Bhagavad Gita

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In Selbstvertretung - BG 16:18

Beitrag  Devino Melchizedek am Fr Jul 15 2016, 02:55

Bhagavad Gita 16:18

Yogananda:
Egoistisch, ungestüm, hochmütig, lüstern und leicht erzürnbar, verachten diese boshaften Menschen Mich, der Ich in ihnen und in allen anderen wohne.

Prabhupada:
Verwirrt durch falsches Ego, Stärke, Stolz, Lust und Zorn, werden die Dämonen neidisch auf die Höchste Persönlichkeit Gottes, die in ihrem eigenen Körper und in den Körpern der anderen gegenwärtig ist, und lästern die wirkliche Religion.

Reclam:
Voll Selbstsucht, Anmaßung, Gewalt,
Und stets von Gier und Zorn durchbebt,
Verschmäh'n sie mich, den Gott, der doch
In Ihnen und den andern lebt.
---
Man lebt nicht nur für sich allein, und alles ist nicht nur bloß da, es bildet auch eine Einheit, mit etwas Größerem als sich selber und dies trifft irgendwo auf alles zu.

Also kann man auch nicht wirklich etwas nur für sich isoliert ansehen. Von der Anschauung her schon, vom Umgang her wohl nicht, da man andernfalls diesem nicht vollends oder sogar nie vollends dann gerecht werden kann.

Die Art der Beziehung ist vor allem für einen selber entscheidend, denn bis zu einem gewissen Grade entscheidet man selbst, womit man es zu tuen hat. Auf der anderen Seite kann jeder in der selben Beziehung etwas anderes antreffen, weil es seinem eignen Willen unterliegt, und dennoch ergibt sich auch eine Schnittmenge, oder eben auch nicht.

Diese ist etwas Freiwilliges, jeder gibt das hinzu, was er einbringen kann, und dann geht es auf oder auch nicht. Ist es nicht freiwillig, dann ist es nur Arbeit, wird aber oft andersherum gesehen. Das Freiwillige als Arbeit, weil es vorweg geht oder gehen muss (denn man kann nur das geben, was da ist), und das quasi eher Karmische, wird oft als das gesehen, was man möchte, vor allem, wo man von seinem freien Willen a priori keinen Gebrauch macht und doch aber nicht weniger gelten möchte, als irgend etwas oder irgendwer anders (dann allerdings vom Ego her).

Denn es wird schon darauf geachtet (vom Ego), dass es für sich selber alles rund ist, es keine Lücken in der Selbstwahrnehmung gibt, womit auch immer diese gefüllt sein mögen.

Wäre auch unangenehm, wenn in einer Hinsicht plötzlich nichts da ist. Wobei genau das auch schonmal eintritt, und ist dann eine Gelegenheit, etwas von Grund auf erlernen zu können, wenn man sich diesem stellt, ohne in irgendetwas Vertrautes zu flüchten und dem ausweichen zu suchen.

Und im Grunde missachtet man sich selbst, denn etwas anderes, als sich selbst dann herzunehmen/anzunehmen, obwohl es billig möglich ist, daraus etwas zu machen (weil alles ja ebenso eine Lücke schließen möchte und dazu beisteuern wird), ist nur Flucht vor selbst und bringt einen dann kaum weiter...

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Im Leben stehen - BG 16:24

Beitrag  Devino Melchizedek am Di Jul 19 2016, 01:01

Bhagavad Gita 16:24

Yogananda:
Die heiligen Schriften sollen daher dein Wegweiser sein und dich in allem, was du tun und was du lassen sollst, leiten. Folge dem intuitiven Verständnis der Gebote in den heiligen Schriften und erfülle freudig all deine Pflichten hier.

Prabhupada:
Man sollte daher anhand der Unterweisungen der Schriften lernen, was Pflicht und was nicht Pflicht ist. Wenn man die Regeln und Vorschriften kennt, sollte man so handeln, dass man allmählich erhoben wird.

Reclam:
Drum leite stets dich das Gesetz
In deiner ganzen Tätigkeit;
In allen Stücken handle so,
Wie dir es das Gesetz gebeut.
---
Die Betonung liegt auf dem befolgen der Gebote, aus den Heiligen Schriften, nach intuitivem Verständnis. Nicht also nach intellektuellem Verständnis allein, ebenso auch nicht nachdem Buchstabengetreuem u.ä...

Doch kann jeder nur wie er kann, auch wenn nicht jeder muss, was er nicht kann oder wozu keinerlei Erfordernis besteht. Die Weisungen aus heiligen Schriften sind durchaus meist dazu gedacht, dass etwas unter Befolgung dessen erhoben wird, oder nicht unter ein Niveau sinkt, weil es sich danach richtet.

Weniger kann es also darum gehen, etwas auf ein Niveau zu drücken, z.B. durch wörtliche Auslegung, wobei auch noch ggf. Lebensfremde Regeln aufgebürdet werden oder andere unter eine solche Befolgung gezwungen. Denn wie sollte dadurch etwas erhoben werden?

Es ist also durchaus die berechtigte Frage im Raume, ob sich wirklich etwas dadurch verbessert, oder nicht. Auch kann man nicht alles auf ein künftiges Leben schieben, wenn man doch dazu hier ist, um hier zu sein. Darüber hinaus können doch die Folgen meist gar nicht abgewogen werden, was mal daraus wird oder nicht.

Es wird auch kaum die eigene Aufgabe im Hiersein sein, sich mehr um das zu kümmern, was mal kommen könnte, und was man hier weder einsehen noch überblicken kann. Doch kann sicher gesagt werden, man ist für etwas anderes hier und meist wird es etwas sein, was auch hier ist und womöglich auch täglich einen umgibt oder herausfordert.

Und das zu erheben, was man hier hat, geht nicht damit, diesem versuchen zu entfliehen oder davon zu laufen. Denn selbst dann, wenn man wiederkehrt, ist es ja doch nicht die selbe Person, sondern das, was die Seele für die jeweilige Aufgabe dann zusammenbastelt, aus dem, was da ist, was möglich ist, und was sein muss.

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Re: Bhagavad Gita

Beitrag  Devino Melchizedek am Mi Jul 20 2016, 02:25

Bhagavad Gita 13:19

Yogananda:
Wisse, dass sowohl Purusha als auch Prakriti anfanglos sind; und wisse, dass alle Modifikationen und Eigenschaften (Gunas) von Prakriti geboren werden.

Prabhupada (BG 13:20):
Man sollte verstehen, dass die materielle Natur und die Lebewesen anfanglos sind. Ihre Umwandlungen und die Erscheinungsweisen der Materie sind Produkte der materiellen Natur.

Reclam:
"Natur" und "Geist", das merke dir
Sind alle beide anfanglos.
Die "Gunas" und ihr Wandelsein
Gebiert "Natur" aus ihrem Schoß.
---
Nun, wenn die Natur (Prakriti) außerhalb der Bedingungen von Zeit liegt, dann wäre demnach auch einer, der darin ist, vorerst unabhängig der zeitlichen Abläufe darin.

Von Kant wissen wir, dass die eigentliche sinnliche Wahrnehmung (Apprehension) bedeutet, dass die Sinne oder auch ein Sinn affiziert wird, d.h. eingenommen wird, durch den Gegenstand der Sinneswahrnehmung, und dies die übliche Auffassung ist. Ähnlich verhält es sich wohl auch mit den Gunas.

Meistens wird man von dem, wovon man beherrscht wird allerdings denken, es ist genau das, was man möchte, denn sonst wäre man davon auch nicht beherrscht (d.h. auch nur eine Art des eingenommen-seins).

Dann kann sich so herumgesehen die Frage stellen, wie es sich eigentlich mit anderweitigem Aufnehmen verhält, sei es mit dem klassischen Konsum z.B.? Von all dem also, wovon man ausgeht, dass man etwas zuführen würde. Aber ist man nicht mindestens ebenso davon eingenommen? Und was könnte anstelle dem sonst dort befinden? Und könnte ohnedem daher weniger oder doch vielleicht mehr da sein?

Was wohl wahrscheinlich ist, dass richtete man sich nach Maximen aus, man mindestens mit der Zuwendung seiner Aufmerksamkeit vorsichtiger wäre, ggf. in welcher Weise man sie worauf richtete, denn auch diese ist ein Gut.

Also ginge man anders daran, als jetzt nach klassischem Konsum, und doch selbst an selbiges heran, dann bliebe vielleicht doch mehr im Topf drin, wenn vielleicht nicht sogleich, zumindest doch mehr von dem, was/wer man ist, und weniger von dem, was/wer man nicht ist...

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Entstehen und bestehen... - BG 17:15

Beitrag  Devino Melchizedek am Mo Jul 25 2016, 02:02

Bhagavad Gita 17:15

Yogananda:
Enthaltsamkeit der Rede besteht in der inneren Verbindung mit seinem wahren Selbst und im Gebrauch von Worten, die keine Unruhe verursachen, die wahrhaft, angenehm und wohltuend sind.

Prabhupada:
Enthaltung in bezug auf das Reden besteht darin, nur Worte zu sprechen, die wahrheitsgemäß, erfreuend und nützlich sind und andere nicht erregen, und auch darin, regelmäßig die vedischen Schriften vorzutragen.

Reclam:
Wer Wahres sagt, was heilvoll ist,
In Güte, ohne Heftigkeit
Und fromm die Vedaworte spricht -
Der seine Rede recht kasteit.
---
Wie ruhig es doch wäre, wenn nur noch das gesagt würde (oder vorübergehend gesagt werden könnte), was vom eigenen Selbst her kommt?

Vorerst wohl ziemlich, dann nach und nach nur noch ziemlich sinnvoll, alles, was gesprochen würde. Es wäre stets von der Tat begleitet, oder von Substanz, jedenfalls wäre es daran auszumachen, dass es nicht ohne Folgen bliebe. Dann wäre es sogar ein Bestreben, möglichst so zu sprechen, dass es keine großen Wellen schlägt, damit man danach wieder leichter zu seiner inneren Ruhe zurückkehren kann.

Denn es wäre entgegengesetzt zu dem möglichst aufzufallen oder sonstwie Wirksamkeit hervor zu rufen, denn es wäre ja bereits ohnehin der Falle und es wäre ja eine gewisse Unruhe letztlich davon nicht ausgenommen, und dieses wieder nachzupflegen und immer wieder die Folgen abzuarbeiten, und was es sonst alles noch an Nebenwirkungen mit sich brächte.

Anders besehen, war es von der Entwicklung durchaus ein langer Weg, bis dem Menschen das Sprechen in der heutigen Art und Weise erst möglich wurde. Wenn man davon ausgeht, dass allem, was manifestiert ist, dem vorweg, ein konsequenter Wille die Entwicklung und Formung erst hervorbringen muss. Ja sogar dem vorweg erst überhaupt das Bedürfnis zu sprechen aufgebaut und lange aufrecht erhalten werden muss, bis dies alles gewisse Formen annimmt. Denn man kann es nach Darwin ja leicht einfach nur einer Evolution zuschreiben, dennoch ist es nur wahrscheinlich, dass allem im Außen, etwas Inneres vorweggeht.

Irgendwann wird Telepathie die Sprache als Kommunikationsmittel ersetzen und überflüssig machen. Dennoch wird es von Nutzen wohl bleiben, Töne erzeugen zu können. In der Richtung ist man wohl noch (oder wieder) ziemlich am Anfang, was mit Tönen und Hall und Schall möglich ist. Vielleicht kann man sogar mit Tönen Berge versetzen, und nicht nur mit dem Glauben allein, oder beides zusammen genommen...

Jedenfalls ist die Sprache doch, wie so vieles, von sehr hohem Wert, wenn man diesen daran auszumachen weiß.. und man erkennt nicht selten bei einer Kultur das, was hoch geschätzt wird, eben daran, dass der Wert an sich im jeweiligen erkannt wird und hoch gehalten bzw. dieses mit Achtsamkeit und Respekt behandelt wird. Und irgendwann wird alles wohl nur noch mit Achtsamkeit und Respekt behandelt, weil es doch nichts mehr gibt, was einfach nur so und überflüssigerweise besteht.


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Erfahrungsfundus der Seele und Gattung - BG 13:21

Beitrag  Devino Melchizedek am Mi Jul 27 2016, 01:45

Bhagavad Gita 13:21

Yogananda:
Purusha erlebt die von der Natur erschaffenen Gunas, und zwar unter dem Einfluss von Prakriti. Anhänglichkeit an die drei Eigenschaften der Prakriti veranlasst die Seele, sich in einem für sie förderlichen oder hinderlichen Mutterschoß zu verkörpern.

Prabhupada (13:22):
So folgt das Lebewesen in der materiellen Natur den Wegen des Lebens und genießt die drei Erscheinungsweisen der Natur. Das ist auf seine Verbindung mit der materiellen Natur zurückzuführen. So trifft es mit Gut und Schlecht in den verschiedenen Lebensformen zusammen.

Reclam:
Verflochten in die "Urnatur"
Genießt die "Gunas" so der Geist,
Verkörperung, ob gut, ob schlecht,
Hiervon als Folge sich erweist.
---
Es liegt viel weniger in der Hand des einzelnen Menschlichen Lebens, wirklich nennenswertes entscheiden zu können, als oft allgemein angenommen werden mag. Denn welcher Mensch kann über seinen Tod hinaus wirklich beeinflussen, was dann mit ihm passiert? Oder überhaupt wirklich sagen können, was alles von ihm und seines ist, oder doch mehr von etwas anderem her stammend?

Allerdings, nebst der Intuition (sagen wir Anbindung zu Seele an sich), wohnt der Menschlichen Natur und dem Gattungswesen ein nicht unerheblicher Fundus an Erfahrung bei. Die Entwicklung über Millionen von Jahren. In der DNS, im Unterbewusstsein, der Gattung und letztlich in den Instinkten.

Wenn man also klar genug ist und wirklich das ganze Spektrum an Gewahrsein einbezieht, dann kann man weit mehr daraus gewinnen, als es nur mit Verstandeswissen auch nur ansatzweise möglich ist.

Klar mag es bei anderen Extraterrestrischen Entwicklungslinien noch viel umfassender und breiter sein, in vieler Hinsicht daher vielleicht auch wesentlich verlässlicher und anders zugänglich (näher an der Seele gebaut). Dennoch ist die Seele, das Verlässlichste oder Weitreichendste. Was sich ja schon darin zeigt, dass diese ja alle Leben fasst, egal wo und welcher Art sie sind.

Allerdings muss man sagen, ist ja wenn man im Vollbesitz seiner Seelenkräfte ist, dazu aber noch einen Körper einer weitreichenden Art hat, wird letzteres ab einem gewissen Grad ja gar keine Einschränkung sein, sondern eine Erweiterung, um auch jenes bewerkstelligen zu können, was einer Seele ohne Körper ohne weiteres nicht möglich sein wird. Nur muss man erstmal daran kommen, auf das zurückgreifen zu können, was weitreichend gepflegt und aufgebaut wurde, über vielleicht unzählige Millionen an Jahren. Vielleicht ist es sogar für die Seele eine gewisse Herausforderungen dieses (vollkommene oder veredelte) Werkzeug überhaupt handhaben zu können.

Auch ist nebst der Seele vieles universell, die Sprache der Liebe z.B., und man sollte in jeder Art von Leben zumindest die dahinter verkörperte Seele anerkennen, bevor man sich der Erscheinung und Form übermäßig zuwendet. Auch werden alle Arten von Leben, eher auf Signale der Liebe anspringen, als auf sonstwie Verwunderung, die vielleicht auf der anderen Seite eben nur Verwirrung als Wechselwirkung hervorruft u.ä.. So dass zwischen einer Entwicklungslinie und einer vielleicht weniger Entwickelten, sogar Letztere von der Ersteren gemieden würde, da es auf den jeweils Anspruchsvollen Ebenen überhaupt nicht anzutreffen wäre, damit etwas fruchtbares dabei herumkommen könnte...

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Hoheitliche Mittel - BG 12:17

Beitrag  Devino Melchizedek am Fr Jul 29 2016, 02:08

Bhagavad Gita 12:17

Yogananda:
Wer bei frohen und traurigen Ereignissen (Aspekten in der Welt der Erscheinungen) weder übermäßige Freude noch Abscheu empfindet, wer frei von Kummer und Begierden ist und den relativen Zustand des Bewusstseins von Gut und Böse überwunden und sich Mir ganz ergeben hat - der ist Mir lieb.

Prabhupada:
Wer weder frohlockt noch bekümmert ist, weder klagt noch etwas begehrt und sowohl glückverheißenden wie auch unglückverheißenden Dingen entsagt - ein solcher Gottgeweihter ist Mir sehr lieb.

Reclam:
Wer weder zu- noch abgeneigt,
Wer nichts beklagt und nichts begehrt,
Wen weder Glück noch Unglück rührt,
Auch der ist meiner Gnade wert.
---
Man kann nicht mit Verweis auf Religion, oder auch ja eigentlich auf eine geplante "gute Tat" hin, sich daraus herausstehlen versuchen, dass man etwas grundsätzlich falsches tut oder etwas gänzlich verkehrt macht, oder pfuscht u.ä.. oder anders gesagt, der Zweck muss noch lange nicht die Mittel legitimieren oder heiligen.

Es zählt schon noch weiterhin alles für sich, denn wieso sollte es nicht auch besser sein, wenn Zweck und der angemessene Gebrauch der Mittel Hand in Hand gingen? Denn was zählte es dann noch, wenn es keine Bedeutung hätte, wie man irgend etwas erreicht, mehr oder weniger...

Denn in fast allem, wo etwas falsch hineingewebt wurde, darf es für gewöhnlich auch wieder herausgearbeitet werden. Oft ist daher das, was sich einer in einem Augenblick erlauben mag, in keinem Verhältnis zu dem, dieses wieder hinzubekommen. Und wie sollte es dann dabei helfen können, zu sagen, "ja, aber es war doch wegen der Religion", oder, "an sich war es doch für etwas Gutes"!?

Anders gesagt, wieso sollte es Aufgabe von anderen sein, die Hausaufgaben einem abzunehmen, die man selber nicht machen wollte?

Manchmal mag man so zwar leicht ins Klagen verfallen, doch auf der anderen Seite bekommt man gerade dann nicht selten die Gelegenheit mit "Hoheitlichen Mitteln" zu arbeiten. Es tröstet vielleicht nicht über alles hinweg, dennoch ist es besser, nicht am Stein des Anstoßes hängen zu bleiben, oder selber in der Weise zum Ärgernis beizutragen, womit man auch nicht in die Erfahrung kommen kann, mit "Seelenmitteln" zu arbeiten.

So nimmt sich ja doch das ein und andere Hand in Hand, aber oft anders, als erwartet. Und es ist oft nur ein schmaler Grad zwischen dem, sich darüber so sehr zu ärgern, dass man da wieder hinausfällt, und dem, die Chance zu erkennen und wahrzunehmen, die einem von oben her, dann gewährt wird.

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Selbst auferlegte Hürden - BG 18:34

Beitrag  Devino Melchizedek am Di Aug 02 2016, 01:38

Bhagavad Gita 18:34

Yogananda:
O Partha (Arjuna), Rajas-Dhriti ist die unbeirrbare innere Festigkeit, die den menschlichen Geist auf Dharma (religiöse Pflichten), Wünsche und Reichtümer lenkt, an denen er hängt, weil er nach ihren Früchten verlangt.

Prabhupada:
Aber jene Entschlossenheit, mit der man nach fruchttragenden Ergebnissen in Religion, wirtschaftlicher Entwicklung und Sinnenbefriedigung strebt, ist Entschlossenheit in der Erscheinungsweise der Leidenschaft, o Arjuna.

Reclam:
Die Ausdauer der "Leidenschaft"
Beherrscht den Mann, der unentwegt
Die Pflicht, den Nutzen und die Lust
Als Ziel vor sich im Denken hegt.
---
Es ist durchaus verständlich, dass das Ziel vieler Handlungen dieses ist, ein Ergebnis zu erzielen, denn es ist leichter dadurch die Motivation dafür zu erwecken und aufrecht zu erhalten, wenn es auf dem haftet, was erreicht werden kann.

Wenn auch klar sein sollte, dass es genau selbiges ist, was den Teppich wieder einrollt, etwas zu begründen, was über jenes hinaus geht, welches den Lohn erstrebt, weil es mehr als auf diesen dann ja gar nicht aus ist, als das was dann empfangen und damit seinen vollständigen Abschluss fände.

Wäre es jedoch in gleicher Weise, nur auf mehr noch aus, würde es den Abschluss dessen, vielleicht mit mehr Aufwand, aber genauso auch wieder finden, weil es damit alles wäre, was erstrebt worden wäre, und damit auch wieder enden. Die Mühe mag zwar entlohnt werden, doch bliebe es immer noch alles endlich, daher würde es ebenso wie alle Mühe, erschöpflich bleiben.

Doch wie sollte eine andere Aufhängung erzielt werden, als wenn die Einstellung immer die gleiche bliebe, völlig unabhängig nun vom Ziele? Woran ließe sich eine andere Aufhängung erkennen, wenn nicht in der Herangehensweise bereits, und neben der Art und Weise, also dürfte auch die Motivation eine andere sein?! Es hilft ja auch nichts, nach den Sternen greifen zu wollen, wenn da nicht auch etwas wäre, was daran nicht verglühte.

Wenn man aber schaut, wie es wohl das macht, zum Grunde, was weder Anfang noch ein Ende kennt, dann kann es ja gar nicht von einem Ziel ausgehen, wenn es mit Erreichung dessen, beendet wäre. Es wäre von daher gar nicht endlos, sondern wiederum endlich, daher kann es gar nicht erst von einem endlichen und vollends erreichbaren Ziel ausgehen (grundsätzlich).

Es tut es also einfach grundsätzlich, ohne zu schauen, wohin es führt, sondern, weil es einfach fortbestehen bleibt, und dann wird das gemacht, was wert und würdig ist, gemacht zu sein. Auf das es fortbestehe, und mehr auch nicht, ganz ohne wenn und aber. Und so ist es das, was es dann daher ist.

Wenn man erst anfängt zu hadern, hat man den ersten Zweifel gesät. Hadert man noch mehr, weil eins zum andern kommt, dann hat man schnell ein Meer an Zweifeln dabei. So geht es nicht weit, bis daraus eine Flut wird, die einen mit sich reißt. Und gegen die Flut anzuschwimmen ist ein viel größerer Aufwand, um sogar auch nur genau das gleiche zu bezwecken und zu erreichen, wie ohne diesem. So sind es meistens selbstverschuldete und selbst auferlegte

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Vertrauen an sich - BG 17:11

Beitrag  Devino Melchizedek am Mi Aug 03 2016, 01:56

Bhagavad Gita 17:11

Yogananda:
Ein Yajna (Opfer oder die Pflichterfüllung) ist sattvisch, wenn es im Sinne der heiligen Schriften und allein um der Gerechtigkeit willen dargebracht wird und von Menschen, die nicht an den Früchten ihres Handelns hängen.

Prabhupada:
Unter den Opfern befindet sich dasjenige, das gemäß den Anweisungen der Schriften ausgeführt wird, einfach um der Pflicht willen, ohne Wunsch nach Belohnung, in der Erscheinungsweise der Tugend.

Reclam:
Ein Opfer, das der Vorschrift nach
Der Fromme darbringt, nur aus Pflicht
Und ohne Rücksicht auf den Lohn,
Der "Wesenhaftigkeit" entspricht.
---
Es gibt wohl nicht wenige Fälle, wo die Schere zwischen dem, was einer tut und doch glaubt (meint was es sei), ziemlich auseinander klafft.

Sowohl in dem, wo einer meint, er tät etwas Gutes, es dieses aber nicht ist, als auch in dem, wo einer meint, er täte nichts gutes, oder sogar schlechtes, und doch wird mehr gutes damit bezweckt, ohne dass es derjenige ahnt oder davon etwas wüsste.

Die Wahrscheinlichkeit kann dadurch für das eine oder andere sich verändern, ob man etwas für sich nur macht, oder für andere, oder an sich. Und dies nicht nur der Überzeugung nach, sondern dem Verhältnis nach.

Also kann man es doch deutlich beeinflussen, weiß es aber dann doch nicht, da die Frage a priori ungeklärt bleibt, was anderwärts hinzukommt, oder dazugegeben werden mag, oder was damit (daraus) an sich werden kann.

Im Grunde bleibt einem nur zu vertrauen, dass alles mit Recht gut werden muss, weil ein Göttlicher Ursprung allem zugrunde liegt, was ist. Und weil alles Innere seine Entsprechung im Äußeren finden wird und umgekehrt, ja es sogar so sein muss, und zwar so, wie es sein wird, nachdem alles seiner Vollendung entgegengeschritten ist.

Denn wenn etwas nur so irgendwo entsteht, dann es ebenso auch vergeht. Hat es aber einen tieferen Sinn, dann kommt es an diesem nicht umhin. Und ist es vollständig geworden, dann ist es dieses auch noch Morgen...

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Beständigkeit - BG 16:21

Beitrag  Devino Melchizedek am Sa Aug 06 2016, 03:18

Bhagavad Gita 16:21

Yogananda:
In jene Hölle, die das Heil der Seele zerstört, führt ein dreifaches Tor: die Lust, der Zorn und die Gier. Vor diesen drei muss der Mensch sich daher hüten.

Prabhupada:
Es gibt drei Tore, die zu dieser Hölle führen - Lust, Zorn und Gier. Jeder vernünftige Mensch sollte diese drei Dinge aufgeben, denn sie führen zur Erniedrigung der Seele.

Reclam:
Drei Pforten weist die Hölle auf,
Die jeden Frevler, einst empfängt;
Sie heißen: Wollust, Zorn und Gier;
Wohl dem, der nicht an ihnen hängt!
---
Es gibt derer Dinge wohl viele, die einen sowohl in irgend eine Form von Versuchung führen können, als auch, um einen fort zu führen, von dem, was oder wer man im eigentlichen Sinne ist.

Denn nicht wenig stellt sich im religiösen Sinne oft die Frage, wogegen denn nun angekämpft wird?

Es wird etwas leicht benannt, in etwa die Versuchung, das "Böse" überhaupt oder um einer Bestrafung und zu entgehen. Zumeist, wenn es näher beleuchtet wird, sind es doch nur psychologische Zustände, man könnte es auch "Symbole" nennen. Und bei noch weiterer Betrachtung ist es nicht selten bloß das treiben von Ängsten!

Denn im eigentlichen Sinne, hat es doch öfter nur die Unwissenheit als Folge, jedoch ist von dem, wovon oft die Rede sei, eben doch nicht mehr als eine symbolische Entsprechung enthalten. Bereits an Filmen kann man oft erkennen, wie weit etwas aufgebauscht wird, was doch im Realen nicht oder nur äußerst selten anzutreffen ist, meist doch, was sich kollektiv ausagiert, aber nicht im weitesten Sinne die Menschheit anbetrifft oder eben das, was benannt wird.

Die eigentliche Versuchung, vor allem die wesentliche Mehrheit betreffend, ist nicht mehr, als die rein Menschlichen Versuchungen und Arten, was da u.a. die Lust, der Zorn oder die Gier zusammenfassend auch wären.

Daher sollte man so unprätentiös es nunmal auch sei, bei dem bleiben oder dies angehen, womit es oder was etwas tatsächlich auch betrifft oder zu tuen hat. Denn nur darin ist auch ein größerer Fortschritt gegeben, als in dem bloß, was Wunschvorstellungen entspricht.

Somit ist die Beständigkeit ein Kernpunkt, weniger also nach Lust und Laune zu agieren, oder von dem beherrscht zu werden (z.B. der Masse), was eben gerade mal da ist, als mehr dem zu folgen, was fortwährend auch bei Ebbe und Flut besteht und die Stellung bewahrt. Denn nur Letzteres kann das sein, was mit einem im weitestgehenden Sinne auch zu tuen hat.

Nur zu leicht wird übersehen, wie schnell sich vieles in einem sich ändert (stirbt oder getötet wird), doch nicht vieles ist, was fortdauernd bleibt. Denn Jubel, Trubel, Heiterkeit, führt oft auch nur zu Unbeständigkeit.. ganz davon abgesehen, hat es am ende nichts mit einem Selbst zu tuen.. denn in der Masse geht das Selbst nicht auf, sondern unter, es sei denn wahrlich, die Masse wäre das Selbst.

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Zur Andacht geneigt und geeignet... - BG 18:67

Beitrag  Devino Melchizedek am So Aug 07 2016, 03:09

Bhagavad Gita 18:67

Yogananda:
Sprich über diese Wahrheiten zu niemandem, der keine Selbstbeherrschung oder Hingabe besitzt, noch zu jemandem, der nicht bereit ist zu dienen, noch zu einem, der nichts hören will, noch zu einem, der schlecht über Mich spricht.

Prabhupada:
Dieses vertrauliche Wissen darf niemals denen erklärt werden, die nicht entsagt, nicht hingegeben und nicht im hingebungsvollen Dienst tätig sind oder Mich beneiden.

Reclam:
Du darfst das, was ich dir gesagt,
Nicht lehren den, der mich verschmäht,
Der unbußfertig mich nicht liebt,
Mir feindlich gegenübersteht.
---
Es nutzt ja auch nichts, Perlen vor die Säue zu werfen, damit diese zertrampelt werden. Denn wo etwas nicht gewürdigt wird, kann eben dieses keinen erheben und selbst keine Erhebung finden oder erfahren.

Es bringt auch nichts, irgendwen, zu irgend etwas zu überzeugen, denn so wie derjenige dazu oder zu irgend etwas bereit ist, wird er es von sich aus suchen und finden, und dann auch angemessen und würdig damit umgehen.

Es führt auch zu nichts, wenn man alles Unheilige zum Heiligen einlädt, denn dann wird man dieses in der Weise teilen und zu dem machen, was es nicht ist, damit es zum Heiligen nicht mehr taugt oder man darauf keinen Anspruch mehr, als das eigene anzusehen, hat.

Daher bringt man mit bedacht das ein, was zur Andacht taugt, dort und dann, wenn es in Würde angenommen wird. Alles andere ist zumeist vergebene Liebesmüh', denn etwas einer Art (z.B. Quantität), kann etwas einer anderen Art (z.B. Qualität) nicht zutragen. So auch das, was einem Zwecke dient (z.B. der Welt), meist zu einem anderen Zwecke nichts taugt (z.B. dem Geiste und dem Höheren).

Mit einer Flut, lässt sich kein Gut bergen, aber leicht verlieren.

Und über manche Dinge spricht man, manche Dinge tut man nur, statt darüber oder davon nur zu reden, und manch andere Dinge hält man im geheimen, damit weder das erste noch zweite vor seiner Zeit damit geschehe, so lange, wie es nicht in Würde und Heiligkeit und zur angemessenen Zeit hervorgebracht wird.. alles also zu seiner und zur rechten Zeit...

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Anschauung und Betrachtungsweise - BG 18:21

Beitrag  Devino Melchizedek am Di Aug 09 2016, 01:06

Bhavagad Gita 18:21

Yogananda:
Wisse aber, dass jene Erkenntnis, durch die man in der gesamten Welt der Erscheinungen mannigfache Wesen wahrnimmt, die sich voneinander unterscheiden, rajasisch ist.

Prabhupada:
Jenes Wissen, durch das man in jedem Körper eine unterschiedliche Art von Lebewesen sieht, solltest du als Wissen in der Erscheinungsweise der Leidenschaft betrachten.

Reclam:
Doch wer jedwedem Einzelnen
Ein Sonderdasein zuerkennt,
Aus "Leidenschaft" entstanden dann
Man dessen Welterkenntnis nennt.
---
Nichts ist so alt wie die Wahrheit in einer Hinsicht,
und nichts ist so neu, wie die Wahrheit in einer Hinsicht.
Denn sie dient sowohl der Grundlegung, als auch dem Abschluss,
hinsichtlich einer Sache...

Und dann gibt es da die verschiedenen Zustände, die dazwischen liegen, die ähnlich Ansichten, eine Fassette beleuchten können, nicht jedoch den gesamten Umfang erleuchten können. Oft nicht deswegen, weil es unmöglich wäre, sondern weil sie weder den Beginn, noch den Abschluss hinsichtlich dessen/etwas kennen oder erkennen.

Denn nur anhand von Zuständen, wird man nicht vielmehr, als über die Beschaffenheit informiert sein oder etwas dazu sagen können, weniger über die Substanz jedoch selbst, welche zum Grunde liegt.

Doch ist die Substanz mehr das Beharrliche, die Beschaffenheit das Veränderliche!

Substanz wird i.d.R. nicht weniger, ähnlich von Masse die sich ansammelt, ggf. ändert sie ihren Zustand. Die Beschaffenheit wird nicht direkt mehr, sondern besser. Das eine fällt mehr unter Quantität, das andere unter Qualität, und beides ist für sich ein Gut.

Wie man's wendet oder dreht,
was man aufbaut, man versteht,
was nicht, man leicht verschmäht,
doch nur, weil Erkenntnis kaum besteht.
Doch ist diese gepachtet,
man kaum noch etwas dann verachtet,
weil das Wesen der Dinge man recht betrachtet,
so bleibt dadurch nichts wesentliche noch unbeachtet...

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Bekannt, Verwandt und zugenäht... - BG 1:26,28

Beitrag  Devino Melchizedek am Fr Aug 12 2016, 01:47

Bhagavad Gita 1:26,28

Yogananda:
Partha (Arjuna) sah dort die Krieger beider Heere aufgestellt: Großväter, Väter, Schwiegerväter, Onkel, Brüder und Vettern, Söhne und Enkel und auch Kameraden, Freunde und Lehrer.

O Krishna, wenn ich diese meine Verwandten sehe, die bereit sind, sich in den Kampf zu stürzen, versagen mir die Glieder, und meine Kehle ist wie ausgetrocknet.

Prabhupada:
Da erkannte Arjuna, der mitten zwischen den Heeren beider Parteien stand, seine Väter, Großväter, Lehrer, Onkel mütterlicherseits, Brüder, Söhne, Enkel, Freunde und auch seine Schwiegerväter und seine Gönner.

Arjuna sagte: Mein lieber Krshna, beim Anblick meiner Freunde und Verwandten, die mit solcher Kampfbegierde vor mir stehen, beginne ich am ganzen Körper zu zittern, und mein Mund trocknet aus.

Reclam:
Als sich der Held dann umgewandt,
Um nach der Gegner Heer zu sehn,
Sah Brüder, Lehrer, Freunde er
In seiner Feinde Scharen stehn.

"Ach, dass ich Blutsverwandte jetzt
Erblicken muss voll Kampfbegier
In Feindesreihn! Der Anblick raubt,
O Krischna! die Besinnung mir."
---
Es gibt Begebenheiten, selbst in der Bibel, die einen stutzig machen können, wie barsch in manch einem Augenblick plötzlich mit den Nahestehenden oder auch Verwandten umgegangen und diese wie Fremde angegangen wurden und ähnliches.

Nehmen wir die Situation z.B., wo Petrus, Christus Jesus scheinbar führsorglich bat, sich doch etwas auszuruhen, dieser jedoch erwiderte "Tritt hinter mich Satan", und das wohl in keinem scherzhaften Ton. So gibt es auch noch einiges weiteres, wo auch Verwandte, als fremd angesehen und abgewiesen wurden u.ä. Und doch wird dieses anfürsich nicht verurteilt, vielmehr noch als rechtens angesehen.. und kurz darnach, ist alles, wie es war...

Nun ist sicher zu unterscheiden, zwischen der Funktion und Rolle, wie die vom Bruder, Freund oder Verwandten nach irgend einem Grade, die grundsätzlich an und für sich jedenfalls positiv belegt und dem Grundsatze nach gepflegt werden sollte.

Dazu, wer vorübergehend welche Rolle für einen einnimmt, was vielleicht auch karmisch bedingt sein mag, bliebe zwar zu prüfen, ob derjenige wirklich diese Rolle für einen auch inne hat (nicht nur vor der Welt), sondern auch in so einem geistigen Verhältnis zu einem sich befindet. Dennoch hat man wohl dankbar zu sein, jeder Seele quasi, die sich für so eine Art von Schauspiel bereit erklärt und vor allem, wenn sie diese Rolle gut und überzeugend spielt bzw. ausfüllt.

Dann kommt die Situation hinzu, was und wer für den Moment wer und was ist, und was nur gerade wohinter steht. Denn es kann immer mal vorkommen, dass einer sich fremdbestimmen oder sonst wie beherrschen lässt. Ebenso aber auch umgekehrt, wenn einer etwas überaus Positives und Gutes für einen Augenblick vertreten sollte, oder sich dieses durch ihn ausdrückt.

Es nutzt nichts, dann zwanghaft an etwas fest zu halten, oder auch nachtragend zu sein, für das, was mal kurz war, dann aber nicht mehr ist. Denn ist der Moment vorbei oder der andere nicht mehr das, was er ehedem war, dann behandelt man ihn schnell nach etwas ganz anderem und daher geht man selbst dann unangemessen heran oder mit jemandem um, ganz gleich und unabhängig, was ehedem war.

Es ist besser, in schrägen Situationen nicht gleich die Beherrschung zu verlieren, vor allem nicht gleich zum überreagieren zu neigen, und sich womöglich nur zum Casper zu machen und auch sich selbst die Möglich offen halten, sich geirrt zu haben. Dennoch, jedenfalls zuerst innerlich und sofern wirklich erforderlich auch nach außen hin, klar zu machen, wenn etwas absolut nicht in Ordnung ist. Denn auch eine Rolle, selbst eines Nahstehenden (nach welcher Art auch immer), berechtigt nicht zu allem oder zu dem nicht, was mit dem höheren Geistigen oder mit dem innersten Seelischen keineswegs überein geht. Oder wenn derjenige nicht er selbst mal ist, es aufgrund der Rolle so zu halten, als wäre es dadurch legitimierbar.

Dennoch, man denke daran, dass etwas Gelassenheit nicht verkehrt ist, vielleicht sogar die Situation entspannen oder verändern kann, ehe man sie noch zusätzlich forciert und überspitzt.. vielleicht ist es auch nicht verkehrt, dem anderen die Möglichkeit zu lassen oder evtl. zu eröffnen, aus der Situation rausgehen zu können, ohne dass derjenige sein Gesicht verlieren muss (um selber auch den Traum oder Alptraum dann wieder verlassen zu können).

Devino Melchizedek

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Dem Guten ist Gutes gut genug.. - BG 5:8,9

Beitrag  Devino Melchizedek am Sa Aug 13 2016, 02:42

Bhagavad Gita 5:8,9

Yogananda:
Wer die Wahrheit schaut und eins mit Gott ist, hat ganz spontan das Gefühl: "Ich selbst tue nichts" - obgleich er sieht, hört, berührt, riecht, isst, sich bewegt, schläft, atmet, spricht, zurückweist, festhält, die Augen öffnet oder schließt; denn er weiß, dass es die (von der Natur erregten) Sinne sind, die sich mit den Sinnesgegenständen beschäftigen.

Prabhupada:
Ein Mensch im göttlichen Bewusstsein weiß im Innern stets, dass er in Wirklichkeit nicht handelt, obwohl er sieht, hört, berührt, riecht, isst, sich bewegt, schläft und atmet. Denn während er spricht, sich entleert, etwas annimmt, seine Augen öffnet oder schließt, weiß er immer, dass nur die materiellen Sinne mit ihren Objekten beschäftigt sind und dass er selbst darüber steht.

Reclam:
"Ich handle nicht", der Yogi denkt,
Der fest in der Erkenntnis steht;
So oft er sieht, hört, fühlt und riecht,
So oft er isst, schläft, atmet, geht,

So oft er loslässt oder fasst,
Die Augen öffnet oder schließt.
"Ein Sinn wirkt in der Sinnenwelt":
So denkt, wer Wahrheit sich erkiest.
---
Sicher kann man wohl annehmen, dass es sich bei diesen Versen der Bhagavad Gita um rein technische Aussagen handelt, die keineswegs im moralischen Sinne auffordern wollen, die Beine hoch zu legen, weil alles ganz von selbst geschieht.

Mehr ist es nur eine Unterscheidung, ähnlich z.B. der Aussagen vom Kurs in Wundern, sich nicht für seinen Körper zu halten und seine Ego-Identifikation in diesen zu legen. Was gemäß dem Kurs so weit reichen kann, dass es zu Krankheiten führt, weil man dem Körper Rollen gibt oder zu Funktionen nötigt, die er gar nicht ausführen kann. Weswegen es heißt, dass der Körper ein ganz und gar neutrales Ding ist.

Doch nicht selten ist es so, dass mancher sich dazu verleiten lässt, allerlei Wahrheiten so auszulegen, dass sie möglichst für ihn selber sprechen, und für sein Schaffen und Tuen zeugen sollen, als wider etwas von dem. Doch gerade Wahrheiten lassen sich nicht verbiegen. Womit wir nun zu moralischen Aussagen abgebogen wären. Denn auch der Effekt ist wohl größer, ja letztlich wohltätiger, bei solcherlei, womit man sich schwer tut.

Man muss nicht gleich gegen den Strich bügeln oder kämmen, aber sicherlich nicht nur nach dem, was einem genehm ist und nur zu schauen, was man mag. Denn im Grunde genommen ist es das Gleiche, wie dem Faulen das Beine hochlegen, nur dem, der keine Ruhe findet, bloß nach Befriedigung voran zu schreiten.

Doch dem Fleißigen gehört der Fleiß. Ginge man zum technischen nun zurück, hieße dies doch, dass es erstmal gänzlich gleich ist. Vom moralischen Standpunkt aus, trifft die Sau die Sau, der Pfau den Pfau, denn was man fördert, das gedeiht, damit es freut oder entzweit, wozu auch immer man bereit..

Und dann gibt es da die Schnittmenge, zwischen dem Technischen Teil und dem Moralischen. Denn was man angesammelt hat, dass wird man nicht gleich los, es ist sowohl technisch so, als auch moralisch, dahin gehend, dass man ebenso in dem ist, womit man sich abgibt und jeweiliges seinen Tribut einfordert, bis man beiden Seiten genüge geleistet hat.

Und das ist auch gut so, sagt dann der Gute, wenn er sich daran erfreut, worin er ist...


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Re: Bhagavad Gita

Beitrag  Devino Melchizedek am Sa Aug 13 2016, 03:24

Dem Guten ist das Gute, gut genug,
und das Schlechte fern genug,
wie dem Schlechten, das Gute,
und so hat jeder das seine...

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Liebe zur Seele entwickeln - BG 3:17

Beitrag  Devino Melchizedek am Do Aug 18 2016, 00:40

Bhagavad Gita 3:17

Yogananda:
Doch für einen Menschen, der die Seele wahrhaft liebt, dem die Seele vollends genügt und der allein in der Seele höchste Befriedigung findet, gibt es keine Pflichten mehr.

Prabhupada:
Doch für jemanden, der im Selbst Freude findet, dessen menschliches Leben ein Leben der Selbstverwirklichung ist, dessen Zufriedenheit allein im Selbst gründet und der völlig in sich erfüllt ist - für ihn gibt es keine Pflicht.

Reclam:
Doch wer an seinem Selbst sich freut,
An seinem eignen Selbst vergnügt,
Für den bleibt hier nichts mehr zu tun,
Weil ihm sein eignes Selbst genügt.
---
Wenn man bei und in seiner Seele ist, dann ist man bereits in der maximalen Pflicht, denn die Seele ist in der Erfüllung der Pflicht stets begriffen. So wie ein Inkarnationsprozess für den Menschen, für die Seele zugleich eine Dauermeditation bedeutet.

Viel mehr kann man auch gar nicht tuen. Viel mehr kann man auch nicht wissen, denn wer soll dieses auch erschließen? Deswegen auch sich mit allem Zeit lassen oder für alles entsprechend Zeit nehmen, bis quasi die Seele mit eingeklinkt ist. Wenn man was gelesen hat, braucht man Zeit, um dieses zu verdauen, bis die Seele es zuordnen konnte. Sonst ist mehr nicht mehr, sondern weniger dadurch, weil es einfach nicht entsprechend aufgenommen wird.

Was bringt auch irgend etwas, wie innovativ es auch zählen mag, wenn man gar nicht wirklich an diesem dran ist, sondern alles nur dem Scheinbaren nach?

Die Seele braucht sich in der Welt nicht ständig neu erfinden, um von der Welt in besonderer Weise erkannt zu werden, weil die Seele nichts von der Welt braucht und möchte.

Ganz so wie Christus Jesus sagte, "mein Königreich ist nicht von dieser Welt", nachdem ihn die Juden wortwörtlich zum König machen wollten und dieses einfach nicht fassen konnten, was er meinte, weil ihr Blick nur auf die Welt gerichtet war.

Für die Seele ist wohl nicht jede Persönlichkeit ein Segen, wenn der Plan der Seele nicht ausgeführt wird und ggf. bloß boykottiert wird. Womit nur Arbeit und Ärger für diese entsteht, anstelle dass mit der Seele eine innere Zusammenarbeit stattfindet. Was wohl sogar fast der übliche Zustand und weit verbreitet ist, denn sonst wären die Zustände und Umstände grundsätzlich andere, als sie es weitestgehend offensichtlich sind.

Und dann sind gar nicht irgend welche äußeren Schicksale zu bedauern, sondern mehr die Seelen, die Ärger mit dem hatten, was zu eben diesem dann führte, oder wo es womöglich zu einem erforderlichen Lernprozess werden musste. Mehr Liebe für die eigene Seele und die Seelen an sich, dann wird vieles nicht mehr erforderlich...

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Einweihungen und Sterbeprozess - BG 2:19

Beitrag  Devino Melchizedek am So Aug 21 2016, 01:41

Bhagavad Gita 2:19

Yogananda:
Wer das Selbst als den Mörder ansieht, und wer meint, dass es getötet werden kann, kennt nicht die Wahrheit. Das Selbst tötet nicht, noch wird es getötet.

Prabhupada:
Weder derjenige, der denkt, das Lebewesen töte, noch derjenige, der denkt, es werde getötet, besitzt Wissen, denn das Selbst tötet nicht und wird auch nicht getötet.

Reclam:
Wer meint, dass jemand sterben muss,
Wer glaubt, es morde je ein Mann,
Der irrt: der Geist vergeht niemals,
Der Geist auch niemals töten kann.
---
Das grundlegende Missverständnis religiös orientierter Handlungen in Richtung des Märtyrers oder mehr noch derer, die das Leben anderer auf ihr Gewissen laden, liegt darin, draußen etwas bewirken zu wollen, statt rein inwendig, wo dieses erfolgen sollte.

Nehme man an, dass bei gewissen Einweihungen etwas abstirbt, genauer genommen von Oben her zerstört wird, dann wäre es ja nur effizient, auch das auf sich zu nehmen und zu laden, was sich vom Übel anbietet, damit es mit aufhörte zu bestehen.

So etwas erfolgt von der Seele aus, und ist sicher kein Vorgang, der intellektuell gesteuert wird. Es ist mehr wie mit Christus Jesus, als eines der bekanntesten Beispiele dieser Art. So ist es auch mit anderen darum, die an ähnlichen Einweihungen dran sind. Je weniger etwas nach draußen dringt, um so effizienter letztlich und umso weniger bedarf es dann der Nacharbeit.

Von dem her kann man sagen, angenommen es hätten alle auf Erden die 3te Einweihung, dann wäre nicht nur ein ganz anderer Bewusstseins- und Erkenntnispegel gegeben, es würde zugleich auch allerlei Über vernichtet und könnte nicht länger bestehen.

Wie es wohl wäre, wenn eine Welle von Einweihungen entbrennen würde? Wer könnte da noch widerstehen und sich zurückhalten, wenn es wie eine Kettenreaktion durch die Mehrheit der Menschen raste? Dazu ist es auch so, dass manche Einweihungen eng mit anderen verknüpft sind, und so auch schnell weitere nach sich ziehen können...

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Ein Wunder - BG 2:29

Beitrag  Devino Melchizedek am Mi Aug 24 2016, 23:37

Bhagavad Gita 2:29

Yogananda:
Einige staunen über die Seele. Andere beschreiben sie als etwas Wunderbares. Wieder andere lauschen herrlichen Beschreibungen über die Seele. Und dann gibt es noch andere, die zwar alles über die Seele hören, aber sie ganz und gar nicht verstehen.

Prabhupada:
Einige betrachten die Seele als wunderbar, einige beschreiben sie als wunderbar, und einige hören, sie sei wunderbar, wohingegen andere, selbst nachdem sie von ihr gehört haben, sie nicht im geringsten verstehen können.

Reclam:
Als ein Wunder sieht's der eine,
Von dem Wunder redet einer,
Von dem Wunder hört ein Dritter,
Doch ergründen kann es keiner.
---
Es kommt vor, dass man jemandem etwas erzählt oder erklärt, man jedoch merkt, dass es nicht vordringen kann zum anderen, jedenfalls nicht in der Weise, wie man selbst es von sich her kennt und erfährt.

Die Art und Weise kann dann durchaus verschieden sein, der eine schaut vielleicht verdutzt, der andere versucht dann selbst etwas zu erzählen und wird dazu angeregt, selber nun etwas erklären zu wollen, was dann doch in irgend eine ganz andere Richtung geht. So als würde er dem fliehen wollen, um nicht auf das einzugehen, was sich vielleicht nicht in ihm findet und er so nicht weiß, wie er damit umgehen soll.. wobei es oft helfen würde, mal inne zu halten, denn vielleicht ist da etwas, was in einem doch dann weiß, wie damit umzugehen ist, und sei es, dass man dem von Oben erlaubt, etwas zu machen.

Was nicht in einem ist, kann man auch außerhalb von sich, nicht vollständig erfahren und erkennen, und meist damit auch nicht umgehen. Ganz so, wie manches erst recht zugeordnet werden kann, wenn man dieses mit einer Erfahrung in Verbindung bringen kann. Selbst wenn man von Kategorien ausgeht und Begriffen, im wesentlichen basieren diese ja doch auf einer Art Erfahrung oder Anschauung und diese letztlich hat mit dem zu tuen, was durch eine Erfahrung einem gegeben ist.

So kann man oft nur wirklich über das reden, was man erreicht oder in irgend einer Weise errichtet hat, weil auch nur dann sich etwas in einem wiederfindet, was jenem entspricht. Dann wird jedoch ein Urteil darüber immer schwerer fallen, denn dann ist es ja auch so, dass das Urteil leicht gegen das sich richten würde, was in einem ist. Nur einer ohne Erfahrung oder ein Unwissender ggf. auch einer der nicht wirklich mündig ist, wird keinerlei Schwierigkeiten haben, über alles ein Urteil zu fällen. Doch wird dieses auch die geringste Tragkraft aufweisen und dies nicht ganz zu unrecht dann.

Andernfalls (wenn solches sich nicht in einem findet) kann man tatsächlich zwar in irgend einer Weise auch einen Bezug vielleicht finden, meist jedoch, ohne das man diesen wirklich vernimmt, oder nachdem man schon zu weit geschritten ist und entweder nicht wirklich bei sich ist oder jenes nicht mehr das ist, was es mal war. So dass es auch leicht in die Richtung des Elefanten im Porzellanladen ausartet. Nicht alles verträgt sich mit allem, die Lösung dann ist einfach die, man schickt einen Elefanten nicht unbedingt in derlei Läden!

Nicht alles verträgt sich, allerdings muss sich auch nicht alles mit allem vertragen, wenn es ebendrum die Beschaffenheit nicht aufweist z.B., dann kann diese auch nicht erwartet werden. Und so lange kein Schaden angerichtet wird, dürfte sich kaum viel Grund zum Klagen finden. Und wo kein Kläger, da kein Angeklagter und auch keine Anklage, außer, sie hat dann vielleicht doch nichts mehr mit der Sache zu tuen.


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Die Rechnung begleichen - BG 5:21

Beitrag  Devino Melchizedek am Fr Aug 26 2016, 00:46

Bhagavad Gita 5:21

Yogananda:
Der Yogi, der sich nicht zur Sinnenwelt hingezogen fühlt, erlebt die ewig neue Freude des Selbst. Da sich seine Seele mit dem Geist vereint hat, erlangt er unvergängliche Glückseligkeit.

Prabhupada:
Solch ein befreiter Mensch fühlt sich nicht zu materieller Sinnenfreude hingezogen, sondern befindet sich immer in Trance und genießt die Freude im Innern. Auf diese Weise genießt der Selbstverwirklichte unbegrenztes Glück, denn er konzentriert sich auf den Höchsten.

Reclam:
Wen nicht berührt die Außenwelt,
Wer klug sich hält von ihr zurück,
Wer in das Brahma sich versenkt,
Der findet in sich selbst das Glück.
---
Wenn man in einer Hinsicht alles gegeben hat, dann kann auch dieses schon gewissermaßen befreiend sein, denn dann kann man es getrost loslassen, wissend, dass es dahingehend nichts mehr zu tuen gibt. Und dann kann man auch die Sache daher sich selbst überlassen.

Teleologie, Kausalität und auch Realität, besorgen dann schon noch den Rest, so lange es auch dauert. Alles was ausgeht, geht auch wieder ein, so lange es auch dauert, was ja letztlich ein Prinzip der Ganzheit wäre. Es ist immer nur die Frage, wie groß die Runde werden wird oder soll, und ggf. wer dann noch eine extra Runde drehen will, darf oder muss.

Die Besten in irgend einer Richtung sind häufig die, von denen man nichts hört. Eine Runde, der Kreis schließt sich und fort sind sie wieder. Da wo es hängt und klemmt, da wird man wohl regelmäßig auch etwas hören. Doch braucht man sich auch davon nicht weiter stören lassen. In der Gewissheit, dass am Ende jeder schon seins bekommen wird, ganz so wie er es verdient hat, denn der Kreis schließt sich ja doch immer und jede Rechnung wird beglichen und gleicht sich aus, was da auch immer aufgestellt wurde.

Man kann nur selber darauf achten, dass die Rechnung nicht zu teuer ausfällt. Denn zahlen wird einer müssen, und will man man selbst sein, dann wird es eben dieses auch sein, was alles begleicht. Ob ein Grashalm, etwas Zerbrochenes, oder auch etwas Gelungenes. Also kann man es sich nur selber zur Gewohnheit machen, alles möglichst von sich aus auszugleichen, ehe es eingefordert werden kann oder es in der schlichten Weise, wie die Rechnung eröffnet wurde, sich nicht mehr begleichen lässt, da die Umstände nicht mehr so angetroffen werden können.

Möchte man etwas nicht sehen und geht etwas dadurch zu Bruch, dann hat man es doch nicht weniger verursacht, nur weil man nicht hingesehen hat, vielmehr zahlt man für den Bruch, und dann ggf. noch dazu, dass man nicht darauf achtet, was man tut. Denn Rechtfertigen lässt sich etwas nur von dem, was man nicht verursacht hat (in Folge der Kausalität oder in Abhängigkeit zur Teleologie u.ä.), ansonsten ist man erst nach Ausgleich von allem, derjenige, der aus allem raus ist.

Nackt kommt man zur Welt, nackt geht man wieder. Damit schließt sich nur einer von vielen Kreisen, einer der Offensichtlichsten kann man sagen, und eine der vielen Rechnungen ist wieder beglichen. Andere Rechnungen bekommt man mit dem physischen Tode nicht beglichen, sondern wieder nach einer anderen und nach der jeweils seinigen Weise...

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Die feine Art - BG 15:5

Beitrag  Devino Melchizedek am Sa Aug 27 2016, 02:44

Bhagavad Gita 15:5

Yogananda:
Wer frei von Ehrsucht, Täuschung und verderblichen Neigungen ist, wer alle Begierden überwunden und sich von den Gegensätzen Lust und Leid gelöst hat, wer fest gegründet im Selbst ruht, der geht nicht mehr in die Irre und erreicht den Zustand der Unwandelbarkeit.

Prabhupada: Diejenigen, die frei sind von Geltungssucht, Illusion und falscher Gemeinschaft, die das Ewige verstehen, die nichts mehr mit materieller Lust zu tuen haben wollen, die befreit sind von der Dualität von Glück und Leid und die, frei von Verwirrung, wissen, wie man sich der Höchsten Person ergibt, gelangen in dieses ewige Königreicht.

Reclam:
Frei von Dünkel, Hang, Betörung,
Ledig der Begierden Kette,
In den Weltgeist sich versenkend,
Weise gehn zur höchsten Stätte.
---
Was Ziel dem einen ist, ist Mittel bloß allein für einen anderen.

Die Seele ist unwandelbar heißt, ewig gleich heißt es, als auch, dass manche alles über sie hören, sie aber ganz und gar nicht verstehen können. Dies hat durchaus damit zu tuen, dass an manchem die Seele nie ein Eigeninteresse hat, es also nur als Mittel nutzt, während das, was nicht fassen kann, was die Seele ist, eben selbiges nur als Ziel und Zweck allein bloß sieht.

Der größte Vorteil der Seele dagegen ist eben drum, auf etwas gar nicht anspringen zu können, weil diese einfach zu fein dazu ist. Weniger weil jenes an sich schlecht ist oder sein muss, wenn es auch vorkommen oder dazu genutzt werden kann und mag. Es ist an sich wie es ist und auch gar nicht im moralischen Sinne aufzufassen, als mehr nur der Beschaffenheit nach.

Das, was zu fein ist, kann also ins andere gar nicht eingehen (im Sinne des vermengens) und jenes (das Gröbere) wiederrum kann das Feinere einfach nicht fassen. Was ja auch gut so ist, denn es würde dem Feineren daher schon auch gar nicht gut bekommen, weil es diesem nicht gerecht werden würde und mit der Art Beschaffenheit nicht recht umgehen könnte.

Feinheit ist aber auch die Möglichkeit in alles einzugehen (im Sinne des Erkennens), was der Beschaffenheit nach weniger fein ist. Das hieße aber auch, an allem in der Weise arbeiten zu können, was auch immer es dann ist.

Also ist es auch gut so, dass die Seele nicht zum Inhalt der Sinne wird oder werden kann, den Sinnen jedoch einen Sinn zu verleihen vermag, eben auch nach dieser Art und Weise.

Und manchmal muss man sich für dieses oder jenes auch entscheiden, denn nimmt man alles Körperliche an sich, dann kann es auch nur in dieser oder jener Weise genutzt werden, d.h. auch nur zugleich einem Herren dienen.

Es gibt ja auch nur eine Körperlichkeit (nach der Weise, dass in einem Raum und zur Gleichen Zeit am selben Orte nur ein Körper sein kann), und wie auch die Höhere oder Niedere Entsprechung dazu, kann es nur nach einer Art und Weise eingesetzt werden, denn es gibt ja nur einen Kopf als solches, ebenso wie auch ein Herz, und es kann nur dieses oder jenes zugleich durchgeleitet oder vernommen werden. So wie es für das jeweils verkörperte Individuum wichtig oder wesentlich ist.. und doch gibt es ja in der Entwicklung irgendwann einen Übergang, wo dieses in jenes wechselt oder vielmehr dann integriert wird.. was dann aber nicht immer, ja in den meisten Fällen wohl, wenig Reibungsfrei verläuft und wo schnell und leicht etwas auch zunichte gemacht oder gehen kann, und alle Feinheit und alle Achtung dann abverlangt und von einem gefordert wird...

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Liebe als Motiv, für alles was da ist - BG 8:22

Beitrag  Devino Melchizedek am Mo Aug 29 2016, 01:14

Bhagavad Gita 8:22

Yogananda:
Durch unentwegte Hingabe, o Sohn der Pritha (Arjuna), erreicht man dieses Höchste Unmanifestierte. Er allein, der Allgegenwärtige, ist die Heimat aller Lebewesen.

Prabhupada:
Der Herr, die Höchste Persönlichkeit Gottes, der größer ist als alle, kann durch ungetrübte Hingabe erreicht werden. Obwohl Er Sich in Seinem Reich aufhält, ist Er alldurchdringend, und alles ruht in Ihm.

Reclam:
Der ewige, der höchste Geist,
Der nur durch Liebe wird erkannt -
Er ist's, der alle Wesen birgt,
Der dieses All hat ausgespannt.
---
Wenn Liebe das ist, was alles entstehen lässt, der Wille, was alles bestehen (beharren) lässt, und die Intelligenz (als Aspekt) allem einen Sinn verleiht, nun, dann ist Liebe (der Art nach) das, was auch zur Erkenntnis führt, die zum Motiv für alles was es wirklich gibt, dient.

Über das Motiv, was allem zum Grunde gelegt ist, lässt sich wohl am besten nachempfinden, warum etwas ist und ins Leben gerufen wurde. Somit ist das Leben, in Summe gesehen, ein durchaus sehr kostbares und auch kostspieliges Unterfangen, weil es sehr vieles in und an sich vereint.

Jedenfalls ist es wohl wert, darauf mehr zu achten, wozu es im wesentlichen eingesetzt wird. Denn der Preis ist nicht nur das kostbare Gut des Lebens allein, sondern zugleich auch die Erkenntnis, was hinter all dem steht. Denn wenn es nicht nachdem wozu es gegeben ist behandeln wird, dann ist nicht sogleich das Leben dahin, denn es ist ja nicht gleich weg dadurch, aber der Sinn schon.

Denn woraus sollte sich alles erschließen, wenn es nicht nach der Weise, woraus alles hervorgeht oder warum dieses oder jenes überhaupt da ist, Verwendung findet? Es soll gar nicht darum gehen, moralische Ambitionen anzustacheln, dass sei jedem selbst überlassen diese zu kultivieren, mehr also im allgemeine Sinne und auch im Moralischen nach dieser Weise.

Es lässt sich ohnehin auch nicht festlegen, was nun wozu für jeden einzelnen zählt, denn es hängt ja davon ab, worin er ist und auch wie, in eben diesem. Es lässt sich wohl nur sagen, dass das, was in der Liebe allen Göttlichen erschaffen ist, auch hinreichend geeignet ist, um ebenso darin zu sein oder damit Umgang zu pflegen.

Liebe ist wohl durchaus das Motiv aller Schöpferkraft und Schöpfung. Denn aus Liebe entstand alles und wurde aus dieser aufgespannt und ausgedehnt. Liebe ist das Geheimnis des Lebens.

Devino Melchizedek

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Zeichen der Liebe - BG 2:46

Beitrag  Devino Melchizedek am Di Aug 30 2016, 01:19

Bhagavad Gita 2:46

Yogananda:
Dem Kenner Brahmans (des Geistes) bedeuten alle Veden (heiligen Schriften) nicht mehr als ein Reservoir, das sich inmitten einer aus allen Richtungen strömenden Flut befindet.

Prabhupada:
Alle Zwecke, die ein kleiner Brunnen erfüllt, können sogleich von einem großen Gewässer erfüllt werden. In ähnlicher Weise können alle Ziele der Veden von jemandem erreicht werden, der das Ziel hinter ihnen kennt.

Reclam:
Den Nutzen, den ein Brunnen hat,
Wenn rings ist überschwemmt das Land,
Nur solchen Nutzen hat die Schrift
Für den, der höchste Weisheit fand.
---
Ist Liebe mit einem Fließen gleich zu setzen?
Nun, wenn dem so wäre, hätte wohl keiner eine Chance gegen einen Fluss oder einen Wasserfall, ja nicht einmal gegen den Nächsten, der eine Blasenschwäche hätte. Also kann Fließen per se kein direktes Kriterium für Liebe sein!

Dagegen ist das, wo auch immer etwas erschaffen wird, durchaus von Liebe gekennzeichnet (sei es nur in der Ursprungsidee, die bis zur Umsetzung gediegen ist). Denn es wird meist auch etwas vermehrt, von dem man möchte, dass es sei und werde.

Ja selbst wenn eine Waffe erschaffen würde, die vielleicht später Schaden anrichtet oder es gar soll, wird im Prozess der Erschaffung (weniger auf die Herstellung bezogen), meist eine Art von Liebe dem Dinge an sich selbst zugewendet, bis es fertig geworden ist.

Nebst dem, ist ein Kriterium wohl auch, dass Liebe nur dem zugewandt werden kann, was erkannt wird, denn wie soll diese jenes sonst antreffen und diesem gelten können? Hierzu ist es dann mehr von einer Art von Empfindung, jenem gegenüber, als nur nach einer Art von Absonderung von Substanz (vielleicht der überflüssigsten auch nur) aufzufassen. Denn nicht alle Ausdehnung ist per se erwünscht, sinnvoll oder auch nur gut.

Somit ist das Erkennen dessen, wie oder was etwas ist, und ein volles nachempfinden ein weiteres Merkmal von Liebe. Denn so wird etwas gänzlich nachvollzogen, und erfährt ja auch durch eben diesen Vorgang eine wahre Erweiterung und Ausdehnung seiner selbst, ganz nach dem, wie es an sich ist. Nicht also nachdem, was irgendwer sonst davon selber etwas möchte, wie es lieber zu sein hätte.

Die Ganzwerdung als eine Art Vervollkommnung und Vollkommenheit an sich, ist durchaus ebenfalls ein Anzeichen einer Liebesbekundung zum jeweiligen. Es kann sich wohl dann um eine göttliche Idee auch handeln, der man so lange folgt, bis diese erreicht ist. D.h., bis das Beste einer Sache hervorgebracht wurde, welche daraus werden kann. Somit kann einer Göttlichen Idee das Werk überreicht werden, in dem es vollbracht wurde und so seine Ausdehnung vom Unmanifesten ins Manifeste statt gefunden hat (wie der Mensch selbst das Göttliche auf seiner Ebene widerspiegelt oder zu diesem werden soll).

Und darüber Hinaus also, so wie das Kennzeichen des Moralischen ist, dass es notwendiger Weise ganz von sich aus und aus sich heraus vollkommen freiwillig hervorgebracht wurde. So ist es bei der Liebe wohl, dass diese vollständig gegeben wird, ohne für sich in dem Moment irgend etwas behalten zu wollen oder auch nur an dem geringsten eigenen Vorteil dabei zu denken, als nur der Sache an sich selbst gewidmet zu sein.. denn das beste Beispiel ist Gott selbst, der sich selbst vollständig gegeben hat...

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Auch vom Kleinsten ließe sich alles lernen - BG 7:15

Beitrag  Devino Melchizedek am Fr Sep 02 2016, 01:26

Bhagavad Gita 7:15

Yogananda:
Die niederste Art von Mensch, die Übeltäter und irregeführten Narren, denen die Maya (Täuschung) ihre Unterscheidungskraft geraubt hat, folgen dem Weg dämonischer Wesen und versäumen es, in Mir Zuflucht zu suchen.

Prabhupada:
Jene gottlosen Menschen, die abgestumpft und dumm sind, die die Niedrigsten der Menschen sind, deren Wissen von Illusion gestohlen ist und die das atheistische Wesen von Dämonen haben, ergeben sich Mir nicht.

Reclam:
Zu mir gelangt niemals der Tor,
Der Niedrige, der Bösewicht;
Dämon'schem Wesen zugewandt,
Raubt Maya der Erkenntnis Licht.
---
Jeder folgt ja doch nur seiner eigenen Natur, wie es ihm gewiesen ist. Der Rahmen der Möglichkeiten ist gesteckt, der Wille daher Möglichkeit oder Nebenprodukt.

Jeder muss dem folgen, was in ihm ist, denn nur das ließe sich zum Abschluss bringen, was auch vollständig durcherfahren wurde. Es ist eben jenes, was man sich einlädt, weil man meint etwas haben zu müssen. Das was eingeladen wurde, ist immer die Lektion, etwas zu lernen, in dem, was es ist, oder was es nicht ist.

Das andere ist die Sache an sich selbst, doch ist diese nicht nach dem haben-wollen bestimmt, sondern nach dem, wie es erschaffen wird. Das heißt, es hat mehr mit Prinzipien zu tuen, und in welchem Rahmen es erwächst.

Im Grunde ist das Größte worin man sich täuscht, das Kleinste zugleich. Einmal in dem, was man unbedingt als für sich erforderlich ansieht, um es dann zu begehren. Denn von dem, in welchem Verhältnis es steht und wenn man bei diesem bliebe, wäre das kleinere ohnehin inbegriffen. Zum anderen in dem, das es auf Größe nach messbaren Kriterien nicht ankommt, denn das Kleinste könnte einem den Schlüssel für die größten Geheimnisse eröffnen, wenn man dieses in ihm zu erkennen vermag.

Was auch immer es dann wäre, wenn es doch in seinem Verhältnis einem alle Verhältnisse eröffnen würde, weil man es in einem Zusammenhang zu allem sieht, was ist, dann ist einem alles eben nur durch das Kleinste offenbart, von allem was da ist.

Nicht auf die Größe kommt es also an, nachdem etwas ausgemessen werden kann, als mehr nach der Art, wie man damit umgeht. Nur was Achtung erfährt, erschließt einem sein Geheimnis.

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Zeit für Übungen - BG 2:41

Beitrag  Devino Melchizedek am Di Sep 06 2016, 01:44

Bhagavad Gita 2:41

Yogananda:
In diesem Yoga, o Spross des Kuru (Arjuna), ist die innere Entschlossenheit auf ein einziges Ziel gerichtet. Dagegen sind die Gedankengänge eines wankelmütigen Geistes endlos und weit verzweigt.

Prabhupada:
Diejenigen, die diesen Pfad beschreiten, sind entschlossen in ihrem Vorhaben, und ihr Ziel ist eins. O geliebtes Kind der Kurus, die Intelligenz der Unentschlossenen jedoch ist vielverzweigt.

Reclam:
Ihr Grundgedanke unentwegt
Entschiedenheit dir offenbart,
Denn endlos ist und vielverzweigt
Der Unbeständ'gen Sinnesart.
---
Im Grunde ist Denken vom Ansatze her das, was bei Rudolf Steiner die 1te Nebenübung heißt: Gedankenkontrolle
"Die erste Nebenübung, die Gedankenkontrolle besteht darin, dass man wenigstens für kurze Zeiten des Tages nicht alles Mögliche durch die Seele irrlichtelieren lässt, sondern einmal Ruhe in seinem Gedankenlaufe eintreten lässt. Man denkt an einen bestimmten Begriff, stellt diesen Begriff in den Mittelpunkt seines Gedankenlebens und reiht hierauf selbst alle Gedanken logisch so aneinander, dass sie sich an diesen Begriff anlehnen."
---
Besser ist es sich Zeit zu lassen, statt zu verbissen dran zu gehen, denn mit Ungleichgewicht und Unausgewogenheit ist nicht gerade mehr erreicht. Und ist etwas zu stark vorbelastet, in einer Hinsicht, eignet sich das irgendwann gar nicht mehr als Arbeitsmittel oder Weg.

Anstelle äußerer Ergebnisse ist man ohnehin besser dran, wenn man es in den Rahmen stellet, etwas gar nicht für sich selber nur zu tuen, und sei es nur das, dass man etwas übet oder erlernet, um anderen damit am Ende besser helfen oder dienen zu können. Das ist nichts, wessen man sich intellektuell überzeugen sollte, sondern sollte die Grundhaltung sein, ohne darüber groß nachdenken zu müssen.

Denn genau aus der Haltung heraus, wird es auch eher in das Selbst (Seele/Monade) integriert werden können. Denn ist es darin, dann ist es meist für das gesamte Umfeld von Nutzen, und so findet es auch eher den Weg mit einer solchen Haltung daher. Und hat das Umfeld mit etwas weniger Schwierigkeiten, oder kann mit etwas besser umgehen, dann hat man auch ein leichteres Leben dahingehend und derlei Schwierigkeiten werden immer weniger einem im äußeren begegnen (können).

Ist z.B. darin die Fähigkeit enthalten, den Willen in rechter Weise zu gebrauchen, dann wird das gesamte Umfeld auch eher den Willen einem selbst gegenüber in rechter Weise gebrauchen. Ist Freude darin oder viel Begeisterung für die einfachsten Dinge, dann ist das ganze Umfeld leicht begeistert. Aber auch technisch etwas sauber zu erkennen, in welchem Verhältnis und Zusammenhang etwas steht und ggf. wie man es entlasten kann, so wird dieses Verhältnis dadurch wesentlich entspannter u.dgl.m...

Es ließe sich auf fast alles anwenden, ggf. schaut man auch, womit sich alles um einen etwas schwer tut, und beschäftigt sich etwas damit, innerlich und vor sich selbst. Ähnlich der Übung zu Gedankenkontrolle, man nimmt etwas, schaut wie weit sich eben jenes dann verändert und verbessern ließe, und ordnet es darnach an. Bis diese Idee so gefestigt ist, dass sie einen Ausdruckpunkt findet und sich manifestiert.

Devino Melchizedek

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Ansprüche - BG 13:21

Beitrag  Devino Melchizedek am Do Sep 08 2016, 01:22

Bhagavad Gita 13:21

Yogananda:
Purusha erlebt die von der Natur erschaffenen Gunas, und zwar unter dem Einfluss von Prakriti. Anhänglichkeit an die drei Eigenschaften der Prakriti veranlasst die Seele, sich in einem für sie förderlichen oder hinderlichen Mutterschoß zu verkörpern.

Prabhupada (BG 13:22):
So folgt das Lebewesen in der materiellen Natur den Wegen des Lebens und genießt die drei Erscheinungsweisen der Natur. Das ist auf seine Verbindung mit der materiellen Natur zurückzuführen. So trifft es mit Gut und Schlecht in den verschiedenen Lebensformen zusammen.

Raclam:
Verflochten in die "Urnatur"
Genießt die "Gunas" so der Geist,
Verkörperung, ob gut, ob schlecht,
Hiervon als Folge sich erweist.
---
Die Ansprüche werden immer höher, je weiter die Gesamtentwicklung schreitet. Man wird aber auch immer mehr Einflüssen ausgesetzt sein, weil einfach mehr dabei ist, was eine Rolle spielt. Und man wird sich auch immer weniger davon raushalten und zurückziehen können.

Das ist weniger im moralischen Sinne, sondern dann mehr im technischen Sinne so. Man kann dann gar nicht umhin, mit dem einen oder anderen oder auch mit allem umgehen können zu müssen. Auch bleibt es mit den Geistigen Einweihungen ja nicht außen vor und diese werden daher immer anspruchsvoller, je weiter die Gesamtentwicklung ist. Somit ist es dann ein unterschied unter welchen Ansprüchen man ein und die selbe Einweihung macht. Dadurch hat man aber eine Einweihung dann vielleicht irgendwo erreicht, aber noch nicht überall, und wo anders ist man mit der selben Einweihung noch weit zurück liegend, im Gegensatz zu denen, die eigentlich die selbe haben, aber diese unter anderen Ansprüchen erreichen mussten.

Daher ist es eine Sache, ob man sich streng idealistisch verhalten möchte, aber was nutzt es, irgend einen Anteil von sich zurück halten zu wollen, wenn er unausgewogen ist und immer wieder auf irgend etwas anspringt. Also wird man genau da reingehen müssen, ihn auspendeln lassen und dann wieder rausgehen, bis man mit allem durch ist und alles in der Weise ausgewogen und im reinen ist.

Dabei sind die Gunas ja nur eines von vielen Dingen, denen man auf der Reise begegnen wird. Alles auspendeln lassen und wieder weiter ziehen, bis man wieder irgendwo reingezogen wird, was nur anzeigt, dass man damit nicht recht umzugehen vermag. Jedoch irgend etwas in einem doch ein Interesse daran hat, weil es sich dorthin gezogen fühlt.

Und irgendwo aus der Summe, mit allem, wo man reingezogen war und den Umgang lernte, wird dann das, was die eigenen Spezifikationen ausmacht. Die wahren Interessen daher, aus der Summe, sind dann die, die über den einen oder anderen kosmischen Entwicklungsweg entscheiden werden. Es wird ja nicht das sein, wo man einfach nach irgend einem Wunsche von irgend einem einzelnen Anteil geht, sondern woraus das entsteht, was einem in der Summe aller Anteile entspricht und was auch mit dem korrespondiert, was schon seit langem einen hierhin oder dorthin bewog abzubiegen.

Die Kurve zu kriegen hat dann eine ganz andere Bedeutung noch. Es ist so eine Sache, wenn man sich wünscht alles mit möglichst wenig Aufwand zu bekommen, doch wenn dann nicht das in einem angemessen gefordert wurde und mit allen Aufgaben entschieden mitgewachsen ist, dann wird es wo anders vielleicht nicht zulangen, um als selbiges zu zählen, wo es unter geringen Ansprüchen genügt hatte.

Daher kann man nur sich an allen Anforderungen erfreuen, die einem begegnen und einen für würdig halten, dass man unter ihren Ansprüchen antreten darf, um an ihnen wachsen können. Man sollte sich nichts einfacheres oder leichteres wünschen, als eben so viel, wie man schaffen kann...

Devino Melchizedek

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Wohlwollen und Bereitwilligkeit - BG 2:71

Beitrag  Devino Melchizedek am Mo Sep 12 2016, 01:56

Bhagavad Gita 2:71

Yogananda:
Frieden erfährt der Mensch, der allen Wünschen entsagt, kein Verlangen mehr hat und der sich nicht mehr mit dem sterblichen Ego und dem damit verbundenen Ichgefühl gleichsetzt.

Prabhupada:
Jemand, der alle Wünsche nach Sinnenbefriedigung aufgeben hat, der frei von Wünschen ist, der allen Anspruch auf Besitz aufgegeben hat und frei von falschem Ego ist - er allein kann wirklich Frieden erlangen.

Reclam:
Wer jeglicher Begier entsagt,
Von Selbstsucht und Verlangen rein
Auf dieser Erde wandelt, geht
Zu ruhevollem Frieden ein.
---
Manchmal ist es besser weniger zu Wissen, als der Mensch sich entwickelt hat, um damit vernünftig umgehen zu können. Dabei geht es nicht einmal darum, dass manche Dinge sowohl sich zum Nutzen, wie auch zum schaden und verderben oder als eine Art von Waffe einsetzen ließen.

Es muss auch die Kraft überwunden werden, die entsteht, wenn Wissen das erweckt, was ehedem latent nur war, aber doch vorhanden, weil es keine Gelegenheit bekommen hatte sich zu entwickeln.

Nicht ohne Grund wird in der Bhagavad Gita das Wissen mit Schlangen in Verbindung gebracht. Ist dieses erstmal wach, dann kann man nicht mehr so tuen, als hätte man nichts damit am Hut. Ebenso wie bestimmte Zaubertricks nicht mehr funktionieren, wenn man erstmal ihr Geheimnis kennt. Und man kann nurmehr auf das Vertrauen, was die Selbstsucht aller Art bereits überwunden hat, denn es wird nicht mehr auf das anspringen, was die Energien in verkehrte Bahnen lenken kann.

Denn das Geistige ist und kann nicht dazu da sein, um für uns allerlei Alltäglichkeiten des Menschlichen Alltags zu regeln, denn wir selbst als Mensch sind genau dazu da, um all dieses zu händeln.

Auch können manch Energien überhaupt nicht gedrosselt werden, in dem, wie sie wirken. Entweder es fließt Geistige, oder sagen wir Höhere Energie, oder nicht. Entweder wir können damit umgehen, oder nicht.

Es gibt dann im Grunde genommen mehrere Möglichkeiten, die entstehen können. Die der Fehlleitung ist ja nur eine davon, eine andere wäre die, dass es vom Empfänger nicht aufgenommen wird oder erfasst werden kann. Dieses geschieht ja fortwährend auch mit dem, was die höheren Ebenen anbetrifft, welche vom weniger Eingeweihten z.B. nicht erfasst werden können.

Eine weitere Möglichkeit wäre, dass nachdem diese Energie angekommen ist, und das aufgedeckt wird, was da ist, es zu einer Abwehrhaltung und Reaktion kommen kann, weil das, was erkannt wird, dem der Erkenntnisursache bloß zugeordnet und zugeschrieben wird. Was wiederum zur Folge haben kann, dass aller Schmerz z.B., oder was auch immer es dann ist, der Erkenntnisursache als verursachend zugeschrieben wird. Ebenso kann es allerdings auch noch allerlei anderes sein, geradeso, wie der eine oder andere ticken mag.

Jedenfalls wird das zunächst verstärkt, was sich vorfindet! Daher ist nicht alles, so gut wie es letztlich auch sein mag, für alle zugleich gut geeignet, wenn jenes dazu nicht bereit ist.

Denn die Entität (so wollen wir es möglichst neutral nennen), die wie hilfreich und förderlich sie auch sei, kann ebenso auch alles Leben von weniger starker Ausprägung und Entwicklung leicht zunichte machen. Von daher auch als größte Bedrohung und Feind erscheinen, wenngleich es überhaupt nichts mit der Absicht und dem Wohlwollen dieser Entität zu tuen hätte. Sondern bloß dem Unvermögen geschuldet ist, damit etwas anfangen oder brauchbar damit umgehen zu können. Und nicht weniger von dem, was als böse oder schlecht wahrgenommen wird, ist nur die Umkehrung dessen, was auf einer Höheren Ebene in entgegengesetzter Richtung unterwegs ist, aber eben drum nur die Umkehrung davon nach unten gelangen kann.


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Das Wandelsein - BG 13:19

Beitrag  Devino Melchizedek am Mi Sep 14 2016, 02:04

Bhagavad Gita 13:19

Yogananda:
Wisse, dass sowohl Purusha als auch Prakriti anfanglos sind; und wisse, dass alle Modifikationen und Eigenschaften (Gunas) von Prakriti geboren werden.

Prabhupada (13:20):
Man sollte verstehen, dass die materielle Natur und die Lebewesen anfanglos sind. Ihre Umwandlungen und die Erscheinungsweisen der Materie sind Produkte der materiellen Natur.

Reclam:
"Natur" und "Geist", das merke dir,
Sind alle beide anfanglos.
Die "Gunas" und ihr Wandelsein
Gebiert "Natur" aus ihrem Schoß.
---
Alles in der Materie, ist Materie, und alles im Geist, ist Geist. Doch wie Erscheinung für etwas von Substanz und Beständigkeit gehalten werden kann, so kann auch Geist und Materie für etwas anderes gehalten werden, wenngleich es auch dieses nicht ist.

Ist etwas vollständig im Geist, dann hat Materie keinen Einfluss darauf. Ist etwas voll in der Materie, dann hat auch der Geist keinen direkten Einfluss darauf, weil es von einer anderen Beständigkeit ist.

Es gibt wohl keinen anderen Weg der Läuterung, als immer wieder in die Materie einzutauchen, bis man sich frei von dieser lösen kann. Ebenso auch so lange in den Geist einzutauchen, bis man ein Gewahrsein von diesem entwickelt hat.

Immerhin kann bei dem, was anfanglos, also auch zeitlos ist, kein Verlust entstehen, und es ist nur bei allem davon eine Frage der Zeit, wie lange es worin verweilt, bis es wieder aus dem hervortritt, worin es eingegangen war. Nur das nicht alles anfanglos und ewig ist, in diesem Sinne.

Im Grunde genommen ist aber auch alles, was deutlich vollkommener entwickelt ist, wie auch alles, was sehr wenig entwickelt ist, gegenseitig eher schwer zuträglich. Denn wie das eine zur Trägheit neigt und das andere zur Tugend, so ist es für das jeweils andere das jeweilige ständig gegen den eigenen Strom gerichtet und kann zuweilen recht anstrengend ausarten.

Wenngleich es beidem helfen mag, dem einen zu erkennen, was es noch alles zu befreien gibt, dem anderen um sich selber zu erkennen, woran es überhaupt ist.. alles in allem, ist manches ein recht schleppender Prozess...

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Das Opfern - BG 3:9

Beitrag  Devino Melchizedek am Do Sep 15 2016, 00:31

Bhagavad Gita 3:9

Yogananda:
Weltliche Menschen sind durch ihre Handlungen, die sich von den Yajnas (religiöse Riten) unterscheiden, karmisch gebunden. O Sohn der Kunti (Arjuna), wirke du ohne innere Bindung im Geiste des Yajna und bringe all deine Handlungen als Opfergaben dar.

Prabhupada:
Man muss seine Arbeit Vishnu als Opfer darbringen, denn sonst wird man durch sie an die materielle Welt gebunden. O Sohn Kunti's, erfülle daher deine vorgeschriebenen Pflichten zu Seiner Zufriedenstellung; auf diese Weise wirst du immer frei von Bindung bleiben.

Reclam:
Ans Dasein bindet jedes Tun,
Das nicht geschieht aus Opferpflicht;
Vollbringe darum zwar ein Werk,
Doch hänge an demselben nicht.
---
Wollte man es ganz offen und ehrlich klar stellen, müsste man schlichtweg sagen, dass die meisten überhaupt nicht mal in der Lage dazu sind ein wirkliches Opfer darzubringen.

Auch hier wieder sei angemerkt, dass es keineswegs darauf ankäme es rein äußerlich nicht vollziehen zu können, oder mit aufgeblasenem Idealismus, mit vielleicht sogar angemessenem Gefühl oder mit und in tiefer emotionaler Begleitung, oder sonst wie noch von größter Überzeugung her.. nein, einfach nur deswegen nicht, weil überhaupt nicht das angetroffen würde, wo es hingehen oder landen sollte...

Denn selbst wenn es in dieser oder jener Hinsicht mit aller Überzeugung wäre, hieße es noch nicht, dass es wirklich über diese jeweilige Überzeugung in irgend einer Form hinaus ginge.

Es gibt für alles sicher besondere Gelegenheiten, nur muss nicht die Gelegenheit einen ergreifen und dazu überzeugen wahrgenommen zu werden, denn sonst würde man nur zu leicht sich von irgendetwas davon oder daraus beherrschen lassen, sondern man muss selber die Gelegenheiten erkennen, ergreifen und nutzen.

Es gibt immer wieder mal Türen die sich öffnen, auch zum Geistigen hin, und auch Türen die sich schließen. Nur dreht sich das damit für gewöhnlich nicht um eigene Befindlichkeiten oder den eigenen Neigungen nach, sondern mehr nach Kosmischen Zyklen und Ereignissen, allem anderen voraus.

Oder anders gesagt, die Welt dreht sich nicht um einen, sondern um die Sonne. Also müsste man schon die Sonne sein, wollte man, dass die Welt sich um einen drehte.

Also kann man gleich auch alles der Sonne als Opfer darbringen, und hoffen, dass es auch ankommt, d.h. auch angenommen wird. Denn Opfern heißt Befreiung! Denn Befreiung von der Form muss irgendwann folgen, um die jeweilige Qualität daraus und dahinter mit hinüber zu nehmen, muss diese in dem Geiste sein, der alles überdauert. Da ist die Sonne doch etwas ganz naheliegendes? Denn wie möchte man etwas der Form nach oder in der Form auf Dauer auch erhalten?

Und wie auch der Kurs in Wundern lehrt, das was man gibt, das behält man. Daher ist die Sache mit dem Opfern eine ganz wesentliche. Und vermutlich gab es gerade viele ältere und hoch entwickelte Kulturen, die dem Gedanken, etwas der Sonne zu opfern, wesentlich näher standen (dem Verständnis nach), als es heute damit der Fall ist. Und vielleicht war einiges davon gar nicht so weit hergeholt oder abwegig, wie es die Überlieferungen heute deuten. Wenngleich sicher zu allen Zeiten nebst Höheren Zwecken auch irgend welche anderen Ziele verfolgt worden sind.

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Das Rad der Ordnung - BG 3:16

Beitrag  Devino Melchizedek am So Sep 18 2016, 23:25

Bhagavad Gita 3:16

Yogananda:
O Sohn der Pritha (Arjuna), wer sich in dieser Welt nicht mit dem Rad dreht, das durch diesen Prozess in Bewegung gesetzt wurde, wer frevelhaft lebt und den Sinnen frönt, der lebt wahrlich vergebens!

Prabhupada:
Mein lieber Arjuna, jemand, der im menschlichen Leben dem Zyklus der Opfer, wie er von den Veden festgelegt ist, nicht folgt, führt mit Sicherheit ein Leben der Sünde. Weil ein solcher Mensch nur für die Befriedigung seiner Sinne lebt, lebt er vergeblich.

Reclam:
Wer hier der ew'gen Ordnung Rad
Zu seinem Teil nicht weiter dreht,
In Sinnlichkeit und Schuld verstrickt,
Vergeblich der durchs Leben geht.
---
Jedem das, was ihm gebührt, oder auch, allem das, worin es sich bemüht. Es ist zwar nicht erforderlich, dass jeder im Zölibat lebt oder sich sonst wie fanatisch verbiegt und in irgend einer Richtung übermäßig sich versteigt, doch im Kleinen wie Großen oder auch Mittleren, worin also auch immer, seinen Anteil einzubringen und beizutragen im Rad des großen Lebens gehört dazu.

Das Opfer im Zyklus des Lebens also, wie es so schön heißt, bedeutet ja allem seinen Anteil zu vergelten, wie dieses im größeren Gefüge besteht. Dem Göttlichen, dem der jeweiligen beteiligten Natur oder Naturreichen, wie sie ineinander greifen und worin auch immer ihre Beteiligung haben. Vieles hat seinen Part schon vorweg erfüllt, ehe es überhaupt zu einem schlichten Menschlichen Dasein oder Leben kommen konnte und kann. Denn es besteht alles ja nicht bloß aus dem Nichts heraus.

Und wenn man ein schlichtes Leben zum Beispiele nehme, wie es heutzutage nicht wenig geführt wird, nebst Arbeit, was vielleicht sogar, wenn auch nicht so gesehen, den größeren Sinn noch im Leben erfüllt, dann ist vieles der restlichen Beschäftigung darauf ausgelegt, möglichst viel Bequemlichkeit und das zu verschaffen, was zum Angenehmen zählt. Was wiederum ja zur möglichst großer Passivität beitragen soll, um so einen möglichst großen Anteil am Genusse zu haben.

Doch was heißt das letztlich nur? Denn wenn man nun eine Art Couchpotato im klassischen Sinne nimmt, wo das alltägliche Highlight darin bestünde, es sich vor dem Fernseher gemütlich zu machen, was bliebe dann noch das eigens Eingebrachte ins Rad des Lebens?

Es spricht nicht einmal etwas dagegen, ab- und an mal fernzusehen, denn selbst dabei kann man immer noch innerlich etwas aktiv sein. Es geht prinzipiell nur darum, ob man das Fernsehen konsumiert oder gar selbst nur dem Fernseher zur Nahrung gereicht?! Denn wenn man alles als Kraft sieht, dann ist man ja nicht derjenige, der das Fernsehen unbedingt beherrscht, wenn man nur auf Konsum aus wäre. Wo geht denn die eigene Kraft dann aus diesem Verhältnis hin? Zu einem oder zum Fernsehen?

Vieles wird man weder auf die schnelle ändern können, noch ist es sinnvoll alles plötzlich zum zu werfen oder zu verstoßen, was da ist, ohne sich erstmal damit befasst zu haben, warum es da ist oder so ist, wie es ist. Doch ist es wohl nicht zu bestreiten, dass es sinnvoll ist, sich immer ein wenig zu bewegen, hier und da zu hinterfragen, ein wenig innerlich immer wieder tätig zu sein, selbst wenn man nach außen hin erstmal nichts groß verändert. Doch aus allem erwächst das, was diesem entspricht. Und jeder noch so große Garten, fing mit den ersten Pflanzen (welcher Art auch immer) mal an. Daher ist auch kein gutes Bemühen gänzlich vergebens, selbst wenn es nicht gleich große Früchte hervorzubringen scheint...

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Erwachsenen-Leben und Seelenintegration - BG 3:28

Beitrag  Devino Melchizedek am Fr Sep 23 2016, 00:12

Bhagavad Gita 3:28

Yogananda:
O Starkarmiger (Arjuna)! Wer die Wahrheit über die Aufteilung der Gunas (Eigenschaften der Natur) und deren Tätigkeit kennt - wer weiß, dass es die Gunas als Sinneseigenschaften sind, die an den Gunas in der Gestalt von Sinnesgegenständen hängen -, der (dessen Selbst) fühlt sich ihnen nicht mehr verbunden.

Prabhupada:
Wer die Absolute Wahrheit kennt, o Starkarmiger, befasst sich nicht mit den Sinnen und mit Sinnenbefriedigung, da er sehr wohl die Unterschiede zwischen Arbeit und Hingabe und Arbeit um fruchttragender Ergebnisse willen kennt.

Raclam:
Doch wer da "Gunas", Werk und Selbst
Voll Weisheit auseinander hält,
Weiß "Gunas wirken hier auf sich"
Und hängt nicht an der Sinnenwelt.
---
Man wird mit Kindern, die sich am Spielzeug noch ernstlich erfreuen können, im Spielen nicht mithalten können. Denn das Spiel oder Spielzeug vermag einen nicht mehr in gleicher Weise zu packen und zu fesseln. Es wird schnell dahin gehen, dass man so tut als ob man mitspielt, aber man wird nicht so ganz bei der Sache sein. So verliert vieles seinen Reiz, wenn man darin nicht mehr eingehen oder aufgehen oder auch mal untergehen kann. So das es aufhört für einen einfach noch das zu sein, was es mal war.

Nun, manchmal ist es auch sinnvoll, manchmal auch notwendig, um dann mit selber aufrichtiger Zuneigung oder Hingabe sich anderen Dingen überhaupt zuwenden zu können. Sonst wäre man nicht vollends dabei, ähnlich dem, wie wenn Erwachsene mit Kindern etwas spielen, denn man wird nicht ganz darin so aufgehen, wie es Kinder können, da jeweiliges ihnen auch etwas anderes bedeutet.

Obwohl man von der Seele ausgehend sagen könnte, wiewohl sollte sich eine Seele über 15 ausgerechnet hin zu 16 Inkarnationen im Vergleich verändert haben? Was sollte denn für diese so sehr Unterschied nun sein, zwischen ein paar Lebensjahren mehr oder weniger, innerhalb von nur einer Inkarnation?!

Wobei eine gewisse Intergration und Beherrschtheit (im Sinne der Handhabung durch die Seele) schon eine nicht zu geringe Rolle spielen wird. Denn auch der Verlust liegt wohl mehr bei dem, was nicht der Seelenherrschaft unterstellt werden konnte, als bei der Seele selbst, welche dieses sich auch durch andere Mittel und Wege besorgen könnte.

Doch ist das Ende einer Phase, meist doch nur der Beginn einer Neuen, die in irgend einer Weise oft nur ein wenig weitreichender ist, als die vorgegangene, welche nicht selten auch eine Vorbedingung ist. Ganz so, wie eine glückliche Kindheit auch dazu beitragen kann, ein glücklicheres oder besseres Erwachsenen-Leben führen zu können.

Unabhängig also dem, für wie dumm andere etwas halten oder zählen mögen, wenn es etwas ist, was einem entspricht und worin man vollends aufgeht, dann sollte man es sich nicht unbedingt nehmen lassen. Außer natürlich, man verkennt die Phase und worin man eigentlich ist, denn wenn Erwachsene sich schlimmer als Kinder verhalten oder benehmen, kann etwas auch dumm an sich sein!

Doch ein wenig Kind steckt auch in jedem Erwachsenen noch drin, denn es ist das, wie er wurde was er ist und was er einst war. Und ein wenig Erwachsener steckt auch im Kinde, so wie es als Seele ist, und auch was es als Seele ein wenig weiter nur zurück mal war. Es ist immerhin weniger weit zurück, als bei einem Erwachsenen, außer die Seelenintegration ist gut gediegen, dann ist der Erwachsene dieser (der Seele) auch nicht ferner, als es ein Kind (oft noch) ist, bis manch Erziehung es von der Seele mehr abzubringen suchte, als anzunähern oder die Integration unter die eigene Seele zu lehren...

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Alles Geist - BG 4:24

Beitrag  Devino Melchizedek am Mo Okt 17 2016, 00:53

Bhagavad Gita 4:24

Yogananda:
Sowohl das Darbringen des Opfers als auch das Opfer selbst sind Geist. Das Feuer und derjenige, der sein Opfer hineinwirft, sind andere Formen des Geistes. Wer dies erkannt hat und während all seiner Tätigkeit in Brahman (dem Geist) versunken bleibt, wird wahrlich eins mit dem Geist.

Prabhupada:
Jemand, der völlig ins Kishna-Bewusstsein vertieft ist, erreicht mit Sicherheit das spirituelle Königreich, denn er widmet sich vollständig spirituellen Tätigkeiten, bei denen die Ausführung absolut ist und das, was dargebracht wird, von der gleichen, spirituellen Natur ist.

Reclam:
Das Brahma ist das Opferwerk,
Das Feuer und das, was man schenkt;
Ins Brahma geht der selig ein,
Der ganz ins Brahma sich versenkt.
---
Alles ist doch Geist, wenn auch nicht gleicher Schwingung und ggf. nach einer anderen Ebene angeordnet.

Also ist damit nicht abgeholfen, irgendetwas als nicht-geistig zu etikettieren, und schon hat sich auch nur irgendetwas damit gelöst. Für den einen kann es sogar schon erlösend sein, sich dessen klar zu machen, dass alles irgend eine Art von Geist ist. Für einen anderen weniger, denn es gibt nicht die Möglichkeit dem zu entfliehen, als wäre etwas ausgenommen davon, und man könnte es sich aussparen, sich diesem in angemessener Weise zu begegnen. So als wäre etwas geringer oder anders, denn Geist ist.

Gibt es unbelebte Materie?
Nun, von dem her nicht wirklich. Und selbst wenn, wird es ja nicht das sein können, woran man auch nur etwas finden könnte, woran es etwas auszusetzen gäbe. Soll heißen, man wird kaum damit in Widerstreit oder Konflikt geraten auch nur können. Möchte man daher etwas ausweichen, dann wird man annehmen können, dass es auch Geist ist.

Denn wenn Konflikt ist, muss es sich dort befinden, wo auch Geist ist, der konfliktfähig ist. Da ja auch überhaupt vieles nur sich auf seiner Ebene begegnen kann.

Immanuel Kant führte ja u.a. an, dass eine Eigenheit der Vernunft sei, dass diese sich nicht mit weniger zufrieden stellen lässt, als einer Lösung und Synthese gemäß der höheren zugrunde liegenden Idee oder dem Prinzip. Daher ein Widerstreit so lange besteht, wie keine Lösung da ist, die diesen erklärt, vorher aber auch keine Ruhe gefunden wird und die Vernunft ja auch nicht zurückstehen können kann. So ähnlich ist es denn dann auch mit dem Geiste, er gibt so lange keine Ruhe, bis er sich seiner selbst wieder sicher ist nach seiner jeweiligen Natur.

Wenn auch die Gattung des Menschen allgemein nicht dazu neigte, sich zu bewegen, kann es doch nicht die Natur des Geistes im Menschen sein. Nur so ist, wie bei der Vernunft, die Lösung sicher, das und bis Geist und Mensch sich als eins erkennen und der Mensch seine wahre geistige Natur heiligt, er keine Ruhe finden wird...


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Vom Erklärten zum Verklärten - BG 4:19

Beitrag  Devino Melchizedek am Sa Okt 29 2016, 02:38

Bhagavad Gita 4:19

Yogananda:
Die Weisen, die allen Früchten ihres Handelns entsagt haben, die stets zufrieden und unabhängig (von materiellem Gewinn) sind, begehen auch mitten in ihrer Tätigkeit keine (bindenden) Handlungen.

Prabhupada:
Jemanden, der in vollkommenem Wissen gründet, erkennt man daran, dass jede seiner Bemühungen frei ist von dem Wunsch nach Sinnenbefriedigung. Über jemanden, der so handelt, sagen die Weisen dass das Feuer des vollkommenen Wissens alle Reaktionen auf seine Tätigkeiten verbrannt hat.

Reclam:
Wer mit des Wissen Feuerstrahl
Die Taten alle hat verbrannt,
Wer frei von Wunsch ist und Begier,
Der wird ein Wissender genannt.
---
Wenn man überhaupt erst auf etwas gekommen ist, von dem, was einem erklärt wurde oder überhaupt auch nur eine Kenntnis oder ein Wissen daraus gewinnen konnte, sollte man nicht sich zugleich so weit verklärt wähnen, dass man dem schon voraus ist, woraus einem dieses zugetragen wurde. Vor allem wenn man ohnedem, weder eine Kenntnis noch sonst auch nur Einsicht oder Beweggrund hätte sich damit bloß auch nur zu befassen oder es auch nur irgendwie zu kennen!

Mag auch daher rühren, worauf etwas gründet. Hat man die Ursächliche Sache des Entstehens erkannt (die ursprüngliche Idee oder das Urbild), ist es noch etwas anderes, als nimmt man nur das zur Basis, was anderswoher gekommen ist. Das was vorausging, ist dann stets zuerst schon da, von dem, was darnach ging.

Überhaupt ist es etwas anderes, nur sich etwas zuzuführen und es sich zurecht zu interpretieren, als denn dass dahingehend, was daraus wird, etwas zu erkennen, zu erklären und aus dem Erklärten heraus weitere Einsicht ziehen zu können.

Denn sollte man etwas nicht erklären können, jedenfalls als Idee vor sich und an sich, dann hat man es vermutlich auch nicht wirklich hinreichend umfassend erfassen können. Sei es nur darum, dass man etwas sinnbildlich wiederzugeben vermag.

Es gibt sowohl die Art verklärt zu sein, dass einem etwas zu nichts mehr verhilft, als schon da ist und lediglich als eine Bestätigung dessen, was bereits vorhanden ist noch zu dienen vermag; als auch die Art, sich verklärt zu wähnen, ohne überhaupt in Berührung zum jeweiligen zu sein und lediglich mit Widerspiegelungen umzugehen.

Das beste Mittel ist immer noch dass, ob es ein Eigeninteresse daran gibt oder nicht. Denn die Motivation daran zu gehen, ohne Eigeninteresse daran, wird immer weitreichender sein. Bis hin, dass das Eigeninteresse auf dem basiert, worin der Gesamtzusammenhang sich widerspiegelt. Dann ist man aus der Wiederspiegelung irgendwann zum Wesen der Dinge vorgedrungen. Und wie sollte es da nicht anders sein, als dass man es dann nicht zu erklären vermag? Denn alles daraus, ist Erklärung dessen selbst, denn es gibt dann kein Eigeninteresse unabhängig dessen, woraus der Gesamtbestand nun dessen ist...

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Das weite Feld & der Ertrag - BG 13:18

Beitrag  Devino Melchizedek am Fr Nov 04 2016, 01:23

Bhagavad Gita 13:18

Yogananda:
Ich habe kurz das Feld, das Wesen der Weisheit und den Gegenstand der Weisheit beschrieben. Wenn ein Gottsucher diese erkannt hat, wird er eins mit Mir.

Prabhupada (13:19):
Somit habe Ich das Tätigkeitsfeld [den Körper], das Wissen und den Gegenstand des Wissens zusammenfassend beschrieben. Nur Meine Geweihten können dies vollständig verstehen, und so erreichen sie Meine Natur.

Reclam:
Erklärt sind "Feld" und "Wissen" jetzt
Und der Erkenntnis Gegenstand.
Wer mit vertraut und dieses weiß,
Den Weg zu meinem Wesen fand.
---
Es heißt, "der Weg ist breit, der ins Verderben führt, und viele sind es, die ihn beschreiten". Verderben muss nicht bedeuten, dass es gleich Leib und Leben betrifft. Denn ebenso ist auch Pfusch etwas, dass etwas Brauchbares verpfuscht und in der Weise unbrauchbar und verdorben macht. Und dieses kann noch weit schlimmer reichen, als der nächstbeste Tod, der doch von vielem wohl zu erlösen weiß.

Denn wie die Bhagavad Gita an anderer Stelle zu lehren weiß, ist das, was irgendworin besteht und nicht aufhört darin zu bestehen, auch ebenso dort wieder entstehen muss. Eben nach dieser Weise muss wiedergeboren werden was stirbt und sterben was geboren wurde. Da es nicht in Gegensätzlichen Zuständen zugleich bestehen kann!

So manches ist keine Auslegungssache des persönlichen Beliebens, sondern bildet eine klare geistige Tatsache und Realität ab. Von etwas zu reden ist daher etwas anderes, als über etwas zu reden.

Ebenso ist es nur gerecht, jedem sein Schicksal zu überlassen, welches er sich nach seinem eigenen freien Willen auserkoren hat. Denn manches vergeht, manches besteht. So sollte erwogen bleiben, dass der Wunsch und Wille dessen was bestehen bleibt, nicht durch das was vergeht aufgewogen werden kann, worin geist'ge Kurzsichtigkeit meistens mündet.

Der Weg der gegangen werden muss, um etwas zu erhalten, ist genau der Weg, der die Befähigung besorgt, um dieses erst ertragen und später auch tragen zu können. Man sollte nicht mehr wollen wollen, als man tragen kann, sollte man keine langen Wege gehen wollen, die man sich ersparen kann.

So mag ein Feld weit und breit sein und doch als Brachland kaum mehr ertrag einbringen können, als ein kleines Feld, welches sorgsam umsorgt und gehegt wird.

Devino Melchizedek

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Gebildeter Umgang - BG 5:5

Beitrag  Devino Melchizedek am Mo Nov 07 2016, 01:31

Bhagavad Gita 5:5

Yogananda:
Den Zustand, den die Weisen erlangen (die Jnana-Yogis, die erfolgreich den Weg der Weisheit und Unterscheidungskraft - Sankhya - beschreiten), erreichen auch die Handelnden (die Karma-Yogis, die erfolgreich die wissenschaftlichen Yoga-Methoden üben). Wer Weisheit und richtiges Handeln als ein betrachtet, ist im Besitz der Wahrheit.

Prabhupada:
Jemand, der weiß, dass man die Stellung, die man durch das analytische Studium erreicht, auch durch hingebungsvollen Dienst erreichen kann, und der daher erkennt, dass sich das analytische Studium und er hingebungsvolle Dienst auf derselben Ebene befinden, sieht die Dinge so, wie sie sind.

Raclam:
Gleich stehen, wer der "Andacht" sich
Und wer sich der "Vernunft" befleißt,
Wer nur ein Ziel in beiden sieht,
O Freund, der sieht mit hellem Geist.
---
Sich gebildet hinarbeiten oder hinentwickeln, so oder so, wo man damit rauskommt, dort steht man dann, d.i. in dem Falle, der gebildete Umgang. Es stellt sich dann meist kaum noch die Frage, auf welchem Wege einer nun dorthin gelangt ist, woher es im einzelnen herrührt und welche Prägung es war, die verhalf, dass man so und nicht anders damit umzugehen weiß.

Oft liegt dieses an der über längere Zeit konstant ausgebildeten Fähigkeit. Zum Beispiele fiele es einem Erwachsenen meist leichter, eine geordnete Lebensführung aufrecht zu erhalten, als es von einem Kind auch nur erwartet werden könne.

Dabei liegt es nicht einmal im Detail an diesem oder jenem, was aus bloß den sichtbaren Abfolgen besteht. Es ist mehr noch die ausgebildete Fähigkeit mit bestimmten Kräften angemessen umgehen zu können, die mit diesem oder jenem in Verbindung stehen. Erwachsene hatten einfach mehr Zeit sich diese Fähigkeit durch Gebrauch anzueignen.

Der Aufbau der Kraft zur Beharrlichkeit, bis man nicht ein Gequälter der Elemente ist, sondern die Elemente einem dienen, weil man diesen selber durch vollendeten Gebrauch dient oder gerecht wird. Und so kann es nicht eine Frage dessen sein, ob man etwas lernen möchte oder nicht, sondern die Frage bloß, wann man die Lektion erlernt, damit angemessen umgehen zu können.

Die Dinge haben eine Ordnung. Denn ebenso wie sie in ihrer Weise und nach ihrer Art agieren und erschaffen oder ins Leben gerufen wurden, so gibt es ein sie beherrschendes Element. Und hat man den Umgang damit erlernt, dann ist es nurmehr ein leichtes, diese nach der Weise auch anordnen zu können und zu handhaben. Schwierig und anstrengend wird es oft, wenn man wider diese Anordnung arbeitet.

Allerdings kann es ebenso schwierig sein, mit einer Masse zu tuen zu haben, die ebenso dieses nicht in angemessener Weise handhabt, obwohl es einem selber dann vielleicht nicht schwer viele, so doch in Anbetracht der Masse. Dabei fängt alles im kleinen an, und ist der Grundstein in Ordnung, dann wird der Rest es auch meist sein.

Alles andere führt nur schnell zu Pfusch und dieser dann zu noch mehr Pfusch, ebenso wie in anderer Weise die Ordnung der grundsätzlich natürlichere Vorgang ist. Wie es auch heißt, die Natur erschafft nichts Überflüssiges, der Mensch jedoch schon hinreichend oft, vor allem wenn diesem eine gewisse Bildung zur Handhabung abgeht...

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Wer eine reine Seele ist... - BG 5:7

Beitrag  Devino Melchizedek am Di Nov 08 2016, 01:46

Bhagavad Gita 5:7

Yogananda:
Kein Makel (keine karmische Schuld) haftet an einem heiligen Menschen, der tätig ist, sich um göttliche Vereinigung (Yoga) bemüht, sein Ichbewusstsein (durch seelische Wahrnehmung) besiegt, Herr seiner Sinne ist und sein Selbst im Selbst aufgehen fühlt, das alle Wesen durchdringt.

Prabhupada:
Wer in Hingabe handelt, wer eine reine Seele ist und wer Geist und Sinne beherrscht, ist jedem lieb und jeder ist ihm lieb. Obwohl ein solcher Mensch stets tätig ist, wird er niemals verstrickt.

Reclam:
Den, der der "Andacht" sich geweiht,
Sein ganzes Selbst geläutert hat
Und aller Wesen Sein umfasst,
Befleckt nicht mehr beim Tun die Tat.
---
Wenn man für etwas und andere ist und etwas tut, dann wird man davon und dadurch auch mit geläutert. Das meint weniger bloß äußere Bestrebungen (oberflächlich oder der Erscheinung nach). Vielmehr ist es zunächst das, was einem zuteil wird, und man sich vielleicht darüber ärgert oder überhaupt keinerlei gefallen daran für sich findet.

Das heißt, es liegt nicht im Radius der egohaften Persönlichkeit, sondern wird von der Seele aus zugestellt, weil man als Seele sich so in einer Weise gefunden und in einer anderen Weise sich so aufgestellt hat (was sich auch täglich ändern könnte, oft über Nacht). In der Weise kann man seine Sachen mit dem zusammen, was zum bearbeiten da ist, mit transformieren.

Wenn man bloß zentriert ist, was meist auch gut so ist, doch bietet man oft dadurch wenig Raum auch für Ereignisse oder etwas, was bei einem mit hinzukommen kann. Es darf schon etwas Reibungsfläche gegeben sein. Denn ganz gewiss wird es keine Freude zunächst bereiten, wenn das Ego angepiext wird, und es wird Abwehrhandlungen und Reaktionen aufrufen.

Wobei das oft erst der Anfang ist, um überhaupt sich für geistige Arbeit zu bewähren. Denn vor allem anfangs wird es nicht gerade schön oder angenehm sein, wenn etwas in einem aufgegriffen und bearbeitet oder aufgelöst wird. Und wir sind damit dann noch nicht einmal bei dem, dass man etwas wirklich für andere tut, sondern immer noch bei dem, was einen selber mehr betrifft.

Erst wenn es für einen zur Normalität wird, dass allerlei zwickt und Kräfte durch einen huschen, kann dazu übergegangen werden, dass man nicht nur theoretisch, sondern ganz praktisch geistig in nutzvolle Arbeit eingebunden werden kann. Andernfalls wird es eher über die Seele abgewickelt und die egohafte Persönlichkeit wird aus diesen Vorgängen weitestgehend rausgehalten.

Man wird auch weniger verstrickt dann, wenn man gewisse Dinge in sich aufgearbeitet und so sich dem Dienste weihen kann, und so gereinigt und rein werden kann. So wird man anderen oder allen lieb, was sich zumindest auf inneren Ebenen zuträgt und von denen, die daran Anteil haben und darin eingebunden sind, daher es auch erkannt werden wird. Zumindest sofern keine Missgunst da ist und diese keinen Wiederhall in einem finden kann.

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Die Lehren früherer Zeitalter - BG 5:17

Beitrag  Devino Melchizedek am Mo Nov 14 2016, 01:08

Bhagavad Gita 5:17

Yogananda:
Ihre Gedanken sind ganz in Ihm (dem Geist) aufgegangen, ihre Seelen sind eins mit dem Geist geworden, ihre einzige Treue und Hingabe gilt dem Geist, sie haben sich von der verderblichen Täuschung durch das Gegenmittel, der Weisheit, befreit - solche Menschen erreichen den Zustand, aus dem sie nicht mehr zurückkehren.

Prabhupada:
Wenn Intelligenz, Geist, Glaube und Zuflucht allesamt auf den Höchsten gerichtet sind, wird man durch vollständiges Wissen von allen unheilvollen Dingen gereinigt und kann so auf dem Pfad der Befreiung unbeirrt fortschreiten.

Reclam:
Ihn kennend, ihm mit Herz und Sinn
Ergeben, nur von ihm bewegt,
Erlangt er Nimmerwiederkehr,
Und seine Schuld ist weggefegt.
---
Es gab derer bereits viele Zeitalter und Epochen der menschlichen Entwicklungsgeschichte. Ob nun ein paar hundert, ein paar tausend, oder auch hundert tausend Jahre und mehr zurückliegend. So hörte man nun gewisse Wahrheiten jener Zeit, ob diese einen nun näher ins geist'ge Reich führen würden?

Ebenso kann es sein, dass diese Wahrheiten einen in die früheren Epochen mehr noch führen würden. Nur was würden wir dann antreffen und wäre es wirklich das, was uns heute von Nutzen noch wäre? Und wäre dann der Geist auch dort anzutreffen? Mehr etwa als hier und heute? Oder doch nur ein Geist jener Zeit, der uns heute nicht mehr brächte, als das, was bereits in uns allen steckt, in Form dessen, was durch unsere Ahnen vererbt worden ist?

Nicht alles war früher besser, nicht alles ist gewiss heute besser, und nicht alles wird morgen besser sein als heute. Nur kommt es darauf auch nicht an. Vielmehr nur, was wir jetzt daraus bereit sind zu machen.

An sich ist der Geist der jeweiligen Zeit ja doch mit uns gegangen, und alle mit, die diesen Weg bis hierher folgten. So als wären es ineinander gehende Kreise, die wie Zahnräder sich mit einander drehten. Der Geist dabei der mehr innen liegende, der sich schneller bewegt und stets kleinere Umdrehungen bloß braucht, um an der selben Stelle zu sein, wie der äußere Kreis nach längerer Umdrehung erst noch hingelangt.

Gott ist mit uns, wie er es mit jenen zu ihrer Zeit war. Nun ist aber unsere Zeit, und es braucht kein zurück mehr. Es braucht ein mutiges voran, genau zudem hin, was vor uns liegt. Und das was als Grund dem dient, was Morgen folgen soll...


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Freudig gelöst - BG 5:29

Beitrag  Devino Melchizedek am So Nov 20 2016, 02:59

Bhagavad Gita 5:29

Yogananda:
Frieden findet derjenige Mensch, der weiß, das Ich der Unendliche Herr der Schöpfung und der Gute Freund aller Lebewesen bin, der sich an den heiligen Riten (Yajnas) und an der Entsagung (der Gottsucher) erfreut.

Prabhupada:
Derjenige, der sich vollkommen über Mich bewußt ist und weiß, daß Ich der letztliche Nutznießer aller Opfer und Entsagungen, der Höchste Herr aller Planeten und Halbgötter und der Wohltäter und wohlmeinende Freund aller Lebewesen bin, erlangt Frieden von den Qualen des materiellen Daseins.

Reclam:
Wer mich erkennt als Herrn der Welt,
Als Freund von allem, was da lebt,
Dem Opfer und Askese gilt -
Zur höchsten Ruhe sich erhebt.
---
Man hält respektvoll Abstand zu anderen, sofern man nicht willens ist ihnen auf gesunder Basis zu begegnen, wozu allem voran zählt, dass man selbst in gesunder Weise mit sich umgeht und im reinen mit sich ist.

Alles andere ist schnell nur Bindung, Materialismus und dergleichen mehr. Je eindrucksvoller und doller (im Äußeren), desto dumpfer und hohler (im Innern), meistens jedenfalls.

So kommt's auch, je mehr man nur ein Sache für das ein und alles hält, und nicht das Ganze für sein selbst erkennt, nicht nur es sich einredet, um doch gar nicht damit im Einklang zu sein, oder nur dem Anscheine, so sprechen doch alle Werke für sich. Nicht wonach sie aussehen, sondern was sie ihrem Kern nach und der Substanz nach sind.

Erst wird alles quasi bis aufs Blut verteidigt, und hinterher merkt man, dass ja doch nichts dolles da war, was es zu verteidigen galt..ja das Eigne, woran man war, vielleicht doch nicht das Beste schlechthin ist, wie man meinte.

So auch letztlich, dass das Persönliche, worunter man sich einzig die Freiheit ausmalte, ja doch nicht anderes als nur Knechtschaft seiner selber war. Woran man unter aller Macht antreten wollte, um dann festzustellen, um wie viel leichter doch alles ohnedem ist.

Der Letzte darf hinterher wieder alles aufräumen (einer der Strahlen z.B.) und es wieder schick machen. All das, was an Formen nicht funktionierte oder an Unordnung verunstaltet wurde, in irgend einer Hinsicht.

Und was ist man doch froh, wenn es sich löst und man freudig gelöst und ohne alles Überflüssige weiter ziehen darf? Nie war man dann so froh, vielleicht, mit so viel weniger dann da zu stehen, als alle mal zuvor noch, wo man an allem festhalten wollte, was man nicht brauchte. Und wie leicht doch alles sein kann ohnedem? Was man ja dann, wie es sich zeigt, auch selbst nie wirklich war. So viel leichter kann es gehen, wenn man an weniger festhält und weniger verteidigt, und sich auch weniger mit etwas identifiziert, wofür es überhaupt keinerlei Grund an sich gibt. Und so jedem dann eben genau diese Leichtigkeit wünscht, wie man sie dann selbst erfahren hat.. denn jeder ist letztlich ein befangener seiner selbst und von nichts sonst...

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Die lautere Absicht - BG 6:1

Beitrag  Devino Melchizedek am Mo Nov 21 2016, 00:17

Bhagavad Gita 6:1

Yogananda:
Ein wahrer Entsagender und ein wahrer Yogi vollbringen pflichtgemäße und geistige Handlungen (Karyam bzw. Karma), ohne nach deren Früchten zu trachten - nicht aber derjenige, der keine Feuerzeremonie (Opfer) vollzieht oder der alles Handeln aufgibt.

Prabhupada:
Wer nicht an den Früchten seiner Arbeit haftet und so handelt, wie es seine Pflicht vorschreibt, befindet sich im Lebensstand der Entsagung. Er ist der wahre Mystiker, und nicht der, der kein Feuer entzündet und keine Pflicht erfüllt.

Reclam:
Wer seine Pflichten erfüllt,
Nicht nach dem Lohn der Taten fragt,
Der ist ein wahrer Yogi nur -
Nicht wer vom Brauch sich losgesagt.
---
Pflicht kann durchaus, abhängig der Gegebenheiten und Lebensumstände, etwas unterschiedliches sein, und abhängig von dem, woran einer ist und arbeitet. An sich allerdings ist es fast jedem klar, was für wen Pflicht ist und was nicht zu diesen gehört.

Am ehesten könnte man es wohl am Spannungspunkt ausmachen, es ist das, wo man erkannt hat, dass es erforderlich ist einen Spannungspunkt aufrecht zu erhalten, oder worin man sich auch schwerer tut, einen Spannungspunkt aufrecht zu erhalten.

Dabei ist es oft hilfreich, für etwas zu sein, statt wider etwas. Soll nicht heißen, man müsse für alles sein, auch nicht, mit allem einverstanden zu sein. Doch findet sich immer etwas, wofür man sein kann, einfach nur zum größeren Zusammenhang hin, und macht dann bei eben diesem weiter.

Feuerzeremonie als das Opfer dem Geiste oder des Geistes. Weniger von sich aus und für sich wollen, schon ist es mehr im Einklang mit dem größeren Ganzen. Denn man ist daraus nie ausgenommen und so auch nicht ohne Pflicht an diesem.

Die lautere Absichten ist oft entscheidend, nicht der Lautstärke nach, das wäre ja z.B. verbal oder mit Geltung verbunden, oder auch mit Härte u.ä. Lautere Absicht heißt für das größere Ganze zu sein. In Übereinstimmung damit zu handeln. Also entgegen der rein persönlich motivierten Neigungen, außer es ist zu einem natürlichen Teil von einem geworden, nur dann ja auch ohne Widerspruch zu diesem.

Ist die Absicht nicht lauter, so kann alles Drumherum noch so schön verpackt sein, es ändert nichts am Inhalte. Und ein Geschenk ist ja meist nicht die Verpackung, sondern der Inhalt darin. Ist die Absicht lauter, dann kann auch ein kleines Geschenk im rechten Augenblick zu weit größerer Freude führen, als allerlei pompöser Prunk, der doch keinerlei inneren Bezug hat.

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Von Übergang zu Übergang - BG 2:72

Beitrag  Devino Melchizedek am Do Nov 24 2016, 00:31

Bhagavad Gita 2:72

Yogananda:
O Partha (Arjuna)! Diesen Zustand nennt man "in Brahman verankert sein". Jeder, der diesen Zustand erreicht, wird nie wieder der Täuschung verfallen. Auch wenn er sich erst im Augenblick des Übergangs (von der physischen zur Astralwelt) in diesem Zustand verankert, erreicht er endgültige, unwiderrufliche Vereinigung mit dem Geist.

Prabhupada:
Das ist der Weg des spirituellen und gottgefälligen Lebens. Nachdem man es erreicht hat, ist man nicht mehr verwirrt. Ist man selbst zur Stunde des Todes in diesem Bewusstsein verankert, kann man in das Königreich Gottes eintreten.

Reclam:
Den Brahma-Zustand nennt man dies,
Wer den erlangt, ist frei von Wahn,
Im Ewigen löst er sich auf
Am Ende seiner Lebensbahn.
---
Das Leben ist dazu da um gelebt zu werden. Soll natürlich kein Aufruf zu Ausschweifungen sein, ganz im Gegenteil, denn es ist durchaus ja auch eine Einleitphase zu dem, wohin man danach eingeht.

Doch braucht man überwiegend auch nicht dem anhangen, was späterhin ohnehin das natürliche Element ist, um danach wieder nachdem sich zu strecken, was man jetzt in der Verkörperung an Möglichkeit hat und nutzen kann.

Wie dem auch sei, eine Ausgewogenheit und gesunde Ausrichtung ist wohl nie verkehrt. Zudem kann man auch nur dort Erwachen, wo man auch etwas gepflegt oder in irgend einer Weise vorgearbeitet hat. Wohin oder worin auch sonst?

Ähnlich auch dem, dass man dorthin gehen (übergehen) wird, wo man auch etwas vorbereitet hat. Was einem dann dort von Nutzen ist, wie man auch selbst daher dort damit von Nutzen ist und sein kann.

Ist auch ohnehin alles bloß Übergangsweise. Nur dass etwas vielleicht einen Augenblick nur, ein paar Tage, Jahre oder Jahrtausende dauern mag, Übergang bleibt vom Prinzip her Übergang...

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Ausgleichschaffende Gerechtigkeit - BG 6:16

Beitrag  Devino Melchizedek am Mo Nov 28 2016, 01:00

Bhagavad Gita 6:16

Yogananda:
O Arjuna! Der Schlemmer, der Hungerkünstler, der Langschläfer und der Schlaflose - keiner von diesen hat Erfolg im Yoga.

Prabhupada:
O Arjuna, es ist nicht möglich, ein Yogi zu werden, wenn man zu viel isst oder zu wenig isst, wenn man zu viel schläft oder nicht genug schläft.

Reclam:
Nicht ist ein Yogi, wer zu viel,
Noch auch wer nichts isst, Ardschuna,
Noch wer zu viel des Schlafes pflegt,
Noch wer stets wacht, o Pandava.
---
Ist denn nun mehr Geist im Erschaffenen oder materialem? Oder weniger, als etwa in uns selbst? Entscheidend ist nur, dass kein Heil aus dem wird, wo Unausgewogenheit herrscht, noch wird einem aus dem Geringeren etwas Höheres zuteil.

Vielmehr ist man selber dazu da, um die Dinge seiner Umgebung ins Gleichgewicht zu befördern. Und nicht zu erwarten dass einem daraus etwas zufällt, was möglicherweise auch gar nicht der Beschaffenheit dessen entspricht.

Wenn also die Dinge auf einem Planeten so sind, wie sie sind, und zu dem führten, was nun da ist, dann bringt es nichts, anzunehmen, indem man sonstwie in sondersamerweise damit umgeht, sich nun über diesen Dingen zu wähnen.

Noch wird man davon in irgendeiner Weise frei, als man grundsätzlich Teil dessen was da ist und auf selber Ebene sich bewegt, sich für mehr zu halten, als aus dem werden kann, was da ist. So macht man sich nur leicht was vor, doch Sondersein hebt nicht wirklich empor. Es ist nicht weit jenseits der Einbildung.

Zwar ist es nicht die Art und Weise der Natur, überflüssiges oder unnötiges zu erzeugen, denn es folgt alles einer Ursache. Doch Ursache in der Natur kennt nur das, wozu es der Natur über den Zustand der da ist, hinaus verhilft. Es ist eine Kette, die nicht plötzlich abreißt und anderwärts entsteht, ohne dass Ursache dazu besteht. Im Grunde genommen ist auch die Art der Natur an sich die, stets ein Gleichgewicht zu erzeugen, um denn über dieses wieder hinaus zu wachsen, weil Leben einströmt und das Gleichgewicht daher nur einer Etappe stets entspricht.

Es gibt allerdings nicht nur die Gerechtigkeit zwischen unten und oben, es gibt auch die, welche seitswärts besteht, oder auch zwischen dem äußeren und dem inneren. Vieles, was wir daher nicht selbst ins Gleichgewicht bringen, wird früher oder später alles was darauf basiert ins wanken bringen. Nicht weil es nun schlecht ist, sondern weil es der Natur der Dinge entspricht, so wie sie dann daraus entstehen.

Ausgleichschaffende Gerechtigkeit heißt Frieden mit sich und allem anderen.. darüber hinaus müsste etwas sonst von sich aus dann Ungleichgewicht erschaffen wollen, doch wird es dann früher oder später zum eigenen Fall damit beitragen, und braucht einen nicht überwiegend zu besorgen...


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Gleichheit und Wandel - BG 6:19

Beitrag  Devino Melchizedek am Mi Nov 30 2016, 01:37

Bhagavad Gita 6:19

Yogananda:
Ein Yogi, der seine Gefühle (Chitta) beherrscht und regelmäßig über das Selbst meditiert, gleicht einer ruhigen Flamme an einem windstillen Ort.

Prabhupada:
So wie ein Licht an einem windstillen Ort nicht flackert, bleibt auch der Transzendentalist, dessen Geist beherrscht ist, in seiner Meditation über das transzendentale Selbst immer stetig.

Reclam:
"Das Licht an einem stillen Platz,
Das nicht des Windes Hauch, bewegt",
Ein Gleichnis für den Yogi ist's
Der steten Sinns der Andacht pflegt.
---
Gleichheit und Akzeptanz ist das was inneren Frieden bedingt. Denn wenn alles in Gott ruhen kann, dann kann doch auch in uns alles ruhen und Frieden finden.

Das Verlangen etwas anderes zu verändern, als sich selbst, ist das, was Unruhe schafft, denn wir können es nicht ändern, auch ist es meist gar nicht unsere Aufgabe etwas zu verändern, wenn wir selbst nicht Anlass und Ursache dafür waren und sind.

Wenn alles hier und jetzt ist, ob mehr im Geist'gen oder mehr im Äuß'ren, dann ist es geistige Beharrlichkeit und eine gewisse Geschwindigkeit (sich der Trägheit nicht verpflichtet zu fühlen) der Auffassungsgabe, die entscheidet, worin man wach ist, oder es nicht ist.

Erkennt man sich im großen Ganzen, so gibt es auch nichts mehr wogegen man sich aufzubäumen hätte, ohne sich selbst damit zu meinen. Ist man zum Frieden darin gelangt, dann gibt es nichts, was es daran zu verändern gäbe, denn es gäbe nichts so wie es ist, ohne allem anderen was darin ist.

Und wieso sollte man auch am Unbeständigen noch etwas verändern wollen? Alles strebt einer gewissen Vollkommenheit zu, und hat es diese nicht erreicht, befindet es sich in einer relativen Stellung. Der Fehler kann also nur darin liegen, dieses für voll zu nehmen, oder sich an der eigenen Unbeständigkeit zu stören, worin man damit übereingeht und so ebenfalls davon nicht unberührt bleibt.

Ja, es bedarf einer Erfahrung, dahingehend, vom größeren Ganzen berührt worden zu sein, oder von einer umfassenderen Entität an sich, um von der Beharrlichkeit zu kosten, die einem, wenn auch im tieferen Grunde des Wesens nur, immer wieder dann versichert, dass es nicht alles ist und nicht alles war, und man getrost sein kann, dass man noch vielem begegnen wird, was einem aufzeigt, worin man wachsen darf...

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