Bhagavad Gita

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Das Spiel der Gunas - BG 18:27

Beitrag  Devino Melchizedek am Fr Apr 08 2016, 01:57

Bhagavad Gita 18:27

Yogananda:
Ein Handelnder (ein Werkzeug für eine Tat), der an vielen Dingen hängt und nach den Früchten seines Handelns verlangt, der gierig, unrein und skrupellos ist, der leicht begeistert und leicht entmutigt ist - ein solcher wird rajasisch genannt.

Prabhupada:
Der Handelnde, der an seine Arbeit und an die Früchte seiner Arbeit angehaftet ist und diese Früchte genießen will und der gierig, immer neidisch und unsauber ist und von Freude und Sorge bewegt wird, gilt als ein Handelnder in der Erscheinungsweise der Leidenschaft.

Reclam:
Wer nach dem Lohn des Werks verlangt,
Zum Schaden anderer geneigt,
Von Freude und von Schmerz erregt,
Von "Leidenschaft" erfüllt sich zeigt.
---
Aus manchem man nicht kann entfliehen
und sich der Wirkung nicht entziehen.

Der Gunas Spiel ist ganz verzwickt,
denn das was einen sticht und piekt,
ist das, was in dem selben Spiel,
zugleich zu viel und Gunas Ziel.

Denn trickreich sind sie stets dabei,
sich selbst zu suchen in dem Brei,
der Täter und das Ziel der Tat,
ist mit dem Guna gleicher Naht.

So ist auch das, was stets erregt,
zugleich der Guna, wie er lebt,
und das was wird von ihm forciert,
worin man gegen ihn, sogleich verliert.

Doch kommt man gar nicht erst herum,
denn kosmisch ist das Spiel darum,
so zieht es viele in den Bahn,
damit sie folgen ihrem Wahn.

Es ist nicht leicht darin zu siegen,
denn man sich leicht lässt von verbiegen,
einmal auf dieses eingelassen,
kann man schon davon gar nicht lassen.

Man kann vielmehr auch gar nicht anders,
als darauf eingehen bloß ganz anders,
man kommt dann gar nicht dran vorbei,
es zu erklären alles für einerlei.

Meist fängt es ja schon damit an,
dass man etwas nicht leiden kann,
zugleich auch alles was begehrt,
es ebenso den Guna mehrt.

Zuletzt auch alle Tugenden gepflegt,
noch immer sich ein Guna regt,
und lässt man endlich außer Acht,
was auch immer eine Guna macht,
dann schafft man gänzlich unbedacht,
was kaum für möglich man eracht'.

Die Gunas bleiben zwar nicht außen vor,
doch singen sie in einem Chor,
und man vernimmt zwar ihre stimmen,
doch sie alle ganz gleich erklingen...

Nichts davon einen noch erregt,
denn man nicht mehr in Maya lebt.

Devino Melchizedek

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Behutsamkeit im Vorwärtsdrang - BG 13:27

Beitrag  Devino Melchizedek am Di Apr 12 2016, 01:15

Bhagavad Gita 13:27

Yogananda:
Wer den Höchsten Herrn unterschiedslos in allen Wesen wahrnimmt und den Unvergänglichen im Vergänglichen schaut, der sieht die Wahrheit.

Prabhupada (13:28):
Wer sieht, dass die Überseele die individuelle Seele in allen Körpern begleitet, und versteht, dass weder die Seele noch die Überseele im zerstörbaren Körper jemals zerstört werden, sieht wirklich.

Reclam:
Wer klar sieht, dass der gleiche Geist
In allen Wesen nicht vergeht,
Wenn jene auch zugrunde gehen,
Nur der die Wahrheit recht versteht.
---
Natürlich kann die eigene Sicht auch ein Schutz sein, vor dem, was man nicht sieht oder übersieht, sofern es auch dem eigenen Höheren entspricht. Ist das aber etwas, was dem Höheren entspricht, man dieses aber nicht mit-sieht, dann würde man auch mit jenem nicht überein gehen, bis hin zu dem, dieses womöglich auch zu verleugnen.

Den Blick ändern ist dann leichter gesagt, als getan. Klar, man bräuchte doch nur wo anders hinsehen, doch aber das, worin die Sinne anhängen, wird auch die Sicht anziehen.

Also bräuchte man dann ein Umerziehungsprogramm, was u.a. auch der Kurs in Wundern ist. Denn das, was in einem "blickt", sieht sich selber und sucht sich selber, in dem, was es erblickt. So wie das Ego das Elend sucht und dieses und sich darin anerkannt haben möchte, so sucht der Geist Gottes nur seine Nähe.

Daher liegt Erlösung vor allem darin, das in sich zu finden, was jenem gleicht und dies ansieht, was bereits erlöst ist und es sogar immer schon war. Was sich dadurch kenntlich macht, dass es nicht nach etwas verlangt, was es hat, sondern dies natürlich anwendet.

Deswegen heißt es auch, dass Erlösung nicht abhängig ist von Zeit, aber womöglich die falsch Erziehung, die vielleicht über lange Zeit verfolgt wurde, die kann schon etwas Zeit in Anspruch nehmen bis zur Umerziehung. Selbst wenn also Erleuchtung wo zu Tage tritt, dann kann es wohl immer noch verschiedene Anteile geben, die nachgezogen werden dürfen.

Schwieriger macht es dann aber auch, dorthin zu gehen, wo diese sind, denn es ist ja so, dass man dann beim Tiefstand davon wieder anfängt und nicht gleich in höchster Höhe. Und so kann man wieder sich in irgend etwas verrennen. Dabei geht es nicht mit Heftigkeit als mehr nur mit Behutsamkeit gut vorwärts, um möglichst keine Einsicht zu übersehen...


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Weise nicht die auferlegte Tat zurück.. - BG 3:19

Beitrag  Devino Melchizedek am Mi Apr 13 2016, 01:45

Bhagavad Gita 3:19

Yogananda:
Vollbringe deshalb gewissenhaft gute materielle Handlungen (Karyam) und geistige Handlungen (Karman), ohne an ihnen zu hängen. Wer immer handelt, ohne innerlich gebunden zu sein, gewinnt das Höchste.

Prabhupada:
Daher sollte man aus Pflichtgefühl handeln, ohne an den Früchten der Tätigkeiten zu haften; denn wenn man ohne Anhaftung tätig ist, erreicht man das Höchste.

Reclam:
Drum handle ruhig, weise nicht
Die auferlegte Tat zurück;
Wer handelt ohne Leidenschaft,
Der Mensch erreicht das höchste Glück.
---
Wer das Größere handhaben möchte, kann vorm Kleineren nicht zurückschrecken, denn dieses müsste ja mit Links dann hinzubekommen sein...

Es gibt durchaus hinreichend der überflüssigen Dinge, die man sich auch gänzlich sparen kann. Das zeigt sich darin, wenn die Möglichkeit da ist, sich den Schönen oder weitreichenden Dingen zuwenden zu können, dieses aber nur hergenommen würde, um für überflüssige Dinge herzuhalten und dann zur auferlegten Tat für jenes wird, was hätte anderem dienen können u.ä.

Die auferlegte Tat wäre ansonsten mehr das, was man von sich oben für das von sich unten tuen möchte und dieses dann unten auch zu tuen.

Für sich unten etwas tuen zu wollen, von sich unten aus, ist für gewöhnlich wohl Anhaftung, denn es fußt wohl meist darauf, dem Niederen etwas Höheres zuführen zu versuchen und so das Unvergängliche soweit möglich ins Vergängliche zu ziehen, statt umgekehrt.

Doch geht dies nicht über Anhaftung hinaus, was das Dauerhafteste an der Stelle ausmacht oder es stellvertretend wird, dort, wo das Dauerhafte im Vergänglichen nicht greifen kann, weil letzterem die Beschaffenheit für's erstere abgeht.

Gut ist es wohl, das Notwendige zu erkennen und zu erfüllen, besser wohl noch, auch das, was noch darüber geht, und im Idealfall von dem zu lassen, was überflüssig ist, aufgrund der jeweiligen Beschaffenheit.

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Wohin sich wenden um Rat? BG 3:32

Beitrag  Devino Melchizedek am Fr Apr 15 2016, 01:01

Bhagavad Gita 3:32

Yogananda:
Wisse aber, dass diejenigen, die Meine Lehre verachten und nicht danach leben, die im Hinblick auf echte Weisheit völlig in die Irre gehen und kein Verständnis haben, verloren sind.

Prabhupada:
Doch diejenigen, die aus Neid diese Lehren missachten und nicht danach handeln, sind allen Wissens beraubt, getäuscht und in all ihren Bemühungen um Vollkommenheit zum Scheitern verurteilt.

Reclam:
Wer aber meinem Rat nicht folgt
Und meiner Lehre widerspricht,
Der ist verloren ganz und gar,
Ihm fehlt des wahren Wissens Licht.
---
Irgend etwas ist es immer, was einen als Menschen so antreibt und die Handlungen bestimmt. Sei es nun der Weg des geringsten Widerstandes, der Hang zum Angenehmen oder nun doch die Selbstauferlegte Pflicht.

Demgemäß sucht sich auch jeder seine Ratgeber. Ob's nun durch Religion bestimmt, gewisse Magazine sind oder sonstige Medien, und sicherlich auch andere Menschen um sich. Ob diese nun als bewandert in etwas gelten oder nur um diesen zu gefallen oder weniger bewusst sich mit dem Strom bloß treiben lassen, um sich selber mit den Dingen nicht weiter tiefgehend befassen zu müssen, denn irgendwer wird es schon tuen, der es vielleicht besser verstünde...

Es kann bewusst oder auch weniger bewusst sein, indem bloß versucht wird sich am Umfeld zu orientieren, sodann das, was diese für normal halten ebenso zu tuen oder auch was diese ablehnen, tut man gerade so u.ä.

Eher wenige sind es wohl, die bewusst anhalten und ein Zwiegespräch mit der eignen Seele oder dem Göttlichen in sich suchen werden, um erst dann zu einem Entschluss zu kommen oder Entscheidungen zu treffen. Vielleicht wird es in so einer Situation noch geschehen, aber ein Gespräch über allerlei was einen umgibt zu führen, wird wohl dann doch zu absurd erscheinen, so ganz im Selbstgespräch aufzugehen und doch ist es, bewusst geführt, eine durchaus feine Sache.

Eigentlich bräuchte man sich an der Stelle nur zu fragen, was nun das Ziel in allen Dingen sei?
Die Antwort liegt auf der Hand, als Seele an der Himmelspforte anzuklopfen und als Seele geht man doch auch aus dieser Welt.

Warum sollte man sich nicht weit früher bereits an diese schon wenden? Und sich doch also von diesem nächstgrößten Ziele auch in anderen Dingen, oder den meisten, oder gar allen Dingen, leiten lassen?


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Vom Tiefstand aus zur Höhe - BG 3:35

Beitrag  Devino Melchizedek am So Apr 17 2016, 00:14

Bhagavad Gita 3:35

Yogananda:
Es ist wichtiger, die eigene Pflicht (Svadharma), wenn auch unvollkommen, zu erfüllen, als die Pflicht irgendeines anderen (Paradharma), selbst wenn man diese gut erfüllt. Es ist besser, im Svadharma zu sterben; Paradharma birgt Furcht und Gefahren in sich.

Prabhupada:
Es ist weit besser, die eigenen vorgeschriebenen Pflichten zu erfüllen, selbst wenn dies fehlerhaft geschieht, als die Pflichten eines anderen vollkommen zu erfüllen. Es ist besser, bei der Erfüllung der eigenen Pflicht unterzugehen, als den Pflichten eines anderen nachzukommen, denn dem Pfad eines anderen zu folgen ist gefährlich.

Reclam:
Gut tut, wer eigner Kaste Pflicht
Erfüllt, selbst wenn ihn dies nicht freut,
Gefährlich spielt, wer das vollbringt,
Was fremde Kastenpflicht gebeut.
---
Man muss sich selber aus dem eigenen Tiefstand heraushelfen und befreien. Irgendwo anders als dort ansetzen ist vielleicht schöner, angenehmer und viel leichter, außer dorthin dann mal wann zurück zu kehren und aus je größerer Höhe umso tiefer der Fall, wenn man dann doch beim eignen Tiefstand anfangen muss. Denn wie soll sonst aus diesem denn etwas auch werden?

Meist wird es sogar so sein, dass man lieber etwas nimmt, was schon da ist, und da, wo es klemmt, dem wiche man dann möglichst aus, auch wenn es gerade dort wohl ist, wo es am meisten nach einem forderte und eigner Pflicht entspräche.

Nach den Maßstäben der (noch) heutigen Welt wäre es wohl auch geradezu verrückt, sich nachdem zu strecken, was einem nicht behagte. Aber wie möchte man sonst davon los sein? Und erst recht, wie will man irgendwem sonst auch nur damit helfen, wenn man dem selber nur zu entfliehen suchte.

Es ist vielleicht etwas wie beim Häkeln, man kann zwar Maschen fallen lassen, aber je weiter man ist, desto unansehnlicher wird es dort, und da kann der Rest ein noch so tolles Muster abgeben, ja je besser, desto mehr fällt eben das auf, wo man gepatzt hat.

Das gute ist ja, dass man fast immer neu anfangen kann, ganz unabhängig was war. Nur wird es dadurch, weil es ja der Tiefstand ist, nicht gerade einen erfreuen, erst nachdem ein Fundament da ist, geht es dann Stück um Stück immer besser und je mehr man sich dem eignen stellte, umso unabhängiger ist man dann späterhin, auch wenn umso zäher der Anfang jeweils damit sein mag...

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Bereitschaft - BG 5:19

Beitrag  Devino Melchizedek am Mo Apr 18 2016, 00:26

Bhagavad Gita 5:19

Yogananda:
Wer vollkommenen Gleichmut erlangt hat, siegt schon hier in dieser Welt über die Relativität des Daseins (Geburt und Tod, Freude und Leide). Er hat wahrhaftig den Thron des Geistes erreicht - den makellosen, vollkommen ausgeglichenen Geist.

Prabhupada:
Diejenigen, deren Geist in Gleichmut und Ausgeglichenheit ruht, haben bereits die Bedingtheit von Geburt und Tod überwunden. Sie sind unbefleckt wie das Brahman, und so sind sie bereits im Brahman verankert.

Reclam:
Die ganze Welt erobern sich,
Die überall das Gleiche sehn,
"Das Ewige bleibt stets sich gleich",
So denkend sie im Brahma stehn.
---
Im Gehen aus der Welt, wenn nicht zur Lebzeit schon geschehen, kann dann nicht allzu viel mehr wohl entstehen.
Denn was soll in bloß einem Augenblick geschehen, was man ein Leben lang ließ vergehen...

Noch bleibt wohl Zeit, und bald darauf und später noch dazu,
doch ohne einen Schritt zu gehen, bleibt trotzdem Zeit nicht einfach stehen.

Ein wenig hier, ein wenig dort, Hauptsache man ist nicht bloß umsonst vor Ort.
Doch nur mit Muße und in Ruhe, stellt man fest, was ist zu tuen.

Sich anzubieten mehr im Geist, was immer Hilfreiches verheißt.
Ganz gleich ob groß, ob klein die Tat und was auch immer man von hat.

Nur wenn man ist zur Stelle, wo und was der Geist erhelle,
dort lässt man durch sich verrichten und den Geist die Dinge sichten.

Die Bereitschaft ist was zählt, auf das diese nicht bloß fehlt,
auf das alles sich so ordnet, wie's von Oben ist verordnet.

Mehr als dies kann doch nicht werden, wenn man nicht bereit auf Erden,
sich ner Geist'gen Sach' verschrieben, ob nun heut', Morgen um Sieben,
Zeit genug bleibt um zu lieben, was im Geist ist hier und drüben...

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Gesetzmäßigkeiten - BG 15:19

Beitrag  Devino Melchizedek am Do Apr 21 2016, 23:50

Bhagavad Gita 15:19

Yogananda:
Jeder, der frei von Täuschung ist und Mich auf diese Weise als den Höchsten Geist erkennt, der weiß alles, o Nachkomme von Bharata (Arjuna). Er betet Mich mit seinem ganzen Wesen an.

Prabhupada:
Jeder, der Mich als die Höchste Persönlichkeit Gottes kennt, ohne daran zu zweifeln, ist der Kenner aller Dinge. Daher beschäftigt er sich voll und ganz in Meinem hingebungsvollen Dienst, o Nachkomme Bharatas.

Reclam:
Wer so als allerhöchsten Geist
Mich unbetört kennt und verehrt
Und mich von ganzem Herzen liebt,
Sich als All-Wissender bewährt.
---
Mit heiligen Dingen geht man heilig um. Denn wo will man sonst sein Heil finden, als gerade darin, alles Heilige auch heilig zu halten?! Meist wird es auch in natürlicher Weise sogar so sein. Denn etwas was schön ist und einem überaus gefällt, wird einen in natürlicher Weise dazu führen, es so auch zu erhalten und zu bewahren, dass dieses nicht weniger werde.

So ist es auch mit dem, was unschuldig ist, z.B. Welpen werden selbst oft von anderen Tieren beschützt (wenn sie in diesen nicht gerade nur ein Nahrungsmittel erkennen und dieses für Futter hielten o.ä.), selbst sogar wenn diese einer anderen Gattung angehörten. Es ist dann vom Mutterinstinkt die Rede u.ä., aber vielleicht sogar mehr ist es einfach eine Reinheit, eine Unschuld u.ä., was in natürlicher Weise zu erhalten versucht wird.

Da ja das, was in diesem ist, auch irgendwo in einem ist, und will man das eine erhalten, muss man auch das andere erhalten, um es nicht von dem wegzubringen, was es bedeutet und welche Stellung es mit sich führt. Denn sowohl durch das Äußere könnte das Innere verändert werden, wie auch umgekehrt, da das was einer Art ist, oft nicht voneinander getrennt gesehen werden kann.

Dem Menschen ist natürlich mehr an die Hand gegeben, als es bei einem Tier der Fall ist, dadurch kann mehr an- und ausgerichtet werden. So liegt aber auch mehr Verantwortung darin, die man nicht von sich weisen könnte, ohne ebenso in verschiedener Hinsicht die Stellung von etwas zu verändern.

Ja, es kann vieles so rum oder so rum eingesetzt werden und man bezeugt und bestärkt dieses oder jenes, ganz so wie man daran glaubt und wie es einem entspricht bzw. man damit umgeht. Man erntet ganz so wie man sät.

Und selbst wenn man sich nicht mehr erinnert, doch der Teil in einem empfängt dennoch das, und der Teil, der es nicht erinnert, den betrifft es womöglich nicht, es ändert aber unabhängig dessen nichts daran, das alles was zusammengehörte, sich einst mal auch findet, und was nicht, das muss sich auch einst lösen.

Sühne kann zur Gnade führen, denn auch dies wäre ein Empfangen, nur so wie durch einen anderen Kanal oder auf einer anderen Ebene, meist wohl mittels Einsicht, so dass die Härte anders ausfallen kann, als es Zahn um Zahn, Auge um Auge u.dgl. da wäre.

Doch ist es meist mit einer besonderen Freiwilligkeit, Opferbereitschaft oder eben dem verbunden, was nicht leicht fällt oder einen besonders fordert. Jedenfalls ist es, dass das Nächsthöhere hinzukommt. So wie durch Christus die vorgegangenen Gesetze dem Buchstaben nach mehr durch die Gesetzmäßigkeit des Geistes abgelöst wurden.

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Schlichtheit - BG 7:17

Beitrag  Devino Melchizedek am Sa Apr 23 2016, 02:02

Bhagavad Gita 7:17

Yogananda:
Am höchsten unter ihnen steht der Weise - beharrlich und unbeirrbar in seiner Hingabe ist er. Denn Ich bin dem Weisen unsagbar lieb, und er ist Mir unsagbar lieb.

Prabhupada:
Von diesen ist derjenige, der in vollem Wissen gründet und der immer im reinen hingebungsvollen Dienst beschäftigt ist, der beste. Denn Ich bin ihm sehr lieb, und er ist Mir lieb.

Reclam:
Der Beste ist der Wissende,
Der Mensch, der mich allein verehrt,
Er liebt mich über alles Maß
Und ist mir darum lieb und wert.
---
Wissend etwas zu tuen, trägt wohl freiwillig die größte Verantwortung, auch wenn sich diese meist genau darum auch erübrigt und in dem Maße gar nicht mehr gebraucht wird und mehr in Bereitschaft übergeht, weil alles gleich der rechten Bahn bereits zugeführt wurde.

Allerdings geht es ja weniger um Wissen dem Kopfe nach, als dem Wissen der Anwesenheit der Seele und Vergegenwärtigung dieser nach.

Man wird schon nicht mehr Wissen in den Kopf bekommen, als die Seele mit sich führte und man als diese daher immer dem anderen vorausgehen wird. Daher ist es wesentlicher sich erst auf diese einzulassen und vermittelst diesem dann mit anderen erst in Verbindung zu treten.

Das ist sicherlich eine andere Art, als sich selber als etwas unbeteiligtes Drittes anzusehen, denn wenn die Seele nun das Bewusstsein stellt und auch zur Intelligenz hin geleitet, so ist es auch dieses, was in einem und grundsätzlich erhellend wirkt und man davon nicht ausgenommen bleibt. Dann aber nicht mit Wirkung auf sich bloß, sondern an sich.

Wobei es dann aber noch davon abhängt, wie es aufgefasst wird. Auch wird ein Strahlentyp die anderen gleichen Typs eher erreichen und ansprechen, als nun was andere Strahlenqualitäten anbetrifft, da jeder Strahl ja andere Qualitäten bestärkt und gewisse Nebenwirkungen einbringt, die durch andere Strahlen aufgehoben und andererseits aber deren Nachteile anders hineinwirken und eben darum sich alles in einer gewissen Anspannung oder gewissem Widerstreite vorfinden kann.

D.h. man wird sich auch nur mit jedem Siebten also eher besser verstehen und sich ähnlicher zu diesem sehen, wenn dann nicht noch die Unterstrahlen hinzu kämen und diverse andere Faktoren. An sich muss man ja nicht mit jedem, man muss aber auch nicht wider andere, so lang es keinerlei Erfordernis gibt, d.i. es durch das größere Ganze oder aufgrund dessen sich so ergäbe..

Darüber hinaus ist es dann auch so, dass wenn etwas nun bewegt oder berührt wird, es also auch gefordert wird. So kann etwas, was in Bewegung ist dazu führen, dass man davon nicht ausgenommen ist und so etwas, was an und für sich gut ist, es doch aufgrund dessen, dass man gefordert wird, es anders erfährt, als es an sich ist.

Nun gibt es aber doch solcherlei, wie es sinnvoll ist, und eben auch solcherlei, was in keiner Hinsicht derlei ist. Und so nähert man sich dann oder distanziert sich eher von oder tut etwas oder unterlässt es daher. Oft ist das Schlichteste auch das Effizienteste und so entfällt schnell das Überbordernde, welches, nachdem es bearbeitet wurde, nur kaum dem Wesentlichen etwas zutrüge oder diesem etwas übrig lässt...

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Verwechslung, des Übels Grund - BG 13:29

Beitrag  Devino Melchizedek am So Apr 24 2016, 03:04

Bhagavad Gita 13:29

Yogananda:
Wer erkennt, dass Prakriti, und nicht das Selbst, in allem die einzig Handelnde ist, der schaut wahrhaftig die Wahrheit.

Prabhupada (13:30):
Wer sieht, dass alle Tätigkeiten vom Körper ausgeführt werden, der von der materiellen Natur geschaffen wurde, und sieht, dass er selbst nichts tut, sieht wirklich.

Reclam:
Wer einsieht, das jedwedes Werk
Vollbracht wird durch die "Urnatur"
Und dass das Selbst nie Täter ist,
Nur der folgt der Erkenntnis Spur.
---
An sich ist klar zu sagen, wer an die Sünde glaubt, wird von dieser gefangen, wer an das Selbst glaubt, wird durch dieses befreit. Und Sünde ist so, die Abwesenheit des Selbst. Man kann also kein Selbst nötigen, eine Sünde anzunehmen, weder in der einen, noch anderen Weise. Und eben die Überzeugung davon, ist das wesentlichere Übel.

Und doch ist es das Selbst, was Sünde letztlich aufhebt, in dem jene als nicht für wirklich angesehen, ja mehr noch, als solches erkannt wird. Der Täuschung keinen Glauben schenken ist eine Sache, die Täuschung als Täuschung zu erkennen, noch eine andere.

Alles Übel nimmt wohl in der Täuschung ihren Lauf, in der einen, wie in der anderen Hinsicht. Denn sowohl etwas für etwas anderes zu halten, als auch etwas für echt zu nehmen, obwohl es das nicht ist und damit die Grundlage zur Tätigkeit herzuleiten, ist das, worauf alles Übel letztlich zurück geführt werden kann.

Man kann die kosmische Natur nicht überlisten, daher gibt es kein größeres Übel, als das, was man sich selber antut und in der Weise auch anderen. Nicht zuerst durch die Tätigkeit, sondern zuerst und dadurch auch zuletzt durch den Glauben den man vertritt.

Denn möchte man zur wahren Stärke finden, wird man eben annehmen müssen, dass alles Übel bei einem selbst beginnt und endet. In der Weise findet man letztlich zur wahren Stärke, denn nur so hebt man alles auf, was man fallen hat lassen und so von der Wahrheit abgerückt ist.

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Waffe des Wissens - BG 4:42

Beitrag  Devino Melchizedek am Mo Apr 25 2016, 02:21

Bhagavad Gita 4:42

Yogananda:
Darum, o Nachkomme von Bharata (Arjuna), erhebe dich! Suche Zuflucht im Yoga und erschlage mit dem Schwert der Weisheit diesen Zweifel am Selbst, diese Ausgeburt der Unwissenheit, die sich in deinem Herzen eingenistet hat!

Prabhupada:
Daher sollten die Zweifel, die in deinem Herzen aus Unwissenheit entstanden sind, mit der Waffe des Wissens zerschlagen werden. Bewaffne dich mit yoga, o Bharata, steh auf und kämpfe.

Reclam:
Drum spalte mit des Wissens Schwert
Des Zweifels Knoten, Ardschuna,
Und gibt dich ganz der Andacht hin;
Ermanne dich, o Bharata.
---
Es ist wohl leicht, hart und stark zu sein, in dem, wo kein Widerstand da ist und es nichts zu kämpfen gibt, daher ist dies auch kein Kampf. Kampf ist dort und in dem, worin man auch tatsächlich mit zu kämpfen hat, weil man sich damit schwer tut und gefordert ist, und nicht weil es leicht ist darin hart zu sein.

Der Kampf gilt allem voran der Unwissenheit und dem, was daraus erwächst, nämlich die Trübung dessen, was wirklich ist und auch dessen, wer und was man selbst eigentlich ist.

Es heißt ja auch, willst du wirklich den Charakter prüfen, dann gibt jemandem Macht und siehe, was er daraus macht und wie er diese verwendet. Für das ein und andere reicht wohl auch schon Geld aus. Es tritt dann das zutage, was im benannten BG-Vers gemeint ist, mit dem, was sich im Herzen eingenistet hat.

Dazu kommt auch, dass manche Dinge zusammengesetzt sind, indem sie allen zugehören, oder allen in einem Kontext oder auch indem sie erst entstehen, durch alle, die diesem zutragen und es erst das ist, was ist.

Darin zu konkurrieren, mag vielleicht temporär etwas zu irgend einer Seite hin verschieben, aber insgesamt macht es nicht mehr, sondern weniger. Denn was zugetragen hat und im Rahmen des Konkurrierens beiseite gedrückt würde, stärkt durchs zutragen ja nicht mehr etwas zu dem hin, was es im Gesamten wäre und so das Gesamte weniger ist als es sein könnte.

Es wird wohl mehr und mehr die Zeit kommen, wo dies auch eingesehen wird und dann erst die Menschheit vereint an gemeinsamen Zielen arbeiten kann, wie es diese am besten befördert und zur Stärke aller auch gereicht. Sicherlich ist das an sich leicht anerkannt, aber doch nicht im Herzen mitgetragen, denn das, was sich dort eingenistet hat und vielleicht aus Jahrtausenden, darf erst sorgsam abgetragen werden...

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Anfanglos und doch bedingt - BG 13:19

Beitrag  Devino Melchizedek am Di Apr 26 2016, 01:50

Bhagavad Gita 13:19

Yogananda:
Wisse, dass sowohl Purusha als auch Prakriti anfanglos sind; und wisse, dass alle Modifikationen und Eigenschaften (Gunas) von Prakriti geboren werden.

Prabhupada (13:20):
Man sollte verstehen, daß die materielle Natur und die Lebewesen anfanglos sind. Ihre Umwandlungen und die Erscheinungsweisen der Materie sind Produkte der materiellen Natur.

Reclam:
"Natur" und "Geist", das merke dir.
Sind alle beide anfanglos.
Die "Gunas" und ihr Wandelsein
Gebiert "Natur" aus ihrem Schoß.
---
Das, was anfanglos ist, deutet dadurch auch auf die kosmische Natur hin, die nicht zeitlich bedingt ist, sondern mehr göttlichen Ursprungs bleibt. Das hieße aber auch, dass das, was kosmisch ist und worin man ist, es auch in anderen Welten eine Art von Gültigkeit hat und für einen beibehält.

So gesehen ist es nicht unerheblich, wie man darin sich vorfindet und agiert, da auch wenn man im Vergänglichen und scheinbar Wandelbarem wandelt, man doch auch vom kosmischen durchdrungen ist und so gar nicht abwägen kann, was womit alles zu tuen haben könnte.

Man sollte sich andererseits aber auch nicht verrückt machen lassen. Denn oft ist es besser, das, wie und was ist, anzunehmen, statt es von sich wegdrücken zu wollen, obwohl man vielleicht dort hinein gegangen ist, wo dieses natürlich ist und ehedem war. Denn was nicht einfach verschwinden kann, weil es nunmal ist, und es irgendwo landen ja muss, wird es sich dort auch mit dem aufladen, was eben dort ist wo es landet, und meist gerade dadurch eher zu etwas schlimmerem oder größerem anwachsen könnte, als es ehedem war.

Und so ist es auch mit dem kosmischen, das was einem begegnet und man es einfach stehen lässt, bleibt es ja wo es ist, interagiert man damit, dann kann diese Interaktion bis in Kosmische gehen oder auch nicht, ganz davon abhängig, wo man steht und was man anfasst.

In der BG heißt es an anderer Stelle sinngemäß, wer bloß körperliche Handlungen ausführt, ohne Anhaftung (was ja Hass = totale Ablehnung, oder Begehren = haben wollen, wäre), dann wird man daran auch nicht gebunden.

Es liegt dann ganz an einem, ob man wegen etwas, was nur scheinbar da ist, anfängt kosmische Dinge zu bewegen, die damit in keinem direkten Zusammenhang stehen, dann ist man ja derjenige, der etwas Unvergängliches aufgrund von Vergänglichem anfasst. Nur wenn das Vergängliche gemäß seiner Eigenheit dann vergangen ist, was dann? Dann stellt sich wohl immer zunächst die Frage, war das auch wirklich klug? Und man hat wohl alle Zeit der Welt, es dann herauszufinden. Und so, oder so ähnlich funktioniert es vom Prinzip her auch mit den Gunas.

Daher sollte man vorsichtig und umsichtig mit allem umgehen. Denn es heißt wohl nicht ohne Grund, dass die Menschen sich dort wie ein Elefant im Porzellanladen herumtreiben, wo selbst Engel nur auf Zehenspitzen lang gehen...

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Einlagen und Einzahlung ins Künftige - BG 7:23

Beitrag  Devino Melchizedek am Di Mai 03 2016, 01:02

Bhagavad Gita 7:23

Yogananda:
Doch Menschen mit ungenügendem Wissen (welche die niedrigen Gottheiten anbeten) ernten nur magere Ergebnisse. Wer die Götter sucht, gelangt zu ihnen; wer Mich sucht, gelangt zu Mir.

Prabhupada:
Menschen mit geringer Intelligenz verehren die Halbgötter, und ihre Früchte sind begrenzt und vergänglich. Die Verehrer der Halbgötter gehen zu den Planeten der Halbgötter, doch Meine Geweihten erreichen letztlich Meinen höchsten Planeten.

Reclam:
Doch ist vergänglich nur der Lohn,
Der diesen Toren wird zuteil:
Zu Göttern geht, wer Göttern dient,
Wer mich ehrt, findet ew'ges Heil.
---
Ist im gewissen Sinne wohl alles eine Frage der Einzahlung und Einlage und für wie lang. Da nur in der Vollkommenheit es Vollkommenheit gibt oder diese erlangt wird. Wo diese nicht ganz erreicht wird, da wird das erreicht, was solcherlei und ebendort ist.

Ob Treibgut oder Überreifer, es hängt mehr an der Dauer und der Reife. Und selbst wenn in einem Aspekt oder auf einer Ebene etwas erreicht wird, in einem anderen oder anderswo muss es dadurch noch nichts bedeuten oder dorthin übertragbar sein.

Geht es nur um die Wirkung, dann ist es ohnehin wohl die kürzeste Einlage, denn mit der Wirkung hat man die Einzahlung ja auch bereits wieder entnommen, da wird dann auch auf Dauer kaum etwas daher reifen und sich entwickeln können.

Wenn man die höchsten Planeten wohl mal gesichtet hat und sich daran erinnert, wird man sich mit etwas, was da nicht heranreicht auch kaum zufrieden geben wollen. Denn es wird wohl an Schönheit und Zufriedenheit kaum zu überbieten sein.

Oft wird daher wohl das gewählt, was als erreichbar angesehen wird und dies vielleicht möglichst leicht und schnell. Man weiß dann nicht von mehr und möchte davon womöglich auch gar nichts mehr wissen.

Sowieso wird die Schwingung vermutlich zu gering sein, um sich von hier aus, an jeniges zu erinnern. Es wird sogar so sein, das, selbst wenn man dem irgendwie beikäme und es mal sichten täte, die Erinnerung ganz schnell bis auf einen blassen Abdruck entschwinden würde, weil die Schwingung einer anderen Art ist, als wie es derzeit hier ist.

Langfristig, wenn die Schwingung allgemein erhöht ist, sich also ein Aufstieg vollzogen hat, in die höheren Bereiche hinein, wird auch viel mehr noch das dann einsehbar, was darüber hinaus geht und heute von hier auch nur hoffnungslos zu erreichen man bestrebt wäre.

Dann wird umgekehrt aber auch das, was heute ganz klar grob und als gänzlich real angesehen wird, im Gegensatz zu dem, was heute als Jenseits zählt, zu dem werden, was eher nur wenig Realität besitzt, da es nur als Teil einer Ebene dann zählt und nicht so über die Massen wirksam, einnehmend oder allgemeingültig.

Devino Melchizedek

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Freiheit ist der Seele eigen - BG 6:4

Beitrag  Devino Melchizedek am Do Mai 05 2016, 01:15

Bhagavad Gita 6:4

Yogananda:
Wer jede Anhänglichkeit an die Sinnesgegenstände und an sein Handeln überwunden hat und frei von allem egoistischen Streben ist, hat seine Seele für immer mit dem Geist vereinigt.

Prabhupada:
Man sagt, jemand sei im yoga fortgeschritten, wenn er alle materiellen Wünsche aufgegeben hat und weder für Sinnenbefriedigung handelt noch fruchtbringenden Tätigkeiten nachgeht.

Reclam:
Wer nicht mehr hängt an einem Tun
Noch an der Sinnendinge Lauf,
Wer allen Wünschen hat entsagt -
Der - heißt es - stieg zu Yoga auf.
---
Freiheit kann nicht in Neigungen liegen, denn weder die Zu- noch die Abneigung, worin dem Tier vielleicht noch die Freiheit im Verhältnis gilt, ist für den Menschen Freiheit drin. Sprich, nach belieben tuen und lassen zu können, wonach auch immer einem bloß ist.

Denn die Ursache läge dann immer noch verlagert in dem, womit mittels Neigung (sich wider etwas oder im Begehren für etwas) umgegangen wird. Die Freiheit der Seele aber liegt gerade darin, die Ursache nicht im Äußeren zu setzen, sondern im Inneren, da es nicht die Seele ist, der an äußeren Dingen etwas liegen würde.

Nach ihrer Natur, ohne körperliche Mittel, hat die Seele ja keine Schnittmenge mit dem, was bloß äußerlich da ist. Somit kann sie nach diesen Dingen überhaupt kein Verlangen haben, sondern wie die Bhagavad Gita daher folgerichtig lehrt, sind es die Gunas selbst, die sich nach ihrer eigenen Natur hin strecken.

Daher ist es die Ursache, welche als Ausgang dient, denn zu dieser kehrt alles wieder, was daraus hervorging, wenn es nicht ohnehin dem sogleich verbunden bleibt. So dient Freiheit, die zur Ursache genommen wurde, der Freiheit und ebenso vieles andere, was dann der jeweiligen Natur zur jeweiligen Natur gereicht.

Wenn man die Ursache an falscher Stelle setzt, dann kann man noch so viel veranstalten, oder auch mittels Gewalt versuchen es hinzubiegen, wird es aber nicht anders machen können, als wohl zurück an die Abbiegung zu gehen, worin die Ursache fehlplatziert wurde.

Gewalt ist nunmal keine Stärke, auch wenn es noch so sehr danach anmuten mag. Es gründet vielmehr in irgend einer Art von Mangelbewusstsein, welche letztlich mittels vermeintlicher Stärke bloß unterdrückt wird, statt dorthin zu gehen, worin etwas die Schieflage erhält und um dort aufgehoben zu werden und somit zeugt es bei genauerem betrachten lediglich von Schwäche...

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Bestimmt, und doch ausgeglichen - BG 6:23

Beitrag  Devino Melchizedek am Fr Mai 06 2016, 02:11

Bhagavad Gita 6:23

Yogananda:
... dieser Zustand ist als Yoga - der schmerzfreie Zustand - bekannt. Deshalb soll man mit fest entschlossenem Herzen Yoga üben.

Prabhupada:
In einer solchen Stellung gerät man niemals, nicht einmal inmitten der größten Schwierigkeiten, ins Wanken. Dies ist in der Tat wirkliche Freiheit von allen Leiden, die aus der Berührung mit der Materie entstehen.

Reclam:
Das nennt den wahren Yoga man,
Der aus der Schmerzen Haft befreit,
Den übe man mit frohem Mut
In äußerster Entschlossenheit.
---
Es gibt wohl verschiedene Arten von Schmerz, doch gemeinsam ist diesem wohl immer, dass man frei sein möchte davon und dort heraus kommen jeweils.

Nach o.g. BG-Vers wäre Yoga so etwas wie das Mittel und der Weg, gar nicht erst in schmerzhafte Zustände hinein zu kommen, indem man gleich darauf achtet ausgeglichen zu verbleiben.

Zwar mag manches direkt einem in der Hand liegen, anderes nicht sogleich. Wie man womit umgeht, kann von der eignen inneren Haltung zwar einem selber entschieden bleiben, ob und wie man im Äußeren damit umgeht, hängt auch überhaupt erstmal davon ab, ob man damit umgehen kann. Oft ist einem aber immer noch gegeben, sich auf z.B. Zehenspitzen heran zu tasten, d.h., nicht ob überhaupt, sondern wie überhaupt man daran geht.

Vielleicht hat vieles, ja sogar fast alles, vorerst kaum mit einem zu tuen, bis man es erstmal in der Hand hatte oder damit irgendwie zu tuen bekommt. Hat man etwas erst zerbrochen, dann bleibt es auch mit einem in irgend einer Weise verbunden und man hat auch fernerhin damit zu tuen.

So ist nicht jede Art von Verbindung derart, dass man damit überhaupt glücklich werden kann, dann vor allem nicht, wenn es schmerzhafter Art ist. Und so wie wenn etwas ganz unbestimmt ist und man davon unberührt wäre, ist dann der angestrebte Zustand, nachdem es doch bestimmt ist, man damit derart aber ausgeglichen umgeht oder umgegangen ist, dass es doch sich gleich bleibt, um davon Befreiung zu erlangen. Besser jedoch, wenn man vorweg sorgsamer mit allem ist, damit der Ausgleich gar nicht erst teuer für einen wird.

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Alles was zählt, zählt gleichermaßen - BG 6:44

Beitrag  Devino Melchizedek am Mo Mai 09 2016, 00:26

Bhagavad Gita 6:44

Yogananda:
Die Kraft, die sich der Yogi durch frühere Yoga-Übungen erworben hat, genügt also, um ihn auf seinem Weg voranzutreiben. Selbst wenn ein Schüler nur eifrig die Theorie des Yoga studiert, ist er weiter fortgeschritten als einer, der äußere religiöse Riten vollzieht.

Prabhupada:
Kraft des göttlichen Bewusstseins seiner vorherigen Leben fühlt er sich von selbst - sogar wenn er nicht danach strebt - zu den Prinzipien des yoga hingezogen. Ein solcher wissbegieriger Transzendentalist steht immer über den rituellen Prinzipien der Schriften.

Reclam:
Die früh're Übung reiß ihn dann,
Selbst wider seinen Willen fort,
Ein solcher lässt bald hinter sich
Sogar das heil'ge Veda-Wort.
---
Man sollte nicht zu der Überzeugung verfallen, es zählte allein bloß eine ganz bestimmte Errungenschaft und damit hätte man alles auf einmal und könnte sich zurücklehnen. Derlei kann schnell naive oder kindische Züge annehmen, wovon man sich dann mit bestimmen ließe.

Ja, es kann vielleicht etwas Wesentliches geben, das für den ein oder anderen sinnvollweise zu erreichen viel bedeutet. Grundsätzlich zählt aber ziemlich alles, sofern es gleichbedeutend ist, gleichermaßen.

Lernt ein Kind lesen, dann ist es von der Fertigkeit her kaum entscheidend, ob es das in der Schule oder zu Hause, womöglich von den Eltern, erlernt hat, oder auch ebenso das Schreiben. Ob es das, in welchem Ausmaß auch immer, in einem späteren Studium oder bei der Arbeit oder aus eigenem Antrieb her immer weiter verbessert.

Ebenso trifft es auf viele, ja die meisten Dinge zu. Ob man nun bei der Ausübung einer Religion erfährt, was Heiligkeit heißt, oder es aus anderen Erlebnissen entdeckt. Es gibt vielleicht Behelfsmittel, aber nichts erhebt die Dinge so, dass sie über allem anderen stehen, von dem, was dem von der Bedeutung her gleich kommt.

In Verhältnissen mag es zwar etwas bestimmtes und weitreichenderes sein, als es ohne dem ist, von der Sache selber her, bleibt es aber ja immer noch das, worin es mit anderem vergleichbar ist. Dann hat vielleicht das Verhältnis eine entsprechende Bedeutung und bliebe zudem von Ehre u.dgl.m., ändert aber ohne das Verhältnis nichts an dem, was dann noch aus dem Bestimmten bliebe.

Sorum gesehen ist auch nichts, was etwas bedeutet, wertlos, und alles, auf welchem Wege auch immer man es sich erarbeitet hat, ist unbedeutender, als alles andere, was dem ähnlich kommt. So kann alles auch dazu dienen, dass man es selbst der Sache wegen erhebt oder nicht und so zählt das, was etwas zählt, bei jedem etwas, oder bei keinem andernfalls, wenn es nichts nützte z.B...

Ebenso bei den Neigungen angefangen, ob man sie bis zur Sucht treibt, als auch bei dem, was hilfreich zuträgt. Es bestärkt sich das, woran gearbeitet wurde, und dies in einem sehr weitreichenden Ausmaß womöglich. Jedenfalls muss man gar nichts, einfach nur vor sich her machen, weil es nötigerweise sein solle, es ist das, was man daraus machen kann und vielleicht auch das, was einem beim nächsten mal hilft, damit es besser und leichter geht, oder man darüber hinaus zu etwas anderem noch gelangen kann.

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Dauerlösung - BG 13:24

Beitrag  Devino Melchizedek am Mi Mai 11 2016, 01:31

Bhagavad Gita 13:24

Yogananda:
Um das Selbst im Selbst (im geläuterten Ego) durch das Selbst (den erleuchteten menschlichen Geist) zu schauen, folgen einige dem Weg der Meditation, andere dem Weg der Erkenntnis und wieder andere dem Weg selbstlosen Handels.

Prabhupada (13:25):
Einige erkennen die Überseele in ihrem Innern durch Meditation, andere durch die Entwicklung von Wissen und wieder andere durch Tätigkeiten ohne fruchtbringende Wünsche.

Reclam:
Wohl mancher hat durch Sinnen sich
Des Geistes Anblick schon genaht,
Durch Grübeln schaun ihn andere
Und wieder andre durch die Tat.
---
Was einem innig ist, kann einem auch nicht fern sein.

Sofern man das annimmt, wie es ist und was da ist, und weniger nach anderem schielt, wie und was man denn gern hätte, anstelle dem, wer man nun selbst ist.

Denn wo man anderen reinmengt oder etwas wegzieht, dort hindert man sie daran, sie selbst sein zu können. Ebenso kann aber sicher gesagt werden, dass man selbst auch nie man selbst so lange sein wird. Denn weder mit weniger, als man ist, noch mit etwas anderem, als was man selbst ist, kann man man selbst sein.

Marschiert man wo auch immer rein, unabhängig mit welcher Macht, Stärke oder bloßer Gewalt und selbst wenn man sich zeitweilig dort bewähren sollte, man ist dennoch in dem, was anderen inniger ist und es gibt der Geschicklichkeiten vieler Art, als man sich nur nach einer Art daher wieder allerlei bewähren wird, in dem, was nicht einem seins ist.

Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis jedem das wieder zuteil wird, was ihm selbst ist, daher weil es ihm ist. Dann wird es aber notwendig so sein, dass dort das, was sich in irgend einer Weise (nach welcher Art von Geschicklichkeit auch immer) sich nicht bewährt, weil es dort auch nicht beheimatet ist, es daher notwendig unter das fällt, wohin es sich begab.

Daher kann man sich so manche Tour und unnötiges Gerangel sparen, weil es zu viel von derlei Gehabe gibt, was nirgends hinführt, denn es wird keine Dauerlösung in etwas geben, was man nicht ist oder was zu einem nicht gehört. Also kann man sich auch gleich sich selbst stellen und vor sich selbst bewähren, statt nach Links und Rechts zu schauen und zu gehen, im Zickzack oder im Kreise, da es keine schnellere Abkürzung geben wird, als geradewegs ohne Abweichungen auf ein Ziel zu.

Und was möchte man auch mit dem, was man nicht wirklich ist, außer nicht wirklich sein, was man ist?

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Erste Berührungen und Neuland - BG 3:23

Beitrag  Devino Melchizedek am Sa Mai 14 2016, 01:02

Bhagavad Gita 3:23

Yogananda:
O Partha (Arjuna), wenn Ich zu irgendeiner Zeit aufhörte, ohne Unterbrechung zu handeln, würden die Menschen gewiss dasselbe tun.

Prabhupada:
Denn würde Ich es jemals verfehlen, die vorgeschriebenen Pflichten sorgfältig auszuführen, o Partha, folgten gewiss alle Menschen Meinem Pfad.

Reclam:
Denn sollte jemals es geschehn,
Dass ich nicht handle ohne Rast,
Die Menschheit hätte sich schon längst
Dann meinem Beispiel angepasst.
---
Wie die Neureichen, weder Wert noch Maß recht kennen,
so Neukluge, kaum die Wahrheit recht benennen.
Denn gänzlich neu, irgendwo eingekehrt,
man oft nicht recht einschätzt und liegt schnell verkehrt.

Doch alles einmal ausprobiert
und mancherlei schnell auch mal ruiniert,
die heiße Luft, steigt schnell nach oben,
und raus ist sie, man doch mit ihr nicht gleich erhoben.

Denn alles ist nicht so, wie einst erträumt,
hat man erst diesem, einen Platz mal eingeräumt.
So wie bei Eltern und den Kindern,
dass Stolpern, Fallen, sie können nicht verhindern.

Die Erfahrung muss ja sein gemacht,
und der Schmerz, hilft dabei, dass schneller man erwacht.
So kann man zusehen und machen lassen,
denn gelegentlich gibt es dabei auch etwas zu lachen.

Auch Gottvertrauen kann doch zu mehr führen,
die eine größere Hand ja alle auch berühren,
so sehr die Eltern auch noch wollen lehren,
auch sie sind nur Kinder vor dem Herren.

Im Schmerz man sich vielleicht auch erkennt,
mit Einsicht auch, wo man sich mal verrennt,
doch sollte sie auch noch tief genug sein,
dann reicht sie auch, dass andere zählen rein.

Und hat man auf seiner Seite in etwas erkannt,
dass es weniger taugt, als was vor einem irgendwo entstand,
sofern man nachgeben kann und bereit ist zu verlieren,
das Niedere Selbst einen nicht mehr kann beirren.

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Alles eine Art von Beziehung - BG 7:13

Beitrag  Devino Melchizedek am So Mai 15 2016, 12:56

Bhagavad Gita 7:13

Yogananda:
Die Welt der Sterblichen erkennt Mich nicht, der Ich unwandelbar und jenseits aller Eigenschaften bin, weil sie durch die dreifache Erscheinungsform der Natur getäuscht wird.

Prabhupada:
Getäuscht von den drei Erscheinungsweisen [Tugend, Leidenschaft und Unwissenheit], kennt die gesamte Welt Mich nicht, der Ich über den Erscheinungsweisen stehe und unerschöpflich bin.

Reclam:
Von der drei "Gunas" Spiel verwirrt,
Erkennt mich nicht, betört, die Welt
Als den, der unvergänglich groß
Seit Ewigkeit das All erhält.
---
Es gibt beinahe überall, sei es von Arbeitswegen her, oder aus der Nachbarschaft, dass einem bestimmte Menschen begegnen, die man auch mehr oder weniger regelmäßig antrifft, aber dennoch gar nichts weiter über die weiß. Vielleicht reicht es noch, dass man sich allgemeinhin grüßt (der Höflichkeit wegen und weil es durchs Umfeld oder dem Grund auf dem man sich trifft, bedingt sei), aber mehr auch nicht.

Dennoch kann es sich einschleichen, nachdem man ja ohnehin irgend einen Eindruck hat, welchen man mit dieser Person verbindet, es reicht ein gekreuzter Blick vielleicht aus, der dazu führt, ganz unabhängig worin wer gerade vertieft ist oder zu tuen hat und schon ist irgend eine Art von Sympathie oder Antipathie da. Vielleicht sogar nur darauf basierend, dass man vom Gegenüber annimmt, er würde einen mehr oder weniger mögen und sich selbst nach dieser Annahme richtet, um so demjenigen zu begegnen.

Lernt man nun diesen Jenigen, aus welchem Grund und Umstand auch immer, näher kennen, kann sich rausstellen, dass man ja ein ganz anderes Bild von demjenigen hatte, als nun, nachdem man in ein anderes Verhältnis getreten ist, und so verändert sich grundlegend die Art des Umgangs daraufhin.

Eine andere Möglichkeit ist, sich grundsätzlich innerlich etwas damit auseinander zu setzen, was man nun in wem sieht oder auch nur welchen Dingen man zwischen sich und dem anderen Raum gibt, was ja zur Beziehung zwischen sich und anderen beiträgt. Daraufhin kann es oft so sein, wenn man von sich ein positiveres Bild einbringt, verändert auch der andere seine Einstellung einem gegenüber und scheint einem anders zu begegnen, weil er dieses mit aufgreift, als zwischen sich und einem in der Beziehung enthalten und es wird seltener vorkommen, dass einer nur an etwas Negativem festhält, während ihm etwas Positiveres angeboten wird.

Es mag vielleicht bedingt nach Strahlen-Typen sein, dass man allem und sogar den Dingen oder Gegenständen so begegnet, als wäre alles eine Art von Beziehung, in welcher man sich befindet. Anders herum könnte man allem als eine Art Thema begegnen und es mehr thematisch anordnen, was ja auf die Dinge bezogen, die zwischen allem und mir sich befinden, keineswegs abwegig ist, womit man lediglich weniger dazu neigte alles zu personifizieren, obwohl es sich vielleicht als Thema behandelt eher sogar der Natur der Dinge beikommt und man es dann mehr noch, mit den Dingen an sich selbst zu tuen bekommt, als man bloß diesem zuordnet oder jedenfalls sogar schneller damit weiter kommt.

So ist es alles eine Art Beziehung, die man pflegte, wenn man die Themen auch als eine Beziehung ansieht, statt jeweilige Beziehung als Themen an sich mehr zu nehmen und daran zu arbeiten, dann ist die Frage, welcher Beziehungen möchte man sich denn annehmen? Sind es nicht doch eher die schönen Themen, zu denen man eine Beziehung auch pflegen will, und die in irgend einer Weise erbauend und das eigene Wesen (für welches man ja selbst verantwortlich ist) erweitern, ausdehnen, inspirieren oder welcher Art auch immer zutragen?

Auch an Bekanntschaften und Freundschaften möchte man doch nur dann diese aufbauen oder ausdehnen, wenn diese an sich förderlich sind, in welcher Hinsicht auch immer, denn auch hier ist man seinem eigenen Wesen her in der Verantwortung, denn alles Karmische ist nur zum Abarbeiten, dass vom Dharma her etwas zum Aufbauen, auch wenn es vom Arbeitsaufwand nicht geringer sein mag, aber der Inhalt dessen ist ein anderer (ein wertigerer und fruchtbarer letztlich).

Sobald das Karmische aufgearbeitet ist, will man meistens mit denjenigen nichts mehr zu tuen haben und ist froh, wenn es sich mal gelöst hat, weil man dann sich seinem Dharma widmen kann und eher glücklicher mit dem ist, was weniger belastend und mehr erbauend an sich ist. Dem Karma wird man wohl nicht auf Dauer ausweichen können und bekommt eh das Belastende ab, das Dharma ist wohl daran zu erkennen, dass man nach belieben sich auch dem Förderlichen und Positiven widmen kann und auch sollte, damit es nicht ins Gegenteil umkippt (d.i. ins Karmische). Also was darf es sein und grundsätzlich zu welchem Thema (welchem möchte man zutragen) baut man nun an einer Beziehung von sich aus (und ist es auch klug, im Sinne von, was bringt einem wohin näher)?

Ja selbst ein Tagesablauf kann nach Themen geordnet sein, die anstehen, oder als eine Art Beziehung, die man von früh bis spät pflegt und hegt, und man sich dem Abend als einem Freund annähert, um ihm dann eine gute Nacht zu wünschen...

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Lernen um des Lernens wegen - BG 7:11

Beitrag  Devino Melchizedek am Do Mai 19 2016, 01:57

Bhagavad Gita 7:11

Yogananda:
Unter den Machtvollen, o Bester der Bharatas (Arjuna), bin Ich die Kraft, die frei von Sehnsucht und Anhänglichkeit ist. In den Menschen bin Ich der Wunsch, der im Einklang mit Dharma (der Rechtschaffenheit) steht.

Prabhupada:
Ich bin die Stärke der Starken, frei von Leidenschaft und Verlangen, und Ich bin Sexualität, die nicht im Widerspruch zu den religiösen Prinzipien steht, o Herr der Bharatas [Arjuna].

Reclam:
Ich bin die Kraft der Kräftigen,
Die frei von Gier und Leidenschaft,
Und jeder Wunsch, o Ardschuna,
Der pflichtgemäß und tugendhaft.
---
Tja, die Kraft ist Gottes, daher besteht kein Grund sich mehr zuzuschreiben, als da ist oder einem auch von Oben her zugesprochen wurde. Und wenn man zu viel, als nur von sich aus sehen möchte, als denn nun wäre, kann weniger von Oben her dazukommen, wofür kein Platz eingeräumt würde.

Um letztlich etwas los zu werden, was man nicht benötigt, oder auch was nicht von einem ist, aber sich eben auch nicht von selbst ergibt, kann es erforderlich werden, so lange damit konfrontiert zu werden, bis man frei ist. Oder will man es anders etwa haben? Das etwas über Zeitalter hinweg in einem steckte, obwohl es nicht zu einem gehörte? Es gibt auch wohl so einige, die Psychologie studieren, nur um sich selbst erstmal in irgend einer Hinsicht zu therapieren.

Es kann wohl auch helfen, denn vieles, wo man erstmal reinkommt, mag einem neue Ansichten eröffnen. Auch dabei ist es oft so, dass der Eindruck entstehen kann, man wäre damit gleich anderen voraus und wüsste solcherlei, wie es andere nicht wissen, dabei ist es oft aber auch nur ein ganz bestimmter Bereich, wo man anderen voraus ist. Das liegt daran, dass andere in dem Bereich nicht sind, oft aber auch gar nicht drin sein wollen, womit sich dieses auch schnell wieder relativiert.

Das Hilfreiche ist nicht selten aber auch das, dass man einfach eine Ebene findet, vielleicht auch mit passenden Hilfsmitteln, um etwas einfach nur besser lernen zu können, was man vor dem womöglich auch nur freiwillig nicht lernen wollte. Doch ist manches auf relativer Ebene doch besser und vor allem leichter zu lernen, als auf absoluteren Ebenen. Kommt es eher nicht drauf an, wo man eine Lektion lernt, sondern dass man sie lernt, warum sollte sie dann auch härter ausfallen, als sie sein bräuchte oder an sich überhaupt ist?!

Man ist immer bis zu einem gewissen Grade sicher oder meist besser aufgestellt, wenn man etwas um der Sache wegen macht, weil dann vieles entfällt, was damit nichts zu tuen braucht oder hat. So ist es auch mit dem Lernen, wenn man es auch wirklich will, braucht man viel Drumherum nicht, was letztlich auch nur irgend einen Tribut forderte, als wenn man es einfach nur um der Sache willen macht...

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Vom Wunsche zur Wirklichkeit - BG 9:9

Beitrag  Devino Melchizedek am So Mai 22 2016, 02:08

Bhagavad Gita 9:9

Yogananda:
Doch diese Tätigkeiten behindern Mich nicht, o Gewinner von Schätzen (Arjuna), denn Ich stehe darüber, abseits und ungebunden.

Prabhupada:
O Dhananjahya, all diese Tätigkeiten können Mich nicht binden. Ich bin immer unberührt von all diesen materiellen Vorgängen, als wäre Ich unbeteiligt.

Reclam:
Doch werd' ich durch das Schöpfungswerk
Nicht in der Taten Band verstrickt,
Stets unbeteiligt, frei vom Hang,
Bleib allem Karma ich entrückt.
---
Nur der Tatendrang verspüren,
sich erst dann einmal zu rühren?
Wer passiv tut nur verharren,
hält sich selber bloß zum Narren!

Lass sie machen, lass sie tuen,
nicht vergeblich sind die Mühen,
die von jedem ausgeführt, wie's ihm gebührt,
weil ehrlich hat er sich darum bemüht.

Geht's auch drüber und drunter,
bleib gelassen und munter.
Was kann vorm Höheren bestehen?
Woher soll dieses bloß entstehen?

Alles was sich recht hat fokussiert
und in der eignen Mitte zentriert,
bleibt's immer bei der Sache,
bis daraus wird auch Tatsache.

Wird vergessen, wird erinnert,
was sich wirklich drum besinnet,
wie und woraus es entstanden,
worin es hat alles bestanden...

Sich bewährt, wenn es erfährt,
was es war und was es ist,
in dem, worin es sich nicht mehr vergisst,
wie darin aufgegangen, was wirklich ward verstanden.

Denn nur was im Wunsche verbleibt,
es enthält keinen Leib,
doch was aus sich herausgetreten,
so erfährt's auch das wirkliche Leben...

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Zur Veränderung der Welt beitragen - BG 7:19

Beitrag  Devino Melchizedek am Mo Mai 23 2016, 00:11

Bhagavad Gita 7:19

Yogananda:
Der Weise erreicht Mich nach vielen Inkarnationen und erkennt: "Der Herr ist allgegenwärtig!" Solch ein Erleuchteter ist schwer zu finden.

Prabhupada:
Wer nach vielen Geburten und Toden tatsächlich in Wissen gründet, ergibt sich Mir, da er weiß, dass Ich die Ursache aller Ursachen und dass Ich alles bin. Solch eine große Seele ist sehr selten.

Reclam:
Durch Wiederkunft geläutert, naht
Dann der Erkennende sich mir,
Und "Vasudeva ist das All",
Denkt er, der schwer zu finden hier.
---
Man kann sich einen packenden Film anschauen und hinterher immer noch davon mitgenommen, ja im gewissen Sinne eingenommen sein. So dass man es bis zu einem gewissen Grad nach außen transportiert und projiziert. So als würde quasi etwas aus dem Film womöglich an der nächsten Ecke auf einen lauern oder womöglich daher kommen oder dass man selber bestimmte Verhaltenszüge aus dem Film nachahmt, weil man davon so begeistert ist.

Diesem nicht ganz unähnlich, allerdings wahrnehmender Art, verhält es sich mit dem Erfassen dessen, was das Seelische oder gar das Göttliche hinter allem ausmacht. Es ist ja jederzeit im Grunde da, nur man selber nicht bewusst darin.

Im Grunde genommen hat man doch schnell bereits genug damit zu tuen, Sorge dafür zu tragen, dass die Ordnung, nach welcher alles bei einem angeordnet d.h. administriert ist, und was man vielleicht über Jahre (oder womöglich Jahrhunderte?) angeordnet hat, aufrechterhalten bleibt, allein damit man nicht ständig mit jeder Einzelheit zu tuen hat, weil diese quer steht, mit der man sich bereits mal ausgiebig auseinander gesetzt hatte.

Mit hinreichend Party machen, vielleicht auch schon mittels eines Films, irgend welcher Rauschmittel u.ä., oder wenn man sich gar nicht darum kümmert und nur vor sich hinlebt, kann man sich das ein und andere an innerer Ordnung durchaus schnell oder auch langsam ruinieren. Im gewissen Rahmen ist ja vieles erlaubt, aber doch nicht alles von Vorteil.

Es bedarf so einiger Ordnung, bis man in die Bereiche kommt, die nicht unbedingt auffällig auf sich aufmerksam machen, wie die notwendigen Dinge im Leben, die einen schnell auch beschäftigen, wenn sie mal quer stehen oder schief laufen. Daher kommt man auch nicht gerade zufällig an viele dieser eher subtileren Dinge und umso weniger, wenn alles andere nicht geordnet ist und sauber oder glatt verläuft.

Die eigene Welt erst in Ordnung bringen und halten, bevor man daran geht, die umfassendere Welt verändern zu wollen, die ja doch nicht unwesentlich mit der eigenen inneren verbunden ist und darin sich auch die Wechselwirkung spiegelt. So kommt man ja in vieles rein oder auch wieder raus, indem man allem voran, es in sich ordnet oder anders anordnet.

Keiner kann wohl sagen, es gäbe nicht genug zu tuen für ihn, wie für jeden anderen, zuerst wohl bei sich und dann an sich und dann vielleicht auch allgemein für alle...

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Sachständigkeit - BG 9:17

Beitrag  Devino Melchizedek am Fr Mai 27 2016, 00:43

Bhagavad Gita 9:17

Yogananda:
In dieser Welt bin Ich der Vater, die Mutter, die Ahnen, der Erhalter, der Segnende, der alles umfassende Gegenstand der Erkenntnis, das Kosmische OM und auch das überlieferte Wissen der Veden.

Prabhupada:
Ich bin der Vater des Universums, die Mutter, der Erhalter und der Großvater. Ich bin der Gegenstand des Wissens, der Läuternde und die Silbe om. Ich bin auch das Rg, der Same und der Yajur Veda.

Reclam:
Bin Vater, Mutter dieser Welt,
Der Ahn, von dem die Ordnung stammt,
Der Om-Laut und die Sühnungskraft,
Die Veden-Dreiheit insgesamt.
---
Es wird wohl nicht so sehr ein persönlicher Bezug in dem Vers gemeint sein, als mehr eine Art Kosmischer Wiederhall, der der Bedeutung oder mehr einer Ordnung nach dahinter steht.

Kosmisch ist wohl alles eine große Familie, nur nicht im persönlichen Verhältnis zueinander, vielleicht könnte man es "in einem Sachständigem Verhältnis" nennen. Demgemäß wird man so damit auch zunächst, grundsätzlich oder auch immer, derart umgehen. Also an sich einfach nach dem, wie es sich an sich verhält.

Wahrscheinlich ist es gar nicht erst möglich, wirklich allein zu sein, wenngleich auch ebenso es mehr Sachständliche Verbindungen sein mögen und das hieße, ginge man mit ihnen auch entsprechend so um, und wäre in einem solchen Verhältnis dazu, kann es dazu führen, dass man sich gar nicht mehr allein verkommen könnte, auch wenn man mal eine längere Weile keinen direkt um sich haben sollte.

Alles als einen Teil von sich erfahren, nicht nur so sehen wollen oder so sehen, als wäre es einem seins, nein, mehr so, als wäre man diesem zugeneigt, so dass dieses wiederrum einem zugeneigt ist. Anders gesagt, dass man sich selber durch jenes zugeneigt ist, jenes aber auf seine Weise weiterhin auch Sachständig bleibt.

Noch etwas anders ausgedrückt, die eigene Nase steckt nicht in irgend welchen anderen Dingen, als mehr bei einem, und das obwohl sie doch jene einbezieht, aber alles doch noch weiter nach seiner Weise bestehen lässt, ohne in jenes reinzumengen. Die Sachständigen Dinge also weiterhin ihrer Sache dienen, als wäre nichts gewesen, also auch anderen, weiterhin genau so ihrer Art nach dienen können.

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Die eigenen Verhältnisse aufbauen - BG 7:14

Beitrag  Devino Melchizedek am Mo Mai 30 2016, 01:00

Bhagavad Gita 7:14

Yogananda:
Es ist wahrlich schwierig, sich dem Einfluss Meiner göttlichen kosmischen Hypnose zu entziehen, die mit den dreifachen Eigenschaften durchwoben ist. Nur wer in Mir (dem Kosmischen Hypnotiseur) Zuflucht sucht, wird von dieser Macht der Täuschung befreit.

Prabhupada:
Diese Meine göttliche Energie, die aus den drei Erscheinungsweisen der materiellen Natur besteht, ist sehr schwer zu überwinden. Aber diejenigen, die sich Mir ergeben, können sie sehr leicht hinter sich lassen.

Reclam:
Schwer zu durchdringen ist der Schein
Der gunahaften Zaubermacht;
Nur wer zu mir die Zuflucht nimmt,
Aus diesem Weltblendwerk erwacht.
---
Man kann ja durchaus auch erleichtert sein, dass es gewisse Einrichtungen des Geistes gibt, welche diejenigen hinreichend beschäftigt halten, die sonst auch wenig hilfreich zur Seite stünden, da die Ausrichtung und die Interessen (meist Eigeninteressen) damit auch wenig übereingingen u.ä...

Vieles braucht auch seine Zeit, denn hat man gewisse Stränge (Emanationen), an welche man angebunden (eingebunden) ist, kann man i.d.R. nicht einfach hingehen und sagen, jetzt sind es nicht mehr diese sondern jene da. Wenn man selbst in dem anderen nicht ist, dann ist man fremd dort, d.h., wenn man nicht an seiner inneren Anbindung zuerst arbeitet und diese nach und nach auf etwas umgestellt hat.

Es ist wohl meistens einfacher, sich durch irgend etwas beherrschen zu lassen, statt selber etwas auf sich zu nehmen. Doch kann dies langfristig auch so aufgebaut sein, dass es dem eigenen Nest entspricht und man kann das meiste dann laufen lassen und merkt dann, wenn etwas anderes auftaucht, was nicht hinein gehört und einem gar nicht entspricht.

Weniger geht es darum, wie man sich gibt oder wofür man sich auch immer hielte, sondern ganz direkt nach dem inneren Erleben, d.i. was durch irgend welche Stränge zu einem gelangt und transportiert wird.

Hat man sein eigenes Verhältnis zu den Dingen aufgebaut, dann wird man es auch merken, wenn etwas anders ist, ansonsten weiß man nie, welchen Einflüssen man ausgesetzt ist und woher sie entstammen oder sonst wie beigemengt oder untergeschoben sein können.

Denn so sehr man auch meint, etwas würde einem entsprechen, muss es das ja dadurch noch lange nicht. Eher anhand der Stränge, erkennt man es, denn daran, wonach einem mal mehr oder weniger ist. Denn sicher kann man sagen, dass die meisten der Überzeugung sind, alles würde ihnen entsprechen, was auch immer sie tuen, denn sonst würde ja das meiste gar nicht erst getan.

Und doch kann so viel Verblendung in der Welt nur existieren, weil die meisten doch nicht bei dem sind, was ihnen wirklich rein geistig entspricht. Und letztlich vielleicht ja doch, wenn man sich nicht um sein eigenes geistiges Heil sorgt und kontinuierlich daran arbeitet.

Devino Melchizedek

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Aufrichtiges Geben - BG 17:21

Beitrag  Devino Melchizedek am Do Jun 02 2016, 00:17

Bhagavad Gita 17:21

Yogananda:
Als rajasisch gilt ein Geschenk, das man nur widerstrebend macht oder in der Hoffnung, eine Gegengabe zu erhalten, oder um sich Verdienste zu erwerben.

Prabhupada:
Doch wenn die Spende in der Erwartung einer Gegenleistung oder mit dem Wunsch nach fruchttragenden Ergebnissen oder mit Widerwillen gegeben wird, gilt sie als Spende in der Erscheinungsweise der Leidenschaft.

Reclam:
Doch wer dabei Vergeltung sucht
Und nur der Gabe Frucht bedenkt,
Wer nur mit Widerwillen gibt,
Der hat aus "Leidenschaft" geschenkt.
---
Wenn man gibt, aber nicht voll und sich vorkommt auch noch toll,
dann behält man teilweise für sich, das weißt du und das weiß ich.

Möchte man saubere Verhältnisse drum haben,
dann sollte man vollständig geben, ohne zu fragen.
Was auch immer man drum gibt und nichts hält dabei zurück,
es wird dann einmal durchgereicht, bis es hin, auch wieder zu einem reicht.

So wie die Erde ziemlich rund, ist das Geben dann gesund,
wenn es einem gänzlich gleicht, im Kreise wird darum gereicht.
So muss es auch dann wiederkehren, wenn es tut sich ganz stark vermehren
oder es wird so weit gereicht, bis es jedem davon reicht.

Es muss nicht unbedingt das selbe sein,
von dem, wovon man gibt ganz frei,
denn meist hat man auch genug,
was man weggibt mit viel Mut.
Denn geben kann man, was man hat,
man's wieder leicht antreffen wird in der Tat.

Denn auch das Geben bildet einen Strang
und man braucht nicht geben mehr,
als man entbehren kann daher.
Damit der Reichtum wieder dann,
der von Natur aus schon entstand,
überall wird wieder verbreitet,
wie er vom Höheren ward bereitet...

Devino Melchizedek

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Gar nicht so viel, nur angemessen... - BG 5:13

Beitrag  Devino Melchizedek am Sa Jun 04 2016, 02:37

Bhagavad Gita 5:13

Yogananda:
Die verkörperte Seele, welche Herrschaft über die Sinne erlangt und sich innerlich von aller Tätigkeit gelöst hat, verbleibt glückselig in der Körper-Stadt der neun Tore; sie selbst führt keine Handlungen aus und lässt auch andere (die Sinne) nicht handeln.

Prabhupada:
Wenn das verkörperte Lebewesen seine niedere Natur beherrscht und im Geist allen Handlungen entsagt, wohnt es glücklich in der Stadt der neun Tore [dem materiellen Körper], und weder ist es der Handelnde, noch ist es die Ursache von Handlung.

Reclam:
Der Tat entsagend, thront der Geist
In der neuntor'gen Leibesstadt,
Er handelt nicht und lässt auch nicht
Vollbringen irgendeine Tat.
---
Die Gedanken, welche andere sich machten und hervorbrachten, als eigene verkaufen zu wollen, oder auch Ideale zu preisen, ohne selbst auch nur die Vorbedingungen zu diesen hin erfüllen zu wollen? Kann man zwar machen, muss man aber nicht. Das hat ja letztlich auch nicht wirklich etwas mit einem zu tuen. Wobei ja doch, aber nur das, was man selbst zu diesem hinzutat.

Womit wir beim Thema des "Tuens" wieder da wären, denn es gibt ja Verse aus der Bhagavad Gita, die einem sagen, man solle ja doch nicht tuen tuen. Ist es verwirrend oder kompliziert? Nein, genau genommen nicht. Denn es heißt nicht, man solle keine körperlichen Tätigkeiten mehr ausführen, umgekehrt, es wird an anderer Stelle sogar betont, dass man sich selbst ja nicht einmal versorgen könnte, wenn man eben nicht dafür sorgte.

Es heißt mehr nur, im Geiste zu entsagen und glücklich könnte man doch gar nicht im Körperlichen verweilen, wenn man an allerlei Mangel litte oder sich selber diesen beifügte.

Im Grunde kann man es so auffassen, dass man alles nach seinen technischen Bedingungen und Erfordernissen und nach seiner Art jeweils erfüllt, ohne etwas dort beizumengen, wie es nicht sein bräuchte oder dem entspräche.

Es ist oft viel weniger sogar erforderlich, als gemacht wird, was sogar oft mehr Schwierigkeiten bereitet, als dass etwas zu wenig getan würde. Vorausgesetzt, es wäre mehr das Notwendige und an passender Stelle und in angemessener Weise. Es ist vielleicht nicht unbedingt das, worauf man Lust hätte, aber man kann sich selber Lust auf dasjenige so lange machen, bis diese auch mehr an passender Stelle auftritt und somit auch mehr zuträgt, als wegträgt, von dem, wovon und was nur gebraucht wäre...

Devino Melchizedek

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Ausgleich und Transzendenz - BG 14:21

Beitrag  Devino Melchizedek am So Jun 05 2016, 01:45

Bhagavad Gita 14:21

Yogananda:
O Herr, woran erkenne ich einen Menschen, der die drei Eigenschaften überwunden hat? Wie verhält er sich? Und wie erhebt er sich über die drei Eigenschaften?

Prabhupada:
O mein lieber Herr, an welchen Merkmalen erkennt man jemanden, der zu diesen drei Erscheinungsweisen transzendental ist? Wie verhält er sich? Und wie transzendiert er die Erscheinungsweisen der Natur?

Reclam:
Nun sag, woran erkenn' ich den,
Der diese Dreiheit hat besiegt,
Wie lebt und wie bewirkt er,
Dass ihre Macht ihm unterliegt?
---
Transzendental zu etwas hin, heißt nicht sonst wie erhoben oder erhaben zum jeweiligen sich zu fühlen oder einen besonders ungewöhnlichen Tanz darum herum zu machen. Eher gerade, weil man auf den ersten Blick keinen großen Unterschied feststellt, denn es würde erstmal kein Aufsehens darum gemacht, ist etwas erst gegeben. Es würde einfach nichts daran liegen, vor allem vom Eigensinn her.

Allerdings ist es mit dem, dass weniger daran gelegen sei, noch nichts erwiesen. Denn auch an den Dingen, von denen man nichts versteht oder keinerlei Berührung zu diesen hat, liegt einem meist ja nicht so viel daran. Transzendental hieße aber wohl auch, dass man durchaus ein Verständnis davon hat.

Oft ist es ja schon ein Hindernis, dass man denkt, es oder etwas müsse so und so und so sein, doch ist das ja schon Beleg genug, dass man gar nicht erst mit diesem übereinkommen kann und in wirklichen Kontakt dazu wäre.

Erst einmal also hinkommen und so lange sich verhalten verhalten, bis man wirklich damit zu tuen hat, dann gibt es immer noch genug Spielraum, sich zu vertuen, so dass man dem gar nicht erst vorweg greifen braucht. Aber es gibt dann zumindest auch die Chance, es oder etwas so zu erkennen, wie dieses auch erfahrbar ist.

Zuerst heißt es wohl Ausgleich schaffen, etwas dort hinbringen, wo es hingehört, etwas freisetzen, wo es hinpasst, damit sich finden kann, was zusammen gehört, damit man selber nicht das stört, weil es zu einem nicht gehört. Ebenso auch alles zusammen zu sammeln, was beisammen oder zu einem gehört.

Erst nach dem Ausgleich, was wohl allerlei Transzendenz vorweg geht, geht es meist auch von selbst, dass man das, was einem vielleicht viel abverlangte, auch so belassen möchte, wie es sich zusammenfügt und einem nicht weiter daran gelegen sein wird, etwas daran zu verändern. Und wenn einem nichts daran liegt, kann man hinsichtlich dem dann mal in die Transzendenz kommen.

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Kommt es auf die Größe an? - BG 9:13

Beitrag  Devino Melchizedek am Mi Jun 08 2016, 00:54

Bhagavad Gita 9:13

Yogananda:
Doch die Mahatmas (die "großen Seelen"), o Sohn der Pritha (Arjuna), die göttliche Eigenschaften zum Ausdruck bringen, widmen Mir voller Ehrfurcht ihr ganzes Denken; sie kennen Mich als den unvergänglichen Quell allen Lebens.

Prabhupada:
O Sohn Prthas, diejenigen, die nicht verblendet sind, die großen Seelen, stehen unter dem Schutz der göttlichen Natur. Sie sind vollständig im hingebungsvollen Dienst beschäftigt, da sie Mich als die Höchste Persönlichkeit Gottes kennen, die ursprünglich und unerschöpflich ist.

Reclam:
Die Edlen, göttlicher "Natur"
Verbunden, mit beständ'gem Sinn,
Erkennen mich als Weltengrund,
Mich, der ich unvergänglich bin.
---
Und manchmal kommt es eben doch auf die Größe an. Diese mag zwar sich auf vieles in verschiedener Weise beziehen, aber in dem Falle gehen wir mal von der Masse aus. Ist etwas weitreichend oder umfassend genug, dann ist genug darin enthalten, um auch etwas bei sich zu führen, was für alle, für die meisten oder für viele wesentlich ist oder etwas des Nützlichen stets enthalten wird.

Zumindest ist das immer eine mögliche Option. Allerdings lässt sich das Meiste auch in Bestandteile auflösen oder der "persönliche Bezug" dazu aufheben, so, dass es doch erforderlich wird, es nicht als gegeben anzunehmen, sondern mindestens immer bereit zu sein, etwas, viel oder auch alles dafür zu geben.

Denn oft beruht es nicht gerade auf dem, was auf einer "persönlichen Zugehörigkeit" beruht, sondern mehr auf dem, was am meisten geeignet dazu bereit ist und zur Verfügung steht. Es geht ja nicht vom unwesentlichsten zum wesentlichsten, sondern umgekehrt.

Da letztlich auch alles, was wirklich ist, in irgend einer Verbindung zu allem anderen stehen wird, was auch wirklich ist, ob nun nah oder fern, ist alles am Ende auch alles und zu allem irgendwo gehörig, nur eben mehr oder weniger direkt.

Somit bleibt es einem nur, sich für dies oder jenes als hinreichend tüchtig zu erweisen. Nicht in irgend einer beliebigen Art und Weise, sondern in der dafür jeweils angemessenen.

Für den Menschen, den, der hier ist und ohne den das hier-sein kaum einen Zweck erfüllen wird, kommt es nicht wirklich auf die Größe an, denn wie groß kann er schon sein? Ob nun 1,50 Meter oder 1,80 oder selbst auch 2,50 Meter, er unterscheidet sich dadurch von dem, was ihn inhärent begleitet, doch nur unwesentlich von allen anderen, ausgenommen der Erscheinung nach.

So kommt es für einen als Menschen mehr nur darauf an, seinen Part zu erfüllen und diesem mehr gerecht zu werden. Und dann kommt das hinzu, was hinzu kommen kann und was ebendrum hinzukommt...

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Feierlichkeiten - BG 12:15

Beitrag  Devino Melchizedek am So Jun 12 2016, 00:24

Bhagavad Gita 12:15

Yogananda:
Wer die Welt nicht stört und wen die Welt nicht stören kann, wer frei von Überschwang und Eifersucht, von Argwohn und von Sorge ist - wahrlich, der ist Mir lieb.

Prabhupada:
Derjenige, der niemanden in Schwierigkeiten bringt und der sich von niemandem verwirren lässt, der in Glück und Leid, Furcht und Sorgen, ausgeglichen bleibt, ist Mir sehr lieb.

Reclam:
Vor wem die ganze Welt nicht bangt,
Wer vor der ganzen Welt nicht bangt,
Wer ohne Freude, Neid und Angst,
Auch der hat meine Huld erlangt.
---
Die Welt (vor allem Europa-bezogen) hat sich wieder eingetroffen, um den Fußball zu zelebrieren und jedenfalls eigentlich, diesem ein Fest zu bereiten. Doch wird die Stimmung nicht selten wohl auch überreizt, wenn es mehr in dem ausartet, sich in irgend einer Weise gehen zu lassen oder einfach das ein oder andere Maß zu überschreiten.

Jedenfalls, selbst wenn man dem Fußball sonst vielleicht nicht so nahe stehen mag, schön ist es doch, wenn es Nationen in irgend einer Richtung zu verbinden vermag und vielleicht doch eine feierliche Stimmung stellenweise aufkommen sollte.

Wenn man noch nicht so recht eine friedliche und feierliche Atmosphäre kennen gelernt haben sollte und es mal erleben möchte, dem sei durchaus mal ein Abendmahl der ZJ anempfohlen. Jedenfalls, sollte man dazu eine Einladung erhalten und Gelegenheit haben und auch Zugang zu solcher Art Dinge.

Würde so eine Stimmung ansatzweise im Nationalen (Fußball oder auch etwas anderem) Einzug halten, wäre allerlei Unfriede schnell dahin und es könnte mehr auch zu einer Feierlichkeit werden, ohne oder mit viel weniger Nebenwirkungen.

Überhaupt könnte ja sogar jeder Tag ein Tag der Freude und Feierlichkeiten werden, wenn die Mehrheit sich einfach dazu entschließen würde. Was wohl auch mit sich bringen müsste, einiges auszuräumen und zu verändern, von dem, womit unnötiges Leid in der Welt entsteht und besteht, wenn es behoben oder wesentlich eingedämmt wäre, und der Mehrheit somit weniger im Wege stünde...

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Mond und Sonne sind dir Augen - BG 11:19

Beitrag  Devino Melchizedek am Do Jun 16 2016, 00:36

Bhagavad Gita 11:19

Yogananda:
O Du, der Du keinen Körper hast,
Der keine Geburt kennt und keinen Tod,
Ich seh Deine unendlichen, tätigen Arme,
Ich seh Deine Augen als Sonnen und Monde
Als Sterne am Himmel,
Die ewig auf mich herabschauen.
Dein Mund speit lodernde Flammen aus,
Wenn Du das OM, Deinen Kosmischen Namen, sprichst.
Dein selbst erschaffener Glanz bewahrt vor Gefahr,
Erwärmt die fernsten Winkel der Schöpfung.

Prabhupada:
Du hast keinen Anfang, keine Mitte und kein Ende. Deine Herrlichkeit ist unbegrenzt. Du hast zahllose Arme, und die Sonne und der Mond sind Deine Augen. Ich sehe Dich mit loderndem Feuer, das aus Deinem Mund kommt; durch Deine Ausstrahlung erhitzt Du das gesamte Universum.

Reclam:
Mond und Sonne sind dir Augen,
Arme reckst du ungeheuer,
Opferflamme loht vom Mund dir,
Sengt das All mit ihrem Feuer.
---
Nimmt man die Planeten und Sonnen als Logoi, dann sind sie in ihrem Bewusstseins-Aspekt durchaus Augen und Ohren, für das, was darüber geht. Ähnlich dem, wie auch wir Augen und Ohren für den Logos sind, der das Spielfeld stellt, als Sonnen- oder Planetenlogos, und nach den Aufgaben, die diese übernommen haben und dies für sehr lange Zeit.

Man kann diese unterstützen, in dem man bei ihren Aufgaben und ihrem Werk mithilft oder ggf. dieses erschweren. Man sollte denen, die Aufgaben übernommen haben, welche man selbst nicht übernommen hat, aus welchem Grunde auch immer, sicherlich nicht unnötig diese erschweren.

Das diese (die Logoi) Erfolg haben werden, ist zwar gewiss, denn es liegt wohl weniger am einzelnen Individuum, welches nur verhältnismäßig kurzweilig das Spielfeld betritt, daran etwas auch nur ändern zu können. Und doch, wie der Mensch, als Mensch auch göttlich ist, und dafür da ist, auf seiner Ebene stellvertretend zu agieren, ist der Anteil ja beträchtlich, denn es ist letztlich ein Anteil an allem, was da ist.

Manche Rollen kann man sich auswählen, manche jedoch nicht, denn es gibt nur die, die in einer Hinsicht vergeben werden, und man kann sie auch nicht streitig machen, wenn einem nicht gerade die Rolle, d.i. die Aufgabe, zuteil wurde, diese zu verteilen. Und doch kann so manches parallel nebeneinander verwirklicht werden und manches davon ist dann vielleicht sogar an keine Aufgabe oder Rolle gebunden, welche für lange Zeit eingenommen oder übernommen werden muss.

Aber auch die Verwirklichung großer Träume, beginnt mit einem kleinen Schritt in die entsprechende Richtung, und Aufgaben finden sich gewiss genug, mit allem und für alles, was einer entsprechenden Aufgabe gewachsen ist...

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Der Zeuge - BG 9:18

Beitrag  Devino Melchizedek am Sa Jun 18 2016, 00:53

Bhagavad Gita 9:18

Yogananda:
Ich bin das Endgültige Ziel, der Erhalter, der Meister, der Zeuge, das Obdach, die Zuflucht und der Eine Freund. Ich bin der Ursprung, die Auflösung, die Gründung, der Kosmische Speicher und der Unzerstörbare Same.

Prabhupada:
Ich bin das Ziel, der Erhalter, der Meister, der Zeuge, das Zuhause, die Zuflucht und der beste Freund. Ich bin die Schöpfung und die Vernichtung, die Grundlage von allem, der Ruheort und der ewige Same.

Reclam:
Ziel, Retter, Zeuge, Herr und Freund,
Schutz, Zuflucht, Hort der ganzen Welt,
Ihr Same, Anfang, Untergang
Und das, was sie zusammenhält.
---
Was kann wohl "eine Zeuge" im wesentlichen so alles bedeuten?

Um etwas zum Abschluss zu bringen, braucht man gelegentlich einen Zeugen. Wird etwas erledigt, und es ist nichts, was man offensichtlich hinterlässt oder mitnehmen könnte, und es gäbe keinerlei Zeugen dafür, woher gäbe es dann irgend einen Erweis deswegen?

Gewiss muss der Zeuge nicht materiell sein (und dadurch womöglich von irgend einer Art von Verfallsdatum bedroht), sondern wird meistens sogar geistig sein. Wie der Heilige Geist, ein Zeuge für Gott ist, so ist die Seele unter anderem Zeuge für den Menschen unter sich.

Ebenso können auch eine überwachende Wesenheit oder wohl auch Engel, die Rolle eines Zeugen einnehmen. Andererseits kann es auch der Äther oder eine Art Stoff oder Substanz sein, oder jedenfalls etwas, was einen Aggregatszustand annehmen kann (speziell dahingehend).

Wobei es ja mehr dort ist, wo etwas verbleibt, wird es mitgenommen, dann muss eine Art Eigenheit entstehen. Und wo es weder in Substanz geht, noch in die Eigenheit, dort wird ein Zeuge erforderlich. Vielleicht auch eine Art Wächter, ebendort, wo es z.B. mit Räumlichkeiten zu tuen hätte, ggf. für eine bestimmte Schwelle, um zu bezeugen, wer und was alles die Schwelle passieren konnte und fernerhin kann.

Sicherlich kann man alles als gegeben annehmen und sich um allerlei nicht weiter scheren, allerdings (um bei einem gerade geläufigen Thema/Schwerpunkt anzuknüpfen), könnte man dann kaum sagen, man hätte es mit den Dingen an sich selbst zu tuen, ohne auch nur die geringste Ahnung von den Dingen wie sie sind zu haben.

Oder auch, als wäre man alles nur selbst oder als wäre alles nur einem eigentümlich, oder man hätte nur lauter Rechte, doch keinerlei Pflichten zugleich (wohingehend auch immer). Dabei ist vieles oft weniger mit einem zu tuen und auch nichts mit Idealen oder ist auch nicht an moralischen Vorstellungen aufgehängt, sondern rein technisch zum jeweiligen gehörig und einfach nur so, wie es erschaffen und wozu es bestimmt ist, u.dgl.m...

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Das Bewegliche und Unbewegliche - BG 11:43

Beitrag  Devino Melchizedek am Mi Jun 22 2016, 01:42

Bhagavad Gita 11:43

Yogananda:
Du bist der Vater aller Wesen, der lebenden und der unbelebten. Kein anderer als Du ist der Anbetung würdig, o Erhabener Guru! In den drei Welten ist niemand Dir gleich. Wer könnte Dich übertreffen, o Allmächtiger und Unvergleichlicher?

Prabhupada:
Du bist der Vater der gesamten kosmischen Manifestation, des Beweglichen und des Unbeweglichen. Du bist ihr ehrwürdiges Oberhaupt, der höchste spirituelle Meister. Niemand kann Dir gleichkommen, und niemand kann eins mit Dir sein. Wie also könnte es in den drei Welten jemanden geben, der größer ist als Du, o Herr unermesslicher Macht?

Reclam:
Du bist Vater aller Dinge,
Herr von allem, was da lebet,
Keiner gleicht dir in den Welten,
Dir, vor dem das All erbebet.
---
Wenn man schon über Zeit, Raum und andeutungsweise über Ewigkeit spricht, ist dieser Vers der Bhagavad Gita doch außergewöhnlich. Vor allem, die Aussage hinsichtlich "dem Vater des Lebenden und des Unbelebten" bzw. "des Beweglichen und des Unbeweglichen".

Denn was lebt, in Raum und Zeit, bewegt sich auch. Wenngleich das, was sich nicht darunter befindet, vielleicht sich noch schneller bewegt, als das es vielleicht noch unter Bewegung zählte? Bewegung nicht zu sehr im wörtlichen Sinne, von A nach B zu marschieren, sondern jede Ausdehnung findet im Raum statt und wäre ohne dem nicht denkbar (wenn man vom messbaren, fassbaren und sichtbaren ausginge). Allerdings wäre es dann auch ohne eine Art Zeitachse nicht denkbar, da sonst es unbeweglich dahingehend wäre und ohne Veränderung bliebe.

Nur was hieße dann auch noch "Vater des Unbelebten" oder "Vater des Unbeweglichen"?
Sind es nun die Dinge, die einfach nur Gegenstände sind und sind diese tatsächlich gänzlich unbeweglich (hinsichtlich der Schwingung der Atome) oder nur das, was nicht manifestiert ist, aber wo wäre es dann nur und wäre nicht doch eine Art Raum da, worin es wäre?

Allerdings wollen wir uns gar nicht erst in der Unermesslichkeit der Dinge versteigen, und von Dingen an sich selbst reden suchen, die alles, was aussagbar ist, ohnehin als Dingen an sich selbst nicht beiwohnete und übersteigen würde, und daher es wohl auch sehr teuer wäre, es so anzufassen.

Viel einfacher ist es also, es rein beim Philosophischen zu belassen, denn selbst bereits religiös es anzufassen und aufzufassen, ist nicht so ohne, da es ja gewisse Bedingungen zu erfüllen gilt, um dem Anspruch genüge zu leisten. Denn nicht ohne Grund heißt es "Niemand kann dir gleich kommen", was meinte, wer will den Wettlauf in der Zeit, geschweige denn außerhalb aufnehmen oder gewinnen, und soweit alles verwirklichen, um auch in der Hinsicht tatsächlich von den Dingen an sich selbst zu reden?

Deswegen eben so schlicht wie möglich, so viel wie nötig abhändeln, bevor man sich die Reise wegen ein paar Kleinigkeiten sehr lang macht und es auch gar nicht bräuchte um doch deutliche Fortschritte zu machen, indem, wie es zu seiner Zeit und in dem Rahmen am besten geht.

Denn die, die nichts wissen, glauben oft alles zu wissen, weil nichts bereits alles für sie ist.

Die, die einiges Wissen, können so viel meist unterscheiden, dass sie eigentlich nichts wissen, im Verhältnis zu all dem, was es alles noch gäbe (nicht nur der Aussage nach, sondern auch der Einsicht nach).

Und dann muss es, wenn es solche und solche gibt, auch die geben, die ein Verständnis und ein Verhältnis von den Dingen und zu den Dingen an sich selbst haben, davon weisen Gebrauch üben, weil sie gar nicht mehr anders können können und reden nicht darüber, oder nurmehr in rätseln, damit alles geschützt bleibt, oder als Dinge an sich selbst bleiben kann (vor dem auch, was sonst keinen weisen gebrauch davon zu machen wüsste u.dgl.m.).

Tja, und warum?
Vielleicht, weil die Ewigkeit ewig vor sich geht.. und dies ist auch gut so und bedarf auch keiner Veränderung...

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Unvoreingenommenheit - BG 9:29

Beitrag  Devino Melchizedek am Fr Jun 24 2016, 01:28

Bhagavad Gita 9:29

Yogananda:
Ich bin allen Wesen gegenüber gleich unvoreingenommen. Keinen betrachte Ich als hassenswert und keinen als liebenswert. Doch jene, die Mir ihr Herz in Liebe schenken, leben in Mir, und Ich lebe in ihnen.

Prabhupada:
Ich beneide niemanden, noch bevorzuge Ich jemanden. Ich bin allen gleichgesinnt. Doch jeder, der Mir in Hingabe dient, ist Mein Freund, ist in Mir, und auch Ich bin sein Freund.

Reclam:
Zu allen Wesen steh' ich gleich,
Bin keines Freund und keines Feind,
Doch wer mich gläubig ehrt, der bleibt
Mit mir wie ich mit ihm vereint.
---
Die Unvoreingenommenheit ist durchaus ein Tribut an die eigene Freiheit, weniger hat es sogleich etwas mit anderen an sich zu tuen, denn letztlich ist es das eigene Verhalten am Ende, was sich nach außen hin zeigt, die Unvoreingenommenheit zählt davor bereits und mehr auch zur eignen Inhärenz gehörig.

Denn wie die eigene Initiative zum Handeln, die sich am besten sogar bei den schlichten Alltäglichkeiten üben ließe, denn ist es etwas Größeres, dann ist sehr schnell auch etwas anderes mit dabei, und wenn es auch einem die Überzeugung beließe, es wäre nur eigene Initiative, ist es nicht selten so, dass viel mehr hinein spielt.

Nicht sehr viel anders verhält es sich mit der Unvoreingenommenheit. Es ist oft eine Sache der Übung nur, bis man ganz natürlich sich daran hält, ohne darüber auch nur nachzudenken, denn auch dass kann schnell dazu führen, dass man sich vielleicht vom Intellektuellen her dazu überzeugte, etwas als Unvoreingenommen anzunehmen, die Instinkte oder das Unterbewusstsein sprechen womöglich doch noch eine andere Sprache.

In dem Zusammenhang ist auch anzunehmen, dass das Gegenteil, d.i. eine positive Eingenommenheit erst dann ihr volles Gehalt entfaltet, wenn es nicht aufgrund diesem und jenem nur ist, wie eine Art von Schuldigkeit, sondern nebst dem, was einen dazu führte, auch etwas ist, was man selbst aus sich heraus macht, nahezu so, als wäre da nichts, was einen erst dazu gebracht hat.

Denn was hätte auch mehr bei sich, etwas, was als eine Reaktion entstünde? Oder etwas, was aus etwas grundsätzlicherem entstanden ist und die Reaktion selbst sich darin aufhebt? Es ist wohl immer das mehr, was grundsätzlich hervorgebracht und dann eben anstelle von Reaktion, diese ggf. nur als Anlass nimmt und beachtet, aber nicht sich von dieser bestimmen oder als Gesamtes nur dadurch aufrufen ließe...

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Selbstgenügsam - BG 12:18,19

Beitrag  Devino Melchizedek am So Jun 26 2016, 02:00

Bhagavad Gita 12:18,19

Yogananda:
Wer sich ruhig und gelassen verhält gegenüber Freund und Feind, bei Bewunderung und Beleidigung, bei Hitze und Kälte, bei Lust und Leid; wer keine Bindungen mehr hat, wem Lob und Tadel nichts bedeuten, wer ruhig bleibt und leicht zufrieden ist, an keiner Häuslichkeit hängt, von friedlicher Gesinnung und voller Andacht ist - der ist Mir lieb.

Prabhupada:
Wer Freunden und Feinden gleichgesinnt ist, wer bei Ehre und Schmach, Hitze und Kälte, Glück und Leid sowie Ruhm und Schande Gleichmut bewahrt, wer stets frei ist von verunreinigender Gemeinschaft, wer immer schweigsam und mit allem zufrieden ist, wer sich nicht um eine Unterkunft sorgt, wer im Wissen gefestigt ist und sich in Meinem hingebungsvollen Dienst beschäftigt - ein solcher Mensch ist Mir sehr lieb.

Reclam:
Wer gleich sich bleibt bei Freund und Feind,
Wer Gleichmut zeigt bei Freud' und Leid,
Verachtung, Ehre, Kalt und Warm,
Vom Drang der Leidenschaft befreit;

Wer Lob und Tadel still nimmt hin,
Wen nicht die Sucht nach Mehr bewegt,
Wer keine Sorg' um Obdach hat,
Wes festen Sinn nichts mehr erregt...
---
Was hält einen davon ab, ein friedliches Leben, als Mensch unter Wahrung seiner Menschlichkeit zu führen? Ist es irgendwelches heldenhaftes Betragen, was man unbedingt braucht, und wofür dieses? Denn letztlich kann man die selben Errungenschaften stillschweigend bei sich führen und hat seinen Frieden damit.

Macht man viel aufsehen darum und fängt an sich damit zu brüsten, dann fordert man nur heraus, sich um das sorgen zu müssen und darum zu ringen und zu kämpfen, was gar nicht Thema wäre, wenn man alles an seinem rechten Platz beließe.

In vielem macht man sich unnötig das Leben schwer, und hat man sich erst einmal aufwändig etwas erarbeitet, dann ist man weniger geneigt leichtfertig damit umzugehen, als wenn man nicht viel dafür tuen brauchte. So kann es vorkommen, dass man allerlei unnötig verprasst, ohne eine Ahnung, woher man es überhaupt hatte und was man vielleicht vor langer Zeit dafür tuen musste.

Überhaupt ist derzeit die Zeit, wo viel zu leichtfertig vieles einfach angenommen und damit umgegangen wird, weil die Zeiten so sind, dass es da ist, aber nicht offensichtlich ist, wie lang der Weg war, dorthin zu kommen oder woher es überhaupt ist. Vielleicht ist eine Gabelung, und so schnell wie alles kam (ohne einzusehen wie lang der Weg zuvor vielleicht war), ist es auch vorbei und ebenso schnell hat man sich vielleicht für unzählige Jahre und auch Jahrhunderte oder noch viel länger in etwas reingesteigert (und wie lange der Weg so künftig wird um wieder dort rauszukommen, wo man bereits einfach hätte sein können, wenn man dabei bliebe), wodurch der Reise Ende dann nicht absehbar ist.

Also weg vom Großspurigen, zum grundsätzlich Menschlichen und schon steht es weniger auf dem Plan und auch weniger auf dem Spiel, aber es heißt nicht gleich wenig, sondern vielleicht auch viel, aber es bleibt halt wo es ist, soweit wie man's auch mal vergisst, doch ist es da, wenn es gebraucht, man es jedoch nicht sinnlos verbraucht...

Es gibt auch so hinreichend, was man mal reingedrückt bekommt, z.B. irgend welche rotzigen Erkältungen. Damit kommt es einem auch so vor, als würde so lange gedrückt und geschoben, bis es von innen her nach außen ankommt und sich ausdrückt. Doch erlebt man es immer wieder so, dass es erst innerlich da ist und sich alles ankündigt, auch wenn nicht viel Zeit bleibt, zu entscheiden, wie damit umgehen. Manchmal reicht es, sich auf etwas anderes zu konzentrieren und weiter zu machen als wäre nichts und es verschwindet wie eine Art Einbildung, manchmal reicht es eben nicht aus, und der Rotz muss einfach raus...


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Herz und Sinn - BG 18:61

Beitrag  Devino Melchizedek am Di Jun 28 2016, 00:34

Bhagavad Gita 18:61

Yogananda:
O Arjuna, der Herr wohnt in den Herzen aller Lebewesen und zwingt sie alle durch Seine kosmische Täuschung (Maya), sich im Kreise zu drehen, als seien sie an eine Maschine gekettet.

Prabhupada:
Der Höchste Herr weilt im Herzen eines jeden, o Arjuna, und lenkt die Wege aller Lebewesen, die sich auf einer Maschine befinden, die aus materieller Energie besteht.

Reclam:
Der Herr, der in den Herzen weilt,
Durch seiner Maya Wundertat
Lässt tanzen aller Wesen Schar
Wie Gliederpuppen an dem Draht.
---
Das Herz als innerster Beweggrund?
Und alles, was nicht genug in die Tiefe kommt, wird von der Maya heimgesucht, berührt, verführt und für Maya-Zwecke eingespannt, bis man diese überwunden hat und tief genug kommt.

Es kann nur im Sinne des Schöpfers sein, dass die Schöpfung sich in die Vertiefung begibt, worin sie sich selbst erkennen kann, d.h. sich dort ihrer selbst bewusst wird und darin erwacht. Und der Tiefe muss kein Ende geben, denn der Schöpfer geht ja mit. Denn dadurch und gerade darin, wird auch das Göttliche erkannt und das in einem größeren Umfang, als ohnedem.

D.h. es kann nur im Sinne des Erfinders sein, vielleicht entgegen manch kirchlicher Organisation, die sich damit erübrigen würde, wenn sie nicht eben dazu beiträgt, dass jeder Teil der Schöpfung zur größten Eigenständigkeit und Selbsterkenntnis kommt. Denn erst dadurch erkennt die Schöpfung den Schöpfer im umfänglichsten Licht und wird von diesem ebenso erkannt darin, worin sich diese selbst erkannt hat, und weniger als dies kann kaum ein Ziel eines intelligenten Schöpfers sein.

Auch hier aber muss alles ausgesiebt werden (d.h. von neuem und besserem Ansatze ausgehend wieder anfangen), was dahin nicht kommt oder vielleicht auch nicht kommen kann, weil es nicht beim richtigen Ansatz anfängt oder hinreichend auf eigenen Füßen steht. So ist die Maya wie ein Polizist, der alles rauswinkt, was sich winken lässt, bis man merkt, "oh, der winkt einen ja eigentlich gar nicht raus, der winkt einen ja nur vorbei", wenn man ihn aus dem richtigen Blickwinkel anschaut...

Und so tanzen die Puppen dem nach, was sie antreibt, und so auch alle anderen Dinge nach ihrer Art. Vom Herz über Sinn, vom Ende wieder zum Beginn, ist alles drin und einmal dran, bis es hat alles hinter sich doch irgendwann...

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Entlang der Reiseroute - BG 9:21

Beitrag  Devino Melchizedek am Do Jun 30 2016, 23:33

Bhagavad Gita 9:21

Yogananda:
Doch nachdem solche Wesen in den Genuss der herrlichen höheren Sphären gekommen sind, kehren sie, wenn ihr gutes Karma aufgebraucht ist, zur Erde zurück. Sie befolgen die Gebote der heiligen Schriften, sehnen sich nach Freuden (den versprochenen himmlischen Belohnungen) und beschreiten auf diese Weise den zyklischen Weg (zwischen Himmel und Erde).

Prabhupada:
Wenn sie auf diese Weise unermessliche himmlische Sinnenfreuden genossen haben und die Ergebnisse ihrer frommen Handlungen erschöpft sind, kehren sie zurück zu diesem Planeten des Todes. So erlangen diejenigen, die nach Sinnengenuss streben, indem sie die Prinzipien der drei Veden befolgen, nur wiederholte Geburten und Tode.

Reclam:
Sind erschöpft ihre Verdienste,
Stürzen sie zur Erde nieder,
Vedagläub'ge Wünsche hegend
Gehen und kommen sie stets wieder.
---
Was veranlasst die Seele, aus himmlischer Glückseligkeit hinabzusteigen und einen Inkarnationszyklus im herkömmlichen Sinne zu beginnen? Auch auf die Gefahr hin, sich womöglich karmisch zu verstricken, sich in irgend einer Weise zu binden oder auch sich länger irgendwo zu verpflichten?

Wenn man es genauer betrachtet, verliert die Seele ja nichts, sondern alles, was sie daraus gewinnt, wird zugefügt und daher nicht weniger, auch das was immer bleibt, bleibt ja immer erhalten und kann daher auch nicht weniger werden.

Davon abgesehen geht jedes begonnene Spiel auch zu Ende, denn alles was durch einen Anfang bedingt wird, findet auch ein Ende, vom reinen Göttlichen und der Herkunft daraus abgesehen. So oder so rum, gibt es nicht die Sorge, nicht irgendwann doch zum Ursprung zurück zu kehren, von dem jedenfalls der irgendwo erreicht ist. Nur reicher durch alles, was irgendwo eingesammelt werden konnte.

Wie es an sich so ist, dass die ein oder andere Tür erst eröffnet oder manch Pforte erst durchschritten sein muss oder darf, doch reicht es auch der Seele nicht aus, bei dem nur zu verharren, was sie einst erreicht hat. Denn ereifert man sich im Göttlichen, heißt es fortwährende Entwicklung und Ausdehnung, ganz dem Vorbilde nach. Und es kommt in der einen oder anderen Weise auch immer etwas hinzu oder erweitert sich, wie auch alles seiner Vollendung entgegen strebt.

So wie es Ebenen gibt, so auch gewisse Dinge, die man erreicht, sind daher mit der ein oder anderen Ebene auch mehr oder weniger verbunden. So führt das ein und andere auch nach oben. Basiert es mehr nur auf den Taten, ist es eine Sache, hat man vollends den Hebel umgelegt und etwas verwirklicht, dann bleibt es einem, anstelle dem, dass man selbst nur bei diesem zeitweilen verbleibt.

Und dann geht die Reise auch schon wieder weiter, und man verweilt in einem Falle wo man möchte, im anderen Falle wo man kann...

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Die Frucht der Erfahrung - BG 19:60

Beitrag  Devino Melchizedek am So Jul 03 2016, 02:48

Bhagavad Gita 19:60

Yogananda:
O Spross der Kunti (Arjuna), du bist durch dein eigenes Karma und die dir angeborene Natur gebunden; was du aufgrund deiner Täuschung nicht zu tun gewillt bist, wirst du unwillentlich zu tun gezwungen sein.

Prabhupada:
Aufgrund von Illusion weigerst du dich jetzt, Meiner Anweisung gemäß zu handeln. Doch gezwungen durch die Handlungsweise, die deiner eigenen Natur entspringt, wirst du dennoch genau auf die selbe Weise handeln, o Sohn Kuntis.

Reclam:
Es bindet dich, o Kunti's Sohn,
Der angeborene Beruf;
Auch wider Willen musst du tun,
Wozu dich das Gesetz erschuf.
---
Aus allem was da ist, dass zum Beweggrund führt und anregt, wird oft a priori nicht zu unterscheiden sein, was nun das ist, was wirklich aus einem ist, oder nur das, was auf einem ist oder durch einen kommt und geht.

Es ist auch nicht immer ausschlaggebend, denn was da ist, ist da, damit etwas daraus gemacht wird. Sei es dazu geeignet, es weiter auszudehnen oder nur um es frei zu setzen oder eben darum nichts damit zu machen. Ob mit Anstoß oder ganz von selbst, wenn es einen durchzieht oder durchdringt, dann wird man meist nicht umhin kommen, irgendwie damit umzugehen.

Oft erscheint einem etwas als klug, ist es aber nicht, oft kommt einem etwas als unklug vor, ist es aber auch nicht. Es ist jedenfalls nicht unklug, sich anzugewöhnen sich mit dem, was vergangen ist, und auch wenn man davon nichts mehr wissen möchte (oder gerade dann), eine Nachbetrachtung daraus zu ziehen (auch Rudi Steiner empfiehlt vorm zu Bette gehen, einen Tagesrückblick, eine Art reflektierende Tagesrückschau vorzunehmen).

Denn zum einen lernt man, wie man ähnliches besser machen kann, zum anderen erschließt sich manches a posteriori vielleicht weit eher, zumindest mehr, auch was es ggf. zu bedeuten hatte, als man zuvor einsehen konnte. Vor allem wenn es ohnehin einen unterbewusst oder unbewusst weiter beschäftigt, dann kann man sich diesem auch bewusst stellen und sich damit auseinander setzen. Und wieso sollte man die Frucht der Erfahrung einfach liegen lassen, ohne sie einzusammeln?

Da man immerhin in gewisser Weise mittels des Erlebens, dafür auch bezahlt hat, und es noch etwas anderes ist, als wenn man nachdem ginge oder an dem hinge, auch aus dem etwas ziehen zu wollen, wozu man gar nichts beigetragen hätte u.ä.. es geht nicht im eigentlichen um eine Frucht, als mehr um das Lernen an sich, aus dem, wo oft viel Lernpotenzial auf der Strecke liegen bleibt...

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Bedeutung: Dualität und Gegensatz - BG 4:22

Beitrag  Devino Melchizedek am Mo Jul 04 2016, 23:52

Bhagavad Gita 4:22

Yogananda:
Der Handelnde ist frei vom Karma, wenn er mit allem, was auf ihn zukommt, zufrieden ist; wenn er sich über die Dualität erhebt, keine Eifersucht, keinen Neid und keine Feindschaft hegt und wenn er Gewinn und Verlust gleichmütig hinnimmt.

Prabhupada:
Wer mit Gewinn zufrieden ist, der von selbst kommt, wer von Dualität frei ist und keinen Neid kennt und wer sowohl bei Erfolg als auch bei Misserfolg ausgeglichen bleibt, wird niemals verstrickt, obwohl er handelt.

Reclam:
Wem, was von selbst sich beut, genügt,
Wer keinen Gegensatz mehr spürt,
Wem gleich sind Fehlschlag und Erfolg,
Der wird vom Handeln nicht berührt.
---
Ist Dualität und Gegensatz das gleiche?

Bei der Dualität ist es mehr auf jemanden (d.h. auch auf einen selber z.B.) bezogen, beim Gegensatz hingegen mehr auf etwas (außerhalb von einem, einen Gegenstand oder eine Sache hin) bezogen.

Dualität ist das, wo man gespalten sich hinsichtlich etwas sieht (bzw. es mehr ist und es gerade nicht sieht), und zwei verschiedene Seiten oder Teile einer Sache für sich nicht annehmen kann. Entweder weil man im Widerstand zu einer Seite davon ist, oder eine Seite davon so sehr bevorzugt (mittels Verlangen z.B.), dass man die andere (vielleicht technisch notwendig dazugehörige) Seite nicht als eben solche und diesem gleichwertig zugehörig annehmen kann.

Dualität ist auch eine Art Ort, wo es keinen Frieden gibt, weil immer eine Partei gegen eine andere sich aufreibt. Wenn man selbst sich dort platziert und hineinbegibt, dann geht es immer nur um siegen oder verlieren. Denn Sieg heißt darin auch nur, zu verlieren, nämlich die Ganzheit oder Einheit von sich selbst hinsichtlich dessen, und nie ist der Gewinn etwas Vollständiges (der Gewinn liegt dann darin, dort gar nicht erst zu kämpfen, sondern rauszugehen).

Gegensätze sind einfach nur Widersprüche, die sich z.B. auf zwei Systeme beziehen die aufeinander treffen, wo kein Konsens besteht, weil er bisher nicht gebildet wurde oder notwendig war. Und das, was unterschiedlicher Bedeutung ist, auf einen Gegenstand oder eine Sache hin bezogen, weil es z.B. eine andere Stellung inne hat oder anders verwendet wird, ruft Widersprüche (Gegensätze) hervor.

Gegensätze sind also ein anderer Zusammenhang, der erstmal nichts mit Dualität zu tuen hat. Meist hilft es, wenn man einen Konsens findet oder bildet und ihn dort einbringt und die Fronten wider glättet/ausräumt, so dass die Räder nicht verkanten und weiter rollen können, bzw. Räder auch Räder sind und das vielleicht nach seiner Art auch in jedem Kontext, aber so, dass sie nicht mehr ineinander rollen.

Es nutzt auch nichts, wenn man etwas lieber so oder so hätte, man muss mit dem Anfangen was da ist. Ist alles Notwendige und Grundsätzliche im Lot, kann erst ausgelotet werden, was als nächstes zu tuen ist oder ggf. auch mal, was man eigentlich wirklich auch will und wo es hingehen soll...

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Was man wirklich will das werde - BG 4:19

Beitrag  Devino Melchizedek am Do Jul 07 2016, 00:40

Bhagavad Gita 4:19

Yogananda:
Die Erleuchteten betrachten einen Menschen als weise, wenn er seine Ziele ohne jedes selbstsüchtige Verlangen nach eigenen Vorteilen anstrebt und wenn all sein Tun vom Feuer der Weisheit geläutert worden ist (wenn alle karmischen Folgen ausgebrannt sind).

Prabhupada:
Jemanden, der in vollkommenem Wissen gründet, erkennt man daran, dass jede seiner Bemühungen frei ist von dem Wunsch nach Sinnenbefriedigung. Über jemanden, der so handelt, sagen die Weisen, dass das Feuer des vollkommenen Wissens alle Reaktionen auf seine Tätigkeiten verbrannt hat.

Reclam:
Wer mit des Wissens Feuerstrahl
Die Taten alle hat verbrannt,
Wer frei von Wunsch ist und Begier,
Der wird ein Wissender genannt.
---
Wenn man bereit ist alles zu geben, dann kann es nichts davon geben, was einen in negativer Weise noch binden könnte, denn dann gibt man dieses auch einfach damit mit. Ebenso auch alles Wissen, es nutzt nichts, wenn es nicht durch alle Feuer und Wasser gereinigt und geläutert wird. Es gibt also keine Nische wo etwas versteckt werden könnte, zu guter Letzt.

Alles hat seine Entsprechung, es nutzt also nichts, irgendwo ein Schnäppchen schlagen zu wollen, denn früher oder später wird der Ausgleich anfallen. Je später, umso teurer wird es meist, denn das Versäumnis will dann auch noch beglichen werden. Darüber hinaus pocht oft dann auch schon etwas anderes an und steht an der Tür. So dass sich das Tempo schlichtweg und stetig nur erhöht, wenn man etwas liegen lässt.

Alles hat seine Zeit, es gibt keinen Grund diese nicht auch für das zu nutzen, was ansteht, denn günstiger wird es nicht fallen, als da, wo es ansteht und zusammenkommt.

Und wenn man es wirklich wissen will, was z.B. zu tuen ist, dann wird man es auch wissen. Die Frage ist nur, ob man es dann auch wirklich erledigen will, denn das könnte auch dazu beitragen, ob es sich einem eröffnet oder eröffnet wird.

Wenn man es aufrecht meint und will, wieso sollte Gott dann nicht mit einem wollen wollen? Und was sollte dann noch unmöglich sein? So wird man früher oder später immer an den Punkt kommen müssen, einzusehen, dass doch alles nur an einem selbst lag und nur in der vollen Annahme, ist auch volle Erlösung gegeben. Denn so wie man alles gibt, und alles, was auch vielleicht an Bindungen da war, ist dann auch gegeben, so ist auch eine vollständige innere Annahme das, was vollständige Erlösung einschließt.

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Die Gegenwart bevorzugt... - BG 15:10

Beitrag  Devino Melchizedek am Sa Jul 09 2016, 01:31

Bhagavad Gita 15:10

Yogananda:
Die Getäuschten schauen Ihn in der Welt der Gunas nicht, in der Er sich aufhält, die Er erlebt und die Er wieder verlässt. Doch jene, die ihr Auge der Weisheit geöffnet haben, können Ihn schauen.

Prabhupada:
Törichte Menschen können nicht verstehen, wie ein Lebewesen seinen Körper verlässt, und sie können nicht verstehen, welche Art von Körper es im Banne der Erscheinungsweisen der Natur genießt. Doch jemand, dessen Augen im Wissen geschult sind, kann all dies sehen.

Reclam:
Wenn er von "Gunas" dicht umhüllt
Im Leib weilt oder von ihm zieht,
Der Toren Sinn ihn nicht erfasst;
Der Weise nur ist's, der ihn sieht
---
Nicht nur Schwierig mag es sein, die Seele im anderen zu erkennen, denn es hieße zugleich, man trifft den anderen auch an, wo er gerade ist; auch im Umgang ist der andere ja nicht bloß die Vergangenheit, die man von ihm kennt.

Jeder entwickelt sich in irgend einer Weise weiter, wie es allein schon heißt, dass nach 7 Jahren kein Atom mehr ist an einem Menschen, wie es vordem war und alles sich bereits einmal erneut hat. Ja selbst die Menschliche Entwicklung der letzten 2000-3000 Jahre ist womöglich prozentual im Unterschied sogar noch höher, als der genetische Unterschied vielleicht vom Menschen zum Affen sein mag, wenngleich auch in einer anderen Hinsicht.

Jedenfalls, vielleicht mag sich einer auch nicht nur in positiver Weise sich verändert haben, doch gingen wir einfach mal von dem aus, dennoch ist das Vergangene, das Vergangene und es muss gegenwärtig nicht mehr nennenswert vertreten sein, auch wenn es seinerzeit einen Beitrag dazu geleistet hatte, dass einer dort ist, wo er nunmal steht.

Würde man nur bei diesem bleiben, was mal war, oder nur von diesem ausgehen, ohne zu prüfen, womit einer derweil zu tuen hat und wo er heute steht, so wird man den anderen nicht antreffen können, vor allem in dem Maße, wie derjenige, dieses was mal war, aufgearbeitet hat.

Es ist sogar der sichere Weg dann, einen anderen nicht anzutreffen, sich auf die Vergangenheit nur zu fixieren, statt sich und andere daraus zu lösen. Denn selbst mit einem gegenwärtigen, vielleicht ganz allgemeinen Thema, sind wohl die Erfolgsaussichten höher. Denn darin, wie ein jeder damit zu tuen bekommt oder konfrontiert ist, ist er ja auch darin eingegangen und darin somit auch durchaus anzutreffen.. mehr jedenfalls, als in persönlichen Vorstellungen, die man von anderen vielleicht hegen mag.

Auch wenn es wohl gemeinsame Erlebnisse geben kann, die einander für länger auch verbinden können, sollte doch man Vorsicht walten lassen, dies nicht unnötig zu belasten oder zu überreizen. Denn manches zählt mehr noch, wenn es eingebracht sein mag, aber nicht unbedingt an- oder ausgesprochen wird und in der Stille verbleibt.

Jedenfalls schadet es nicht, anderen zu erlauben mehr in der Gegenwart leben zu können, und auch selbst in diese mehr einzutreten und dann zeigt sich auch eher, wie weit und was einen mit anderen verbindet oder auch nicht.

Man hat drum auch immer mehr mit denen gemeinsam, mit denen man auch an ähnlichen Themen dran ist und darin fortschreitet. Wobei dieses ja mehr von der subjektiven Gegenwart und der Seele, ggf. dem Standpunkt der Seele, bedingt wird und davon ausgeht...

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Zu den natürlichen Abläufen beisteuern - BG 15:19

Beitrag  Devino Melchizedek am Do Jul 14 2016, 02:38

Bhagavad Gita 15:19

Yogananda:
Jeder, der frei von Täuschung ist und Mich auf diese Weise als den Höchsten Geist erkennt, der weiß alles, o Nachkomme von Bharata (Arjuna). Er betet Mich mit seinem ganzen Wesen an.

Prabhupada:
Jeder, der Mich als die Höchste Persönlichkeit Gottes kennt, ohne daran zu zweifeln, ist der Kenner aller Dinge. Daher beschäftigt er sich voll und ganz in Meinem hingebungsvollen Dienst, o Nachkomme Bharatas.

Reclam:
Wer so als allerhöchsten Geist
Mich unbetört kennt und verehrt
Und mich von ganzem Herzen liebt,
Sich als All-Wissender bewährt.
---
Wie es mit den Dingen an sich selbst auch ist, so ähnlich verhält es sich mit dem, was in einem ist. Trifft es sich und stimmt es mit dem Höheren Willen überein, dann wissen die Anteile in einem, was wohin und wozu gehört, was etwas bedeutet und auch wie etwas zu tuen ist. Darum muss einer auch kein heller Kopf sein, um erkennen zu können, wie sich was verhält.

Darum zeugt Wissen mehr von dem geistigen Kontakt und der Art damit umzugehen, als von dem, dass es in irgendeiner Weise nun schlüssig und nachvollziehbar ist. Und die eigentliche Aufgabe besteht beim Erwerb von Wissen darin, die eigenen Glieder darauf abzustimmen, mit allem in rechter Weise zu arbeiten, denn sich irgendwelche außergewöhnlichen Kenntnisse zu erwerben.

Denn besser ist man allemal dran, wenn alles passend zusammenläuft und sich so verhält, wie es zusammengehört oder zusammenstimmt, auch ohne dass man vom Kopf her überhaupt eine Ahnung davon hat; als nun so, dass man vom Kopf her vieles davon wüsste, aber nichts so geht, wie es sollte, und man damit nicht wirklich etwas angefangen bekommt.

Genauso, wie es mit den Organen des Physischen Leibes sich verhält und eine übermäßige Konzentration darauf, sich in den Abläufen sogar als störend erweisen könnte. So stimmt man ab und stimmt ab und richtet auf und her, Schicht um Schicht und Ebene für Ebene, bis es alles zusammenarbeitet und doch vieles auf seine Art und man sollte auch gewissen Organen, die Arbeit überlassen, die sie besser verrichten können oder wozu sie bestimmt sind, ohne alles so oder so haben zu wollen.

D.h. es nutzt nichts, gegen die Natur der Dinge zu arbeiten, wenn es doch mit besser geht, oder sogar nur damit geht. Mit manchem geht es schnell, mit anderem mag es dauern, doch ohne dass die Dinge auf den Weg gebracht werden, dauert es eben länger...

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