Einheit, wenn es parallel vollständig zu bestehen vermag.

Die bestimmte Einheit/Verbundenheit, welche notwendiger noch ist, ist doch die und das einbeziehend, was im selben Raum in der Zeit bereits vorhergegangen ist. Sofern wie es notwendig zu dem gehört, was ist, und ohne diesem nicht wäre, so ist dieses eine tatsächlich notwendige Einheit, wogegen das, was parallel existiert mehr nur eine relative Einheit bildet (wenn überhaupt). So bilden wir, durch all unser gelungenes Tun, das heraus, was gerade all dieses braucht, um notwendig dort sein zu können, von dem was noch folgen wird.

Allerdings, und sofern Zeit nur lediglich der Raumteilung dient, wären wir womöglich ebenso notwendig von dem abhängig, was das gebraucht, was wir bereits hervorbrachten. Denn die Nachfolge, dehnt das aus, was wir als Ursache begründen können. Anschaulich gesagt, sind es Stufen; eine Treppe hängt nicht in der Luft, sondern es bedarf zuerst der unteren Stufen, ehe die oberen aufgesetzt folgen.

Anders gesagt, die aktuelle Menschheit bildet die Stufen dessen ab, was den Vorgängern den bestimmten Aufenthalt im Himmel berechtigt (soweit sie sich den Weg dazu im Vergangenen errungen haben). Denn es ist doch ganz einfach: gäbe es keine Erde, gäbe es auch keinen Himmel, da es räumlich gesehen keinen Unterschied gäbe!

Im ähnlichen Vergleich auch die Theologie, denn diese kann nur die Fragen beantworten, deren Kreisabfolge sie schließen kann, und die sie selbst letztlich auch eröffnen konnte. Wenn sie die Ursache einzusehen vermag, die Diesseits und Jenseits, das Vergangene wie das Künftige zu einem gewissen Grad einzubeziehen vermag, dann wäre damit ein Kreislauf gegeben, der nicht nur eine Art von Natur einbezieht um daraus allein Schlüsse auf jenes zu ziehen, was darin allein nicht oder nur partiell oder indirekt angetroffen würde.

Devino Melchizedek

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Strahlen 3/5/7 und die Unterscheidung - KdU

Beitrag  Devino Melchizedek am Mo Apr 23 2018, 12:48

Kritik der Urteilskraft - I. Kant - §76. Anmerkung

Daher ist der Begriff eines absolut-notwendigen Wesens zwar eine unentbehrliche Vernunftidee, aber ein für den menschlichen Verstand unerreichbar problematischer Begriff. Er gilt aber doch für den Gebrauch unserer Erkenntnisvermögen nach der eigentümlichen Beschaffenheit derselben, mithin nicht vom Objekte und hiemit für jedes erkennende Wesen: weil ich nicht bei jedem das Denken und die Anschauung, als zwei verschiedene Bedingungen der Ausübung seiner Erkenntnisvermögen, mithin der Möglichkeit und Wirklichkeit der Dinge, voraussetzen kann. Für einen Verstand, bei dem dieser Unterschied nicht einträte, würde es heißen: alle Objekte, die ich erkenne, sind (existieren); und die Möglichkeit einiger, die doch nicht existieren, d.i. Zufälligkeit derselben wenn sie existieren, also auch die davon zu unterscheidende Notwendigkeit, würde in die Vorstellung eines solchen Wesens gar nicht kommen können.
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Nun kann man aber durchaus bei einer Spezies urteilsfähiger Wesen annehmen, dass jedenfalls ein Mindestmaß gleicher Bedingungen und auch Möglichkeiten des Umganges damit gegeben wird. Etwas anderes ist es z.B. welche kosmischen Strahlen worin vorherrschend sind.

Die Strahlen 3/5/7 sind von Haus aus die von Unterscheidungskraft beseelten. Der 3. Strahl der aktiven Intelligenz neigte sich in die Detailarbeit zu kehren. Der 5. Strahl die Details wissenschaftlich auszuarbeiten, und der 7. Strahl, der zeremoniellen Ordnung, verstärkt wohl mit die Zuordnung und Einordnung.

Wenn man bedenkt, dass bei den kosmischen Strahlen, sowohl im Physischen, Astralen, als auch Mentalen Träger jeweils einer gesondert vorherrschend ist, als auch bei der Persönlichkeit, Seele und Monade ein Trägerstrahl ggf. auch noch Unterstrahlen stets eine größere Stimulanz ausüben, lässt sich ermessen, warum bestimmte Neigungen und Tendenzen gar nicht ausbleiben können. Hinzu kommt, dass jeder Strahl auf jeden anderen Strahl von anderer Wechselwirkung ist.

Daher wird mitunter angenommen, wie verschieden doch jeder Mensch ist, was allerdings nur nicht einmal sein eigener Verdienst sei, sondern lediglich daher resultiert, dass der Mensch ein zusammengesetzes Wesen aus vielem ist. Beginnend bei den einzelnen Zellen, die sich durch diverse Stimulanz in verschiedener Richtung entwickeln.

Doch alles in allem, selbst wenn einem etwas mehr oder weniger liegt, ist es doch so, dass die Unterscheidung ein wesentliches Element ist. Denn ohne Unterscheidung könnten (zumindest Subjektiv) nicht einmal ein Objekt von einem anderen unterschieden werden und es würde alles in unserer subjektiven Wahrnehmung zu einem Brei verschwimmen. Allerdings auch objektiv, ist es nur deswegen unterteilt, weil bereits eine Unterscheidung dahin getroffen worden ist. Zu viel Unterscheidung geht gar nicht, zu wenig ist wohl eher üblich, und nicht wenig davon zudem fauheitsbedingt, denn nicht alles können einem die Strahlen abnehmen und übernehmen.

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Vernunftkausalität - KdU

Beitrag  Devino Melchizedek am Di Apr 24 2018, 14:42

Kritik der Urteilskraft - I. Kant - §76. Anmerkung

So wie die Vernunft, in theoretischer Betrachtung der Natur, die Idee einer unbedingten Notwendigkeit ihres Urgrundes annehmen muss; so setzt sie auch, in praktischer, ihre eigene (in Ansehung der Natur) unbedingte Kausalität, d.i. Freiheit, voraus, indem sie sich ihres moralischen Gebots bewusst ist. Weil nun aber hier die objektive Notwendigkeit der Handlung, als Pflicht, derjenigen, die sie, als Begebenheit, haben würde, wenn ihr Grund in der Natur und nicht in der Freiheit (d.i. der Vernunftkausalität) läge, entgegengesetzt, und die moralisch-schlechthin-notwendige Handlung physisch als ganz zufällig angesehen wird (d.i. dass das, was notwendig geschehen sollte, doch öfter nicht geschieht); so ist klar, dass es nur von der subjektiven Beschaffenheit unsers praktischen Vermögens herrührt, dass die moralischen Gesetze als Gebote (und die ihnen gemäße Handlungen als Pflichten) vorgestellt werden müssen, und die Vernunft diese Notwendigkeit nicht durch ein Sein (Geschehen), sondern Sein-Sollen ausdrückt: welches nicht stattfinden würde, wenn die Vernunft ohne Sinnlichkeit (als subjektive Bedingung ihrer Anwendung auf Gegenstände der Natur), ihrer Kausalität nach, mithin als Ursache in einer intelligibelen, mit dem moralischen Gesetze durchgängig übereinstimmenden, Welt betrachtet würde, wo zwischen Sollen und Tun, zwischen einem praktischen Gesetze von dem was durch uns möglich ist, und dem theoretischen von dem was durch uns wirklich ist, kein Unterschied sein würde.
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Es wäre doch belustigend, wenn jeder nur noch das tun könnte, was die reine Vernunft ihm vorschriebe. Die Welt wäre dann vielleicht sogar ein perfekter Ort. Doch es wäre keine Eigentümlichkeit gegeben, und auch der freie Wille (selbst wenn vorhanden) wäre ohne jeglichen Gebrauch.

Nicht dass man sich umfassender damit befasst hätte, jedoch anzunehmen ist, dass genau das bei vielen Engel- und Deva-Gruppen der Fall ist. Sie tun, was zu tun ist, ohne dass wirklich etwas von ihnen hinzukommt, wovon sie nicht angehalten wären dieses zu tun.

Die Vernunft braucht nur sich selbst zu folgen, die Naturbegebenheiten sind für diese unerheblich. Es ist recht und richtig, der Vernunft, sowie als auch vielem anderen zu folgen. Und doch gerade darum, dass man es aus sich, für sich, und durch sich vollzieht. Vor allem dann, wenn man die Möglichkeit hätte, auch anders zu können. Damit setzt man das tatsächlich um, wozu auch überhaupt alle Vernunft auch nur gut sein kann, und sonst keine Bewandtnis hätte.

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Wohlgefallen am Guten - KdU

Beitrag  Devino Melchizedek am Fr Apr 27 2018, 18:19

Kritik der Urteilskraft - I. Kant
§4. Das Wohlgefallen am Guten ist mit Interesse verbunden


Gut ist das, was vermittelst der Vernunft, durch den bloßen Begriff, gefällt. Wir nennen einiges wozu gut (das Nützliche), was nur als Mittel gefällt; ein anderes aber an sich gut, was für sich selbst gefällt. In beiden ist immer der Begriff eines Zwecks, mithin das Verhältnis der Vernunft zum (wenigstens möglichen) Wollen, folglich ein Wohlgefallen am Dasein eines Objekts oder einer Handlung, d.i. irgendein Interesse, enthalten.

Um etwas gut zu finden, muss ich jederzeit wissen, was der Gegenstand für ein Ding sein solle, d.i. einen Begriff von demselben haben. Um Schönheit woran zu finden, habe ich das nicht nötig. Blumen, freie Zeichnungen, ohne Absicht ineinandergeschlungene Züge, unter dem Namen des Laubwerks, bedeuten nichts, hängen von keinem bestimmten Begriffe ab und gefallen doch. Das Wohlgefallen am Schönen muss von der Reflexion über einen Gegenstand, die zu irgendeinem Begriffe (unbestimmt welchem) führt, abhängen; und unterscheidet sich dadurch auch vom Angenehmen, welches ganz auf der Empfindung beruht.
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Nur weil etwas partiell als gut gilt, ist es nicht überhaupt oder in allen Dingen gut. Nur weil etwas allgemein gut ist, ist es das nicht in jedem Zusammenhang und auf alle Dinge hin bezogen. Denn wie der Tod für einen Teil eine Befreiung darstellt, für einen anderen Teil tatsächlich den Tod, ist es also nicht in jeder Hinsicht gut oder schlecht daher.

Die Affinität zum Guten kann dem, der nicht immer gut handelt, nicht grundsätzlich oder an sich abgesagt werden. Im Grunde, selbst der Schlechte (im relativen Rahmen der Verhältnisse), sieht sich selbst nicht grundsätzlich schlecht, auch wenn er oft wissen mag, dass nicht alles Recht ist. Er wird für gewöhnlich dann dieses in einen Rahmen stellen und einer Ausrichtung unterstellen, die dieses akzeptabel oder sogar als begründet ansieht.

Der Mensch ist nunmal ein zusammengesetztes Wesen aus vielem. Und mit Recht kann man sogar sagen, dass etwas, aus einem seiner Teile entstammendes, nicht für ihn grundsätzlich allgemein oder umfassend gilt. Wenngleich man anmerken müsste, dass die meisten auch nicht ohne Grund dort sind und in dem, wo sie sind.

Vieles kann man gar nicht wählen, oder man kann es nur wählen, um festzustellen, dass man bereits gewählt hat und alles andere nur eine formelle Luftnummer abgibt. Auch kann man sagen, dass vieles in Verhältnissen oder in einem gewissen Rahmen in Ordnung ist, wenn und weil es nicht über diesen ausgemachten Rahmen hinausgeht, vor allem wenn sich alles darin befindende damit übereingeht.

Doch kann man auch sagen, so wollte man durch eine Tür oder Pforte gehen, muss man dieses in seiner Gesamtheit tuen. So führt ab diesem Zeitpunkt dann auch kein Weg daran vorbei, ein Wohlgefallen am Guten zu entwickeln und die gewisse Summe bei sich so auf Kurs zu bringen, dass man sich als würdig erweist, und durch eine Pforte auch hindurchgehen kann.

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Gute Lebensführung - KdU

Beitrag  Devino Melchizedek am Di Mai 01 2018, 14:01

Kritik der Urteilskraft - I. Kant
§4. Das Wohlgefallen am Guten ist mit Interesse verbunden


Dass aber eines Menschen Existenz an sich einen Wert habe, welcher bloß lebt (und in dieser Absicht noch so sehr geschäftig ist) um zu genießen, sogar wenn er dabei andern, die alle ebensowohl nur aufs Genießen ausgehen, als Mittel dazu aufs beste beförderlich wäre, und zwar darum, weil er durch Sympathie alles Vergnügen mitgenösse: das wird sich die Vernunft nie überreden lassen. Nur durch das, was er tut, ohne Rücksicht auf Genuss, in voller Freiheit und unabhängig von dem, was ihm die Natur auch leidend verschaffen könnte, gibt er seinem Dasein als der Existenz einer Person einen absoluten Wert; und die Glückseligkeit ist, mit der ganzen Fülle ihrer Annehmlichkeit, bei weitem nicht ein unbedingtes Gut.
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Was spricht dagegen ein ausgewogen normales Leben zu führen? Nicht immer braucht man überdrehte Ideale an denen derjenige meist ohnehin nur das Scheitern lernt. Denn das, was geistig da ist, ist auch später noch da. Oft ist es sogar besser nicht alles in einem Leben zu erwecken, oder einzubringen, um dieses davor zu bewahren, dass es lediglich verwahrlost, weil es dann doch nicht weiter angemessen gepflegt wird.

Qualitativ gesehen, ist es durchaus eine Frage, gewisse Kräfte so zu pflegen und aufzubauen, dass sie eine Steigerung bewirken. Das heißt, oft neigt man schon zu genießen, und braucht das wieder auf, bevor etwas nennenswertes daraus entstanden ist. Das liegt daran, dass man einen gewissen Energiepegel oder gewisse Kräfte erst aushalten lernen muss. Denn oft wird schon bei einen gewissen Pegel etwas erweckt, was dann schnell einen umhertreiben oder sonst wie sich Genüssen hinzugeben anregt.

Dabei kann ein schlichtes geordnetes Leben mehr Lebensfreude und Erfüllung bringen, als wenn man ein bewegtes Leben führt, und viel umherreist u.dgl.m., ohne dass es wirklich bei einem bleibt oder einen weiterbringt. Vor allem wenn es nicht bei einem wirklich ansetzen kann, weil man nicht den Raum in sich dafür gepflegt hat. Eine Pauschalregel gibt es da wohl nicht, denn sofern man zur Trägheit neigt, wäre es nicht verkehrt etwas mehr herumzukommen (allerdings wird man danach auch nicht geneigt sein). Hingegen wenn man keine Ruhe findet, dann wäre es ratsam es auszuhalten, wenn man sich auf das schlichte und einfache besinnt, und mehr die Ruhe anstrebt.

Da nicht immer das, was in einem ist, in Ansehung der Neigung, wirklich zum Förderlichen führt, denn vielleicht ist es (und wohl auch häufiger) das, wovon man zu viel bereits hat. So dass man hier und da durchaus das Gegenteil anstreben sollte. Erst wenn vieles von der guten Lebensführung kultiviert ist, kann man sich auch darauf stützen, dass die Impulse und Anregungen in einem, mehr zum Guten gereichen und führen. Und das beschert letztlich die dauerhaftere Glückseligkeit.

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Lebensgefühl - KdU

Beitrag  Devino Melchizedek am Sa Mai 05 2018, 17:29

Kritik der Urteilskraft - I. Kant - §1

Ein regelmäßiges, zweckmäßiges Gebäude mit seinem Erkenntnisvermögen (es sei in deutlicher oder verworrener Vorstellungsart) zu befassen, ist ganz etwas anders, als sich dieser Vorstellung mit der Empfindung des Wohlgefallens bewusst zu sein. Hier wird die Vorstellung gänzlich auf das Subjekt und zwar auf das Lebensgefühl desselben, unter dem Namen des Gefühls der Lust oder Unlust, bezogen, welches ein ganz besonderes Unterscheidungs- und Beurteilungsvermögen gründet, das zum Erkenntnis nichts beiträgt, sondern nur die gegebene Vorstellung im Subjekte gegen das ganze Vermögen der Vorstellungen hält, dessen sich das Gemüt im Gefühl seines Zustandes bewusst wird. Gegebene Vorstellungen in einem Urteile können empirisch (mithin ästhetisch) sein; das Urteil aber, das durch sie gefällt wird, ist logisch, wenn jene nur im Urteile auf das Objekt bezogen werden. Umgekehrt aber, wenn die gegebenen Vorstellungen gar rational wären, würden aber in einem Urteile lediglich auf das Subjekt (sein Gefühl) bezogen, so sind sie sofern jederzeit ästhetisch.
---
Sofern man sich in lauter ästhetische Urteile reinsteigert, und diese als objektiv gegeben mit allerlei Objekten in Verbindung setzt, erhält man als Ergebnis daraus lauter zufällige Verhältnisse. Zwar kann man sich in der Weise sein Lebensgefühl gestalten, nur hat es dann irgendwann nur noch wenig Bezug, zu den einen umgebenden Dingen.

Vergleichbar wäre es mit einem Menschen, der immer davon ausgeht, dass er in allen Dingen richtig liegt. Nicht selten zeigt sich das, wenn hinsichtlich allem lauter Behauptungen aufgestellt werden, wogegen aber kein Argument vorliegt, als bloßer Annahmen. Was nicht selten durch lauter ästhetische Urteile geprägt wurde.

Entscheidend ist also auch, wie weit ein Argument gegeben ist. Denn im Falle eines Arguments, sofern begründet und ergründet, ist immer also auch eine gewisse Erkenntnis im Spiel.

Devino Melchizedek

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