Logische Untersuchen - E. Husserl

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Logische Untersuchen - E. Husserl

Beitrag  Devino Melchizedek am Do Mai 11 2017, 02:07

Edmund Husserl:
Logische Untersuchungen
Ideen zu einer reinen Phänomenologie und phänomenologischen Philosophie
....


Zuletzt von Devino Melchizedek am Do Mai 11 2017, 02:10 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

Devino Melchizedek

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Empirische Konsequenzen des Psychologismus - LU

Beitrag  Devino Melchizedek am Do Mai 11 2017, 02:08

Logische Untersuchungen - Edmund Husserl -
1.B. 4.K. Empirische Konsequenzen des Psychologismus
§ 29. Fortsetzung. Sigwarts Lehre


Sind begriffliche Vorstellungen fließend, d.h. ändert sich bei Wiederkehr "desselben" Ausdrucks "der" begriffliche Gehalt der Vorstellung, so haben wir im logischen Sinne nicht mehr denselben, sondern einen zweiten Begriff, und so bei jeder weiteren Änderung einen neuen. Aber jeder einzelne für sich ist eine überempirische Einheit und fällt unter die auf seine jeweilige Form bezüglichen logischen Wahrheiten. Wie der Fluss der empirischen Farbeninhalte und die Unvollkommenheit der qualitativen Identifizierung nicht die Unterschiede der Farben als Qualitätenspezies tangiert, wie die Spezies ein ideal Identisches ist gegenüber der Mannigfaltigkeit möglicher Einzelfälle (die selbst nicht Farben sind, sondern eben Fälle einer Farbe), so verhält es sich auch mit den identischen Bedeutungen oder Begriffen in Beziehung auf die begrifflichen Vorstellungen, deren "Inhalte" sie sind. Die Fähigkeit, ideierend im Einzelnen das Allgemeine, in der empirischen Vorstellung den Begriff schauend zu erfassen und uns im wiederholten Vorstellen der Identität der begrifflichen Intention zu versichern, ist die Voraussetzung für die Möglichkeit der Erkenntnis. Und wie wir ein Begriffliches im Akte der Ideation schauend erfassen - als die eine Spezies, deren Einheit gegenüber der Mannigfaltigkeit tatsächlicher oder als tatsächlich vorgestellter Einzelfälle wir einsichtig zu vertreten vermögen - so können wir auch die Evidenz der logischen Gesetze gewinnen, welche sich auf diese, bald so oder so geformten Begriffe beziehen. Zu den "Begriffen" in diesem Sinne von idealen Einheiten gehören nun auch die "Sätze", von denen das principium contradictionis spricht, und so überhaupt die Bedeutungen der Buchstabenzeichen, die in den formelhaften Ausdrücken der logischen Sätze benutzt werden. Wo immer wir Akte begrifflichen Vorstellens vollziehen, da haben wir auch Begriffe; die Vorstellungen haben ihre "Inhalte", ihre idealen Bedeutungen, deren wir uns abstraktiv, in ideierender Abstraktion bemächtigen können; und damit haben wir auch überall die Möglichkeit der Anwendung der logischen Gesetze gegeben. Die Geltung dieser Gesetze ist aber schlechthin unbegrenzt, sie hängt nicht davon ab, ob wir uns wer immer begriffliche Vorstellungen faktisch zu vollziehen und sie mit dem Bewusstsein identischer Intension festzuhalten, bzw. zu wiederholen vermag.
---
Wir sprechen zwar für gewöhnlich im Sinne der für uns gemäßen Bedeutung, sollten es aber ins Auge fassen, dass wir im wesentlichen die hierzu vorhandene Vorstellung im anderen ansprechen oder ggf. eine entsprechende aufrufen und hervorbringen. Wir tuen also in den meisten Fällen gut daran, im Sinne einer einheitlichen Sprache, eine klare Anschauung zu intendieren, die irgend eine Allgemeingültigkeit besitzt. Denn so oder anders, wird entweder diese Anschauung aufgerufen oder eine ggf. völlig willkürliche Vorstellung. Nicht wenig fällt bei jedem gesprochenem Wort also bereits unter die Äquivokation.

Im Falle der Kommunikation unter Seelen entfällt solcherlei dadurch, weil der meist Empirische Sachverhalt mit der Empfindung auf Basis einer Introspektion übermittelt wird, aufgrund der tatsächlichen Einheit und Wesensgleichheit entfällt sowohl das Körperliche als Transmitter, ebenso entfällt auch aller wörtlicher und buchstäblicher Interpretationsspielraum. Und mehr zählt dann die Ausdrucksstärke im Sinne der Klarheit der Seele selbst und gemäß Intention u.ä.

Daher ist die Beschränktheit im Fassungsvermögen primitiver Wesensart bis zu einem gewissen Grad Segen wie Fluch. Würden gewisse Tore weit geöffnet stehen, wäre der Untergang näher, als die Erlösung für jegliches bedingte Leben. Was bei der Betrachtung des Umstandes notweniger Pflege noch deutlicher hervorgehoben werden kann.

Geht einer in etwas ein, pflegt es nicht, so wird es in gleicher Weise dem direkten Umfeld aufgebürdet. Oft wäre es dann besser, es bliebe ganz unberührt. Ähnlich verhält es sich auch mit dem, wenn man etwas anspricht, dann wird nur das erreicht, was da ist, auf welche Art auch immer es gepflegt sei oder noch gar nicht berührt wurde. Was sollte auch sonst erreicht werden können, als dann sich antreffen ließe? War es noch gar nicht eröffnet oder angefasst worden, wird also etwas erweckt und steht darin oder findet sich darin vor, dann wird es meist zunächst damit nicht umzugehen wissen, und schon ist also allerlei Hilfe Not angesagt.

Man kann fast immer davon ausgehen, wenn es nichts bis dato gab an der jeweiligen Stelle, dass es zunächst an sich schon in keiner geordneten Verfassung sich vorfinden lässt. Ist es angefasst oder etwas erweckt und es findet sich keine Wesenheit, die dieses pflegt oder es würde von der Allgemeinheit bis zu irgendeinem Grad weiter geführt, übernommen und weitergetragen werden, dann wird es verpfuscht und verschrottet letztlich. Ist dann nur die Frage, ob es sinnvoll war, es überhaupt anzurühren und musste es auch sein?

Noch etwas anderes ist es, wenn etwas vorgepflegt übergeben wird, mit hinreichender Instruktion, gerade wenn danach laut gerufen wird (wie es oft noch wenig entfaltetem und erfahrenem Wesen entspricht), dann aber nicht gepflegt wird und so völlig verpfuscht, dass es zusammenklumpt oder in sich zusammenschrumpft, dann bürdet man sich die Verwirklichung dessen selbst auf.

Pfusch lässt sich an vielem ausmachen, einmal und oberflächlich besehen vom Inhalt her, dann der Form nach was die Beschaffenheit auszeichnet, ebenso und weitreichender ist es der Energie nach. Es ist nicht bloß etwas nicht ordentlich zu machen, mehr noch heißt es in dem Sinne, dass es weitreichende Auswirkungen, sichtbar, hörbar, ja sogar riechbar nach sich ziehen kann, abhängig dessen, was verpfuscht wird. Vor allem aber lässt sich dahingehend die Energie erkennen, und immer dann in der Weise, wie es keiner gebrauchen kann und es sich weiter noch verwenden ließe. Vergleichbar ist also mit dem, wenn gesprochene Begriffe einfach keinen Sinn oder überhaupt keinen Zusammenhang ergeben, so, nur noch weitschichtiger und weitreichender auf jeweils seine Art und Weise abhängig des verursachten Pfusches.

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Die Spezies urteilender Wesen - LU

Beitrag  Devino Melchizedek am Mo Mai 22 2017, 00:20

Logische Untersuchungen - Edmund Husserl - 1.B. 7.K.
§ 36 Kritik des spezifischen Relativismus und im besonderen des Anthropologismus


Die Relativität der Wahrheit zieht die Relativität der Weltexistenz nach sich. Denn die Welt ist nichts anderes als die gesamte gegenständliche Einheit, welche dem idealen System aller Tatsachenwahrheit entspricht und von ihm untrennbar ist. Man kann nicht die Wahrheit subjektivieren und ihren Gegenstand (der nur ist, wenn die Wahrheit besteht) als absolut (an sich) seiend gelten lassen. Es gäbe also keine Welt an sich, sondern nur eine Welt für uns oder für irgendeine andere zufällige Spezies von Wesen. Das wir nun manchem trefflich passen; aber bedenklich mag er wohl werden, wenn wir darauf aufmerksam machen, dass zur Welt auch das Ich und seine Bewusstseinsinhalte gehören. Auch das "Ich bin" und "Ich erlebe dies und jenes" wäre eventuell falsch; gesetzt nämlich, dass ich so konstituiert wäre, diese Sätze auf Grund meiner spezifischen Konstitution verneinen zu müssen. Und es gäbe nicht bloß für diesen oder jenen, sondern schlechthin keine Welt, wenn keine in der Welt faktische Spezies urteilender Wesen so glücklich konstituiert wäre, eine Welt (und darunter sich selbst) anerkennen zu müssen.
---
Um mehr als nur einen relativen Wahrheitsanspruch erheben zu können, bedarf es mehr als nur eines relativen Standpunkts. Um mehr als nur einen relativen Standpunkt zu haben, bedarf es mehr als nur einer relativen Wahrheit im Wesen einer urteilsfähigen Spezies.

Die Konstitution eines Lebewesens wird mit dadurch bedingt, wie weit es eine bestimmte Wahrheit, welche sich letztlich auch in Gesetzen vorfindet, in sich aufnehmen kann. Das Aufnehmen und Erfassen einer Wahrheit soll in dem Zusammenhang heißen, diese in sich verkörpern, halten und aushalten zu können.

Wie ein Lebewesen eine Wahrheit in sich führt, kommt es in eine Welt, die dieser Wahrheit gemäß beschaffen ist. D.h. einfach nur, Innen wie Außen, so dass die innere Wahrheit die äußeren Bedingungen mit bestimmt.

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Konstitution zum Studium von Gesetzen - LU

Beitrag  Devino Melchizedek am Mo Mai 22 2017, 00:21

Logische Untersuchungen - Edmund Husserl - 1.B. 7.K.
§ 39. Der Anthropologismus in Sigwarts Logik


Gibt es keine intelligenten Wesen, sind sie durch die Naturordnung ausgeschlossen, also real unmöglich - oder gibt es für gewisse Wahrheitsklassen keine Wesen, die ihrer Erkenntnis fähig sind - dann bleiben diese idealen Möglichkeiten ohne erfüllende Wirklichkeit; das Erfassen, Erkennen, Bewusstwerden der Wahrheit (bzw. gewisser Wahrheitsklassen) ist dann nie und nirgend realisiert. Aber jede Wahrheit an sich bleibt, was sie ist, sie behält ihr ideales Sein. Sie ist nicht "irgendwo im Leeren", sondern ist eine Geltungseinheit im unzeitlichen Reiche der Ideen. Sie gehört zum Bereich des absoluten Geltenden, in den wir zunächst all das einordnen, von dessen Geltung wir Einsicht haben oder zum mindesten begründete Vermutung, und zu dem wir weiterhin auch den für unser Vorstellen vagen Kreis des indirekt und unbestimmt als geltend Vermuteten rechnen, also dessen, was gilt, während wir es noch nicht erkannt haben und vielleicht niemals erkennen werden.
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Wie im Falle von Gravitationsgesetzen, gelten doch diese auch, ohne das eine erkennende Spezies sich ihrer bewusst ist und ihnen Anerkennung zollt. Wenngleich jedoch, gäbe es überhaupt keine Spezies die solcherlei erfasste, so gäbe es keine Intelligenz, die sich solcher bewusst würde.

Doch ist aber anzunehmen, dass ja basierend auf irgend einer vorhandenen Idee sich irgend eine Spezies also auch als Formbauer betätigte, damit überhaupt etwas dahingehend werde. Jedoch bräuchte sich die Spezies der Formbauer nicht dessen in vollem Umfange bewusst sein, was es zu erschaffen pflegte. Doch die Intelligenz, die eine solche Idee entwickelte durchaus.

Also kann man sagen, zwar benötigt Logik oder Gesetzte an sich durchaus einer Intelligenz, jedoch nicht der Intelligenz einer jeden Spezies, um zu bestehen. Eine Spezies erkennt nur die Gesetze in deren Wirkungsbereich sie sich befindet und in der Konstitution ist ein Studium dessen zu betreiben.

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Weltbild nach Urteilskraft, Wahrheit und Licht? - LU

Beitrag  Devino Melchizedek am Mo Mai 22 2017, 00:21

Logische Untersuchungen - Edmund Husserl - 1.B. 7.K.
§ 39. Der Anthropologismus in Sigwarts Logik


Nicht bloß das von Individuum zu Individuum Wechselnde, sondern auch das in allen Konstante, also der überall gleichbleibende Inhalt und die ihn beherrschenden konstanten Funktionsgesetze sind psychologische Tatsachen. Gibt es solche allen Menschen wesentlich gemeinsamen Züge und Gesetze, so machen sie das Spezifische der menschlichen Natur aus. Demnach hat alle Wahrheit als Allgemeingültigkeit Beziehung zur menschlichen Spezies, oder allgemeiner, zur jeweiligen Spezies denkender Wesen. Andere Spezies - andere Denkgesetze, andere Wahrheiten.
...
Die Wahrheit durch Beziehung auf die Gemeinsamkeit der Natur bestimmen, heißt ihren Begriff aufgeben. Hätte die Wahrheit eine wesentliche Beziehung zu denkenden Intelligenzen, ihren geistigen Funktionen und Bewegungsformen, so entstände und verginge sie mit ihnen, und wenn nicht mit den Einzelnen, so mit den Spezies. Wie die echte Objektivität der Wahrheit wäre auch die des Seins dahin, selbst die des subjektiven Seins, bzw. des Seins der Subjekte. Wie wenn z.B. die denkenden Wesen insgesamt unfähig wären, ihr eigenes Sein als wahrhaft seiend zu setzen? Dann wären sie und wären auch nicht. Wahrheit und Sein sind beide im gleichen Sinne "Kategorien" und offenbar korrelativ. Man kann nicht Wahrheit relativieren und an der Objektivität des Seins festhalten.
---
Ein Wesen kann sich selbst nicht negieren, denn es hieße die Wahrheit zu bestimmen, die das eigene Sein aufheben würde. Kein bedingtes Lebewesen kann so viel Wahrheit in sich (er)tragen, als das es sich selbst damit seiner Existenz entheben könnte.

Denn jedes erschaffene Lebewesen wird mit durch den Erzeuger und die von ihm eingesehenen, genutzten und eingeführten Gesetze bedingt. Zu diesen auch dann zumindest in Teilen die Welt gehört, in die dieses geschaffene Lebewesen gesetzt wird.

An sich kann wohl nichts im Äußeren angetroffen werden, was nicht mit irgend etwas in einem Wesen einer Spezies korreliert oder korrespondiert, denn sonst wäre ein Bewusstsein dessen unmöglich. Jedoch muss es nicht heißen, dass alles was in einer solchen Spezies sich vorfindet, allein durch diese selbst in sich erzeugt wurde, sondern ebenfalls beigegeben sein kann.

So kann die Wahrheit durchaus zwar die sein, wie sie von der Spezies her gesehen wird, für diese selbst. Und auch eine Wahrheit außerhalb nach Gesetzen bestehen, wie sie nur teilweise vom jeweiligen Lebewesen eingesehen werden kann. Und durch die Relativität dieser Spezies, kann die Wahrheit auch nur relativ vernommen sein, jedoch durch das was beigegeben ist und als Erzeugende Ursache mitgeführt wird, ohne Bewusstsein der bedingten Spezies, kann dennoch etwas bestehen an Beharrlichkeit, was die Relativität eines bedingten Wesens, übersteigt.

Somit kann eine relative Welt aufgrund der angenommenen und inhärenten Wahrheit einer Spezies für diese bestehen und nur so vielleicht vernommen werden. Denn eine absolute Wahrheit würde bedingen, dass auch das Wesen eines absoluten Standes fähig ist und diese in sich (er)tragen können müsste.

Dies würde sich in größerer oder absoluter Wirksamkeit kundtuen, und dies nicht nur um sich, sondern dieses Wesen selbst einbeziehend, so dass diese Wirksamkeit sich zuerst an einem solchen selbst vollzieht und in wenn auch vielleicht nur unauffälligen inhärenten Weise. Denn ist die absolute Wirksamkeit nicht gegeben, so ist notwendig von einer Relativität eines urteilenden Wesens einer Spezies auszugehen.

Der Begriff eines "urteilenden" Wesens einer Spezies ist deswegen gut gewählt, weil dadurch ein Bewusstsein und auch gewisses Selbstbewusstsein eingeräumt und vorzusetzen ist. Die sich daran anschließende Frage wäre, wie weit wird durch das Urteil oder die Urteilsfähigkeit das Weltbild bestimmt? Wie weit durch die inhärierende Wahrheit? Und wie weit durch das ausstrahlende Licht und oder alles im oder zum jeweiligen Verhältnis gesehen und genommen?

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Die entscheidenden Differenzierungen - LU

Beitrag  Devino Melchizedek am Mo Jun 05 2017, 04:02

Logische Untersuchungen - Edmund Husserl -
1.B. 8.K. §48. - Die entscheidenden Differenzen


Es ist ein wesentlicher, schlechthin unüberbrückbarer Unterschied zwischen Idealwissenschaften und Realwissenschaften. Die ersteren sind apriorisch, die letzteren empirisch. Entwickeln jene die ideal-gesetzlichen Allgemeinheiten, welche mit einsichtiger Gewissheit in echt generellen Begriffen gründen, so stellen diese die realgesetzlichen Allgemeinheiten, und zwar mit einsichtiger Wahrscheinlichkeit fest, welche sich auf eine Sphäre von Tatsachen beziehen. Der Umfang der Allgemeinbegriffe ist dort ein Umfang von niedersten spezifischen Differenzen, hier ein Umfang von individuellen, zeitlich bestimmten Einzelheiten; die letzten Gegenstände also dort ideale Spezies, hier empirische Tatsachen.
---
Die Realität bedingten Lebens urteilsfähiger Spezies lässt sich vergleichen mit einer Art von Anschluss. Einem Anschluss für Erfahrungs- und Sinnesbewusstsein, der allerdings auch ein Spektrum spezifischer Bedingungen jeweiliger Erfahrungswelt daran knüpft unter welche selbst Zeit sich ordnet.

Ein Teil des Geistes wird bedingt, in dem er vermittelst eines Anschlusses mit einer Erfahrungswelt in Korrespondenz tritt und sich befindet. Und sich so auch deren Bedingungen vorgeben lässt, welchen er sich aussetzt, und unter welche er sich in einer Art Prozess (nennen wir es allgemeinhin Inkarnation) unterwirft.

Vieles was als so und so real angesehen werden mag, sind lediglich Bedingungen jeweiliger Erfahrungswelt und haben darüber hinaus nicht notwendig irgendeine Realität, so lange sich nichts unter deren Einflüssen einfinden würde. So dass selbst Zeit unter anderen Bedingungen einer anderen Art sein mag, als die eines bloß linearen Vorgangs, an welchem sich Ereignisse bemessen ließen.

Und so Idealbedingungen sich im Geiste leicht vollbringen ließen, wenn hierzu nichts sich findet, was überhaupt einen Widerstand darstellt, so ist abhängig der Bedingungen einer Erfahrungswelt die Diskrepanz größer oder kleiner, um von den Realbedingungen zu den Idealbedingungen aufschließen zu können.

Damit liegt der Freiheitsgrad des Geistes darin, sich nicht unter Bedingungen von Erfahrungswelten zu begeben. Der Freiheitsgrad der Natur liegt in der Vergeistigung durch den Geist. Der Widerstreit zwischen Geist und Natur ermöglicht auch eine besondere Qualität des Bewusstseins hervorzubringen, welche im vollständig entwickelten Stadium und als reife Frucht Selbstverwirklichung heißen mag.

Selbst von den 7 Kosmischen Strahlen her, welche soweit anzunehmen ist, eine tatsächliche Realität über sämtliche Kosmischen Ebenen hinweg bilden, gelten die ersten 3 als Primär- und Aspekt-Strahlen, die weiteren 4 als aus diesen hervorkommende, sind dann die Attribut-Strahlen und mehr als Differenzierung der Qualität nach wirkend. Der Wirkungsgrad und die Art ihrer Wirkungen ist sicherlich abhängig der Kosmischen Ebene und von unterschiedlicher Art dadurch, was vor allem die Attribut-Strahlen anbetrifft. Die Aspekt- oder Primär-Strahlen von der Empfangsbereitschaft abgesehen wohl mindestens universell bzw. kosmologisch gleichartig wirksam.

Ansonsten ist nicht wenig wohl davon abhängig, wie weit es auf Realbedingungen einer bestimmten Natur trifft, oder lediglich auf die gewissen Idealbedingungen des Geistes...

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Frequenzband - LU

Beitrag  Devino Melchizedek am Mi Jul 12 2017, 01:48

Logische Untersuchungen - Edmund Husserl - 2B.I.2K. -
Zur Charakteristik der bedeutungsverleihenden Akte
§17. Die illustrierenden Phantasiebilder als vermeintliche Bedeutungen

...
Einen Ausdruck verstehen, hieße hiernach, die ihm zugehörigen Phantasiebilder vorfinden. Wo sie ausbleiben, wäre der Ausdruck sinnlos. Nicht selten hört man diese Phantasiebilder selbst als die Wortbedeutungen bezeichnen, und zwar mit dem Anspruch, das zu treffen, was die gemeinübliche Rede unter der Bedeutung des Ausdruckes versteht.
...
Das die Beobachtung leitende Interesse, Phantasiebilder vorzufinden, ist dem Auftauchen solcher Bilder selbst psychologisch förderlich, und bei unserer Neigung, das in nachträglicher Reflexion Vorfindbare ohne weiteres dem ursprünglichen Tatbestande einzulegen, würden auch alle die während der Beobachtung neu zuströmenden Phantasiebilder für den psychologischen Gehalt des Ausdrucks in Anspruch genommen werden.
---
Wenn man so will, spielt sich das Leben einer urteilsfähigen Spezies in einem bestimmten Frequenzbereich ab, welches man als eine Art von Band ansehen kann, welche diese Spezies durchzieht und in gewisser Weise auch zu einer Gattung verbindet. Eine gemeinsame Sprache und Kommunikation zählt nicht unwesentlich hierzu dazu.

In welcher Welt lebt etwas? Vergleichbar ist es durchaus, wenn man z.B. Tiere irgend einer beliebigen Gattung und Menschen nimmt; es wird kaum eine hinreichende Interessengleichheit in der Weise bestehen, wie es bei Wesen der selben Spezies ist. So dass man wirklich ein gemeinsames Leben führen und vollständig die selben Interessen oder sagen wir Tätigkeiten, also in einem umfassenden Sinne verfolgen würde. Ist die Gattung soweit entfernt dass man keinerlei Schnittmenge mehr vorfände, hätte man also auch kein Gewahrsein mehr des jeweils anderen.

Also wird alles, was irgendwo erkannt wird, einbezogen. Zugleich aber auch alles, was nicht erkannt wird, ausgeschlossen. Doch damit ist es nicht genug, wenn es also doch irgendeine Art von Überschneidung gibt, sei es nur der bestimmten veräußerlichten Erscheinung, dann wird diesem auch der eigenen Spezies nach eine Rolle zugeordnet werden müssen. Denn zumindest irgend etwas, wenn es auch nach der eigenen Art und Wesen nicht einsehbar sein sollte, ist dennoch etwas da, was nicht von der Hand zu weisen ist.

Hier kommen Phantasiebilder ins Spiel, denn es kann ja nicht sein, dass einfach Bewusstseinslücken vernehmbar auftreten. Also gibt es zugleich im Gefüge des Erkennbaren im jeweiligen Frequenzbereich auch zugleich für alles irgend eine Erklärung, auch wenn sie bei weitem vielleicht gar nichts mehr mit dem jeweils anderem (was nicht oder kaum einsehbar ist) zu tuen hätte.

Devino Melchizedek

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Frequenzbereich - LU

Beitrag  Devino Melchizedek am Mi Jul 12 2017, 02:05

Logische Untersuchungen - Edmund Husserl - 2B.I.2K. -
Zur Charakteristik der bedeutungsverleihenden Akte
§18. Fortsetzung. Argumente und Gegenargumente

...
Keineswegs ist für uns in den Fällen, wo wir Symbole ohne Stütze begleitender Phantasiebilder verstehen, das bloße Symbol da; vielmehr ist das Verständnis da, dieses eigentümliche, auf den Ausdruck bezogene, ihn durchleuchtende, ihm Bedeutung und damit gegenständliche Beziehung verleihende Akterlebnis. Was das bloße Wort, als sinnlichen Komplex, vom bedeutsamen Wort unterscheidet, das wissen wir aus eigener Erfahrung ganz wohl. Wir können ja, von der Bedeutung absehend, uns dem sinnlichen Typus des Wortes exklusiv zuwenden. Es kommt auch vor, dass ein Sinnliches zunächst für sich Interesse erweckt und uns erst nachträglich sein Charakter als Wort oder sonstiges Symbol bewusst wird. Der sinnliche Habitus eines Objektes ändert sich nicht, wenn es für uns die Geltung eines Symbols annimmt; oder umgekehrt, wenn wir bei dem normalerweise als Symbol fungierenden von seiner Bedeutsamkeit absehen. Es ist auch kein neuer psychischer Inhalt zu dem alten selbständig hinzugetreten, als ob nun eine Summe oder Verknüpfung gleichberechtigter Inhalte vorläge. Wohl hat aber der eine und selbe Inhalt seinen psychischen Habitus geändert, es ist uns mit ihm anders zumute, es erscheint uns nicht bloß ein sinnlicher Zug auf dem Papier, sondern das physisch Erscheinende gilt als ein Zeichen, das wir verstehen.
---
So hätte man also auch eine Erfahrung oder ein Erlebnis in einem anderen Frequensband zu verzeichnen, was aber zu fremd oder zu weit entfernt von dem Frequenzbereich läge, wo man sich gerade befindet, so wäre es schnell nur wie ein Traum. Es würde daher einem Traume gleich in einer gewissen Weise für zu unreal für das jeweilige Frequenzsband gelten und daher nach und nach entschwinden.

Käme man aber in das andere Frequenzband wieder hinein, in dem zuförderst diese Erfahrung gemacht wurde, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch die Erinnerung wiederkäme, jedoch alles aus dem anderen entfernteren Frequensband, einem Traume gleich zu entschwinden drohte.

Also das, was sich eindeutig überschneidet oder in einer bestimmten Rolle einbezogen wird, ist überhaupt im jeweiligen Frequenzband von Bedeutung. Ähnlich wie wir mit Kühen nicht wie mit gattungsgleichen Wesen verfahren könnten, mangels der bestimmten Interessengleichheit. Alles andere wird mit Phantasiebildern aufgerundet und überdeckt, oder diesem zumindest eine dem Frequenzband entsprechende Rolle zugeordnet.

So könnte man sich das Bewusstsein wie eine das Lebewesen umgebende Blase vorstellen, dazu auch eine größere etwas anderer Art, die als eine Art Frequenzband das Kollektiv oder jeweiligen Gattungswesen umgibt. Und mehr als es beinhalten kann, beinhaltet es nicht. Also könnten sehr wohl sogar alle Planeten unserer Sonnensystems belebt sein, ohne das wir es erkennen könnten, weil es keine Schnittstelle im Bewusstseinsspektrum oder Schnittmenge gibt. Es ist der jeweiligen Blase oder dem Freuquensspektrum nicht inhärent.

Dennoch gilt es dadurch nicht für andere in gleicher Weise, denn wenn wir durchaus eine erkennbare Rolle im Frequenzband bei einer anderen Spezies spielten, dann wären wir erkennbar gemäß dieser Rolle. So lange keine Einmischung in unserem Frequenzbereich erfolgt, so hätte nur allerlei andere Spezies urteilsfähiger Wesen für uns lediglich keine fassbare Rolle.

Oder die Rolle wäre auch nur eine unmerkliche, wie die des Menschen in einer Kuhherde; so ist der jeweils bestimmte Mensch nicht in Hör- und Sichtweite zu diesen, gibt es für die Kühe diesen nicht wirklich und er entschwindet vermutlich recht schnell der Erinnerung, da dass frische Grass sehr schnell eine größere einnehmendere Rolle zu spielen beginnt. Es lässt also das Bewusstsein nur zu, was es zulässt, im jeweiligen Frequenzband, Bereich, Spektrum, oder wie man es auch bezeichnen wollte.

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Der Forscher und die Wissenschaft - LU

Beitrag  Devino Melchizedek am Sa Jul 22 2017, 03:05

Logische Untersuchungen - Edmund Husserl - 2.B.I.3.K.
§29. Die reine Logik und die idealen Bedeutungen


Der Forscher stellt dann Sätze auf. Natürlich behauptet, urteilt er hierbei. Aber er will nicht von seinen oder irgendjemandes Urteilen sprechen, sondern von den bezüglichen Sachverhalten, und wenn er sich in kritischer Erwägung auf die Sätze bezieht, so meint er ideale Aussagebedeutungen. Nicht die Urteile, sondern die Sätze nennt er wahr und falsch; Sätze sind ihm Prämissen, und Sätze sind ihm Folgen. Sätze bauen sich nicht auf aus psychischen Akten, aus Akten des Vorstellens oder Führwahrnehmens, sondern wenn nicht wieder aus Sätzen, so letztlich aus Begriffen.

Sätze selbst sind Bausteine von Schlüssen. Auch hier besteht wieder der Unterschied zwischen den Akten des Schließens und ihren einheitlichen Inhalten, denn Schlüssen, d.i. identischen Bedeutungen gewisser komplexer Aussagen. Das Verhältnis der notwendigen Folge, welches die Form des Schlusses ausmacht, ist nicht ein empirisch-psychologischer Zusammenhang von Urteilserlebnissen, sondern ein ideales Verhältnis von möglichen Aussagebedeutungen, von Sätzen. Es "existiert", oder "besteht", das heißt: es gilt, und Geltung ist etwas, das zum empirischen Urteilenden ohne alle wesentliche Beziehung ist. Wenn der Naturforscher aus den Hebelgesetzen, dem Gesetz der Schwere u.dgl. die Wirkungsweise einer Maschine ableitet, so erlebt er in sich freilich allerlei subjektive Akte. Das, was er aber einheitlich denkt und verknüpft, das sind Begriffe und Sätze mit ihren gegenständlichen Beziehungen. Den subjektiven Gedankenverknüpfungen entspricht dabei eine objektive (d.h. sich der in der Evidenz "gegebenen" Objektivität adäquat anmessende) Bedeutungseinheit, die ist, was sie ist, ob sie jemand im Denken aktualisieren mag oder nicht.
...
Alle Wissenschaft ist ihrem objektiven Gehalt nach, ist als Theorie aus diesem einen homogenen Stoff konstituiert, sie ist eine ideale Komplexion von Bedeutungen. Ja, wir können sogar noch mehr sagen: Dieses ganze noch so mannigfaltige Gewebe von Bedeutungen, theoretische Einheit der Wissenschaft genannt, gehört selbst wieder unter die alle seine Bestandstücke umspannende Kategorie, es konstituiert selbst eine Einheit der Bedeutung.
---
Ist ein Wissenschaftler weniger Mensch, als jeder andere Mensch? Wohl eher nicht! So wendet er, wie Komplex eine Wissenschaft auch sein mag, immer noch die selben Grundsätze des Denkens und Sätzebildens an, um seine Erkenntnis (und sei es nur vor sich selbst) hinsichtlich seines Fachgebietes zu formulieren.

Mehr also macht ihn die Summe der Kontakte als objektivierender Bezug zu den Gegenständen der jeweiligen Wissenschaft und der dazu vorhandene begriffsbildende Inhalt zum Fachgebiet, zum Wissenschaftler seiner Zunft.

Denn die Begriffsbedeutung einer Wissenschaft kann und hat oft Termini, die dem allgemeinen entliehen sind und eine gesonderte Bedeutung im jeweiligen Fachgebiet erhalten und einnehmen. Meist sind diese nur für den Wissenschaftler einleuchtend und sind wie eine Art Schlüssel im Gebrauch.

So kann wohl in Sachen Raum und körperlicher Konstitution gesagt werden, dass der Wissenschaftler die Gegenstände seiner Wissenschaft nicht leibhaftig in sich aufnimmt. Daher mag zwar ein psychologisches Akterlebnis gegeben sein, doch wesentlicher ist eine Existenz der Dinge an sich selbst auf der einen Seite, und die dazugehörige Begriffsbedeutung auf der anderen Seite (auf Seiten des Wissenschaftlers).

Ob dieses nun auch lediglich in einem Spektrum eines Frequenzbereiches sich alles abspielt und vollzieht, ist für den psychologischen Aktus unerheblich. Und also auch für dieses, das ein Wissenschaftler vom menschlichen Stand der Dinge her, sich von anderen Menschen konstitutionell wohl nicht wesentlich unterscheidet.

Oder anders gesagt, den Wissenschaftler macht psychologisch gesehen soviel in etwa aus, dass er hinsichtlich der richtigen und zutrefflichen Inhalte zusammenfassend und einbeziehend urteilt und das ausschließend, was nicht zum Fachgebiet gehört oder zur jeweiligen Wissenschaft gehörigem Fachkreis sich verhält; und hierzu in der Lage ist begriffsbildende Inhalte mit objektivierendem Bezug zu bilden.

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Vermögen der Spezies und des Individuums - LU

Beitrag  Devino Melchizedek am Mo Aug 07 2017, 00:40

Logische Untersuchungen - Edmund Husserl - 2B.II.3K §19. Einwände.
a) Das ausschließliche Achten auf ein Merkmalsmoment behebt nicht dessen Individualität

...
Wie immer die Aufmerksamkeit charakterisiert werden mag, sie ist eine Funktion, die in deskriptiv eigenartiger Weise Gegenstände des Bewusstseins bevorzugt und sich (von gewissen graduellen Unterschieden abgesehen) von Fall zu Fall auch nur durch die Gegenstände unterscheidet, denen sie diese Bevorzugt erteilt. Folglich kann nach der Theorie, die das Abstrahieren mit dem Aufmerken identifiziert, zwischen dem Meinen des Individuellen, wie es z.B. zur Intention der Eigennamen gehört, und dem Meinen des Allgemeinen, das den Namen von Attributen anhaftet, kein wesentlicher Unterschied sein; er besteht eben nur darin, dass einmal der ganze individuelle Gegenstand, das andere Mal das Attribut gleichsam mit dem geistigen Blick fixiert wird. Nun fragen wir aber, ob denn das Attribut, da es doch im Sinne der Theorie ein konstituierendes Moment des Gegenstandes sein soll, nicht genauso ein individuell Einzelnes sein müsste wie der ganze Gegenstand. Angenommen, wir konzentrieren unsere Aufmerksamkeit auf das Grün des eben vor uns stehenden Baumes. Wer es bei sich zu ermöglichen vermag, steigere die Konzentration sogar bis zu der von J.St.Mill angenommenen Bewusstlosigkeit hinsichtlich aller mitverbundenen Momente. Dann sind, wie man sagt, die sämtlichen irgend fassbaren Anhaltspunkte für den Vollzug der individualisierenden Unterscheidung entschwunden.
---
Es wird allgemeinhin angenommen, dass die Möglichkeiten des Menschlichen Gehirns bei weitem nicht ausreichend genutzt werden. Daran anschließend könnte man sich fragen, woran es nun denn wohl liegen mag? Möglichkeiten wären ja u.a. die Seele, oder das Gattungswesen als Material und Substratum hierzu selbst, oder auch das einzelne Individuum.

Läge es am Gattungswesen, dann wäre anzunehmen, dass das Material selbst es nicht hergäbe! Doch woher wüsste man dann davon, dass das Potenzial nicht hinreichend genutzt und ausgeschöpft würde? Und wie ließe es sich dann mit einer solchen Aussage, des nicht-hinreichenden-Nutzens, vereinbaren?

Wäre es die Seele, dann stellte sich die Frage, warum denn so wenig Aufmerksamkeit von der eigenen Seele für das Individuum gebraucht würde? Liegt es daran, dass einfach zu wenig Bereitschaft oder das gewisse Interesse seitens der Seele sich einbringen zu wollen ausblieben? Doch wozu sollte diese sich etwas anschaffen, als Werkzeug und Mittel, um es dann nicht hinreichend gebrauchen und nutzen zu wollen?

Letztlich die Frage nach dem Individuum, was sich dazu gesellt, als Summe früherer Erfahrung und Entwicklung auf einem bestimmten Gebiet und sagen wir in einem bestimmten Frequenzspektrum. Die Wahrscheinlichkeit ist nicht gering, dass dies das Nadelöhr letztlich ist. Denn nicht wenig der widersprüchlichen Absichten und Neigungen zeigen schnell auf, dass die möglichen Ergebnisse an dieser Stelle mangels gezielten Willens vereitelt werden.

Wenn man nun sagt, es wäre ein um ein vielfaches gesteigertes Vermögen vorhanden, um eine Aufmerksamkeit viel weitreichender auszudehnen, oder eine Konzentration über einen sehr langen Zeitraum präzise aufrecht erhalten zu können. Oder auch ein sehr detailliertes und gutes Erinnerungsvermögen u.dgl.m. Wer wollte da sagen, derlei bräuchte und wünschte er nicht? Doch woran scheitert es denn dann?

Kann es also einen Interessenkonflikt geben, zwischen diesem Wunsche ausgezeichneter Fähigkeiten und dem, dieses nicht zu erreichen, obwohl es doch Individuen gibt und gab, die unglaubliche Leistungen zustande bringen können und konnten? Nun, ein einfaches Bespiel wäre dann dieses, die Neigung bei sich zu führen, möglichst alles bequem und leicht zu haben und zugleich aber ein unglaubliches Konzentrationsvermögen zustande zu bringen.

Bei einem derartigen Interessenkonflikt, was wohl die meisten Individuen kenntlich mit sich führen dürften, ist es also auch nicht verwunderlich, dass sich der Willensakt in dieser Weise selbst zerstreut und erschöpft, so dass ein allzu zufriedenstellendes Ergebnis nicht zustande kommen kann. An dieser Stelle liegt es aber weder am Gattungswesen, noch an der Seele, sondern dann wie es wohl viele weitere Beispiele aufzeigen dürften, am Individuum und nicht zu wenig davon sondern zu viel dessen...

Eine weitere Anschauung dazu wäre also, wenn wir einfach sagen, man stelle sich ein Dreieck vor, so wird wohl jedem irgend ein Dreieck durchaus vorschweben. Wenn man nun aber versuchte dieses zusammen zu tragen, käme dabei mal ein rechtwinkeliges, mal ein rechteckiges, mal ein unförmiges Dreieck heraus, gemäß dem Individuum und dessen Anschauungsmaterialien (sofern man vorweg dieses nicht weiter spezifiziert angibt, welche Art Dreieck man meinte). So kann es sich hinsichtlich der Vielfalt zwar als etwas schönes erweisen, hinsichtlich des Nominellen und vom Gattungswesens her eher mäßiges Ergebnis hervorbringen (was einer präzisen Kommunikation abträglich wäre). Die deutliche Aufwertung kann durch die Intuition der Seele ins Spiel kommen, wenn denn der Seele hinreichend Spielraum gemeinhein eingeräumt würde im Verhältnis zur Individualität.

Devino Melchizedek

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Verwendbarkeit und Repräsentation - LU

Beitrag  Devino Melchizedek am Mo Aug 14 2017, 00:45

Logische Untersuchungen - Edmund Husserl - 2.B.II.4.K.
§27. Der berechtigte Sinn der allgemeinen Repräsentation

...
Die Allgemeinheit der Vorstellung soll in der Allgemeinheit der Repräsentation liegen. Dürften wir die letztere als jene neue Bewusstseinsweise verstehen, die sich auf Grund der Anschauung vollzieht, oder genauer, als jene wechselnden Modifikationen, in denen das Allgemeinbewusstsein, sei es als Bewusstsein des Spezifischen, sei es als Allheitsbewusstsein, sei es als unbestimmtes Einheits- oder Mehrheitsbewusstsein usw. charakterisiert ist: dann wäre alles in Ordnung. Die Rede von einer repräsentativen Funktion des Anschauungsbildes wäre dann insofern anwendbar, als das Anschauungsbild in sich nur ein einzelnes der betreffenden Spezies vorstellig macht, aber als Anhalt für das daraufgebaute begriffliche Bewusstsein fungiert, so dass mittels seiner die Intention auf die Spezies, auf die Allheit der Begriffsgegenstände, auf ein unbestimmt Einzelnes der Art usw. zustande kommt. In gegenständlicher Hinsicht könnte dann auch der anschauliche Gegenstand selbst als Repräsentant für die Spezies, für die Klasse, für das unbestimmt intendierte Einzelne usw. bezeichnet werden.

Was von den illustrierenden Anschauungsbildern gilt, gilt auch von den Namen, wo sie ohne illustrative Beihilfe "repräsentativ" fungieren. So gut das Bedeutungsbewusstsein sich auf Grund inadäquater und schließlich von eigentlicher Exemplifizierung weit entfernter Anschauung entfalten kann, so gut auch auf Grund der bloßen Namen. Der Name ist Repräsentant, das heißt dann nichts anderes, als dass seine physische Erscheinung Träger der betreffenden Bedeutungsintention ist, in welcher das begriffliche Objekt intendiert ist.
---
Im weitläufigen Sinne kann man annehmen, dass überhaupt die Verwendung von Etwas, dieses zu einem Gegenstand von Repräsentation, also zu einem Gegenstand eines Allgemeinsinns macht.

Vom Stand des Allgemeinsinns her ist ein wirklicher Urheber von Etwas oder vor allem einer Idee nicht immer leicht auszumachen. Denn wer könnte ernsthaft behaupten der erste zu sein, der etwas dachte? Ohne sich sicher sein zu können, dass nicht doch schon in früheren Zeiten dieses bereits vorgestellt oder gedacht worden wäre. Eher könnte wohl gesagt werden, wer die Verwendung von Etwas neu oder in einem Zusammenhang oder für etwas bestimmtes begründet. Vielleicht ließe sich der Urheber eines Gegenstandes dann schon eher ausmachen.

Doch was bedeutet Verwendung genau genommen? Wenn wir nun das Weltall hierzu hernehmen, was bedeutet es für einen materiellen Gegenstand hinsichtlich der Zersetzung? Dieser ist ja mehr oder weniger wie konserviert für eine unbestimmte Zeit. Innerplanetar findet eine Zersetzung dagegen sehr schnell statt. Die Zersetzung ist jedoch genau genommen bloß ein Verwerten und somit auch ein Verwenden. So ist alles in einen Kreislauf befindend und ein ständiger Prozess findet statt, in welchem also nahezu und so gut wie alles einen Gebrauch und Nutzen dadurch erfährt und zumindest irgend eine Art von Verwendung.

Aus der Repräsentanz fürs Allgemeine lässt sich die größtmögliche Verwendung erkennen. Wenn alles was da besteht, durch ein Wesen zuförderst hervorgebracht worden ist, und wenn die größte Verwendung, so einem Wesen zugeordnet werden kann, dann ist das jeweilige Wesen, in seiner Rolle der Repräsentant dessen. Und so ist jeweiliges auch in irgend einer Rolle zu diesem Wesen.

Ob es also nun in der Aura oder sich als eine Zelle in irgend einer Art von Körperlichkeit befindet, es lässt sich in irgendeiner Weise doch zuordnen wie und wohin und womit etwas zusammenhängt. Denn immer ist also auch etwas da, was den Zusammenhalt aller Dinge bewirkt, so dass sie sich in ihrer Vielheit nicht bloß zusammenhanglos zerstreuen, sondern in einem intelligenten Kreislauf eingebunden sind.

Darin lässt sich auch die Wichtigkeit oder eine gewisse Notwendigkeit des Zusammenspiels aller Dinge erkennen. Auch warum es entscheidend ist, dass für manches eine Ursache gesetzt wird (ein Agieren, anstelle von bloßem Reagieren), für manches jedoch besser nicht. Wie und wofür sich etwas verwenden lässt, und warum es zu anderem nichts taugt u.dgl.v.m.

Devino Melchizedek

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Phänomenologische Untersuchungen - LU

Beitrag  Devino Melchizedek am Mo Aug 28 2017, 01:07

Logische Untersuchungen - Edmund Husserl - 2B.II.4K.§31
Die Hauptrolle der aufgewiesenen Verirrungen


Es wäre zu weit gegangen, würde man Locke und Berkeley den Vorwurf machen, sie hätten den deskriptiven Unterschied zwischen der Einzelidee in der individuellen Intention und derselben Einzelidee in der allgemeinen Intention (als Fundament eines begrifflichen Bewusstseins) ganz übersehen. Dass der "Geist" es ist, der ihnen stellvertretende Funktion verleiht, dass er die erscheinenden Einzelheiten als Repräsentanten verwendet, wird uns in verschiedenen Wendungen versichert; und dass diese Geistestätigkeiten bewusste sind und somit in die Sphäre der Reflexion fallen, würden diese großen Denker sicherlich zugestanden haben. Ihre fundamentalen erkenntnistheoretischen Irrtümer oder Unklarheiten erwachsen aber aus einem bereits oben bloßgelegten Motiv; nämlich daraus, dass sie sich bei der phänomenologischen Analyse fast ausschließlich an das anschauliche Einzelne, sozusagen an das Greifbare des Denkerlebnisses halten, an die Namen und die exemplifizierenden Anschauungen, während sie mit den Aktcharakteren, eben weil sie nichts Greifbares sind, nichts anzufangen wissen. Immerfort suchen sie daher nach irgendwelchen weiteren sinnlichen Einzelheiten und irgendwelchen sinnlich vorstellbaren Hantierungen an denselben, um dem Denken die Art der Realität zu geben, für die sie voreingenommen sind und die es im wirklichen Phänomen nun einmal nicht zeigen will. Man bringt es nicht über sich, die Denkakte als das zu nehmen, als was sie sich rein phänomenologisch darstellen, sie somit als völlig neuartige Aktcharaktere gelten zu lassen, als neue "Bewusstseinsweisen" gegenüber der direkten Anschauung.
---
Man kann vielen vieles nicht wirklich verübeln, jedenfalls sofern sie es nach ihren Möglichkeiten ernstlich und aufrichtig angehen. Es hat mit jeweiligem Entwicklungsstand durchaus mal zu tun. Somit heißt es nicht gleich, was einem einleuchtend ist oder leicht fällt, dass es in gleicher Weise für jedermann sonst auch gilt.

Je nach Art, z.B. der einströmenden Emotionen oder einwirkenden Gedanken, kann einer agieren, sie sondern und in der einen oder anderen Weise verarbeiten, und dann entsprechend intelligent agieren. Ein anderer kann durch selbiges überfordert sein. Und noch ein anderer kann vielleicht bloß automatisiert darauf anspringen und reagieren, ohne selber irgend etwas anders machen zu können.

All so verhält es sich auch mit allerlei Lehren, jeder lehrt was er lernt oder bereits gelernt hat. Wenn es denn ein Lehren auch ist.

Man kann manches wie es der Geist oder auch das Selbst ist, oft nicht gewahren. Jedenfalls solange man in keiner dafür geeigneten oder begünstigten Stellung sich befindet. Doch an der Reflexion ließe sich einiges ableiten.

Vergleichbar mit dem, was auf einen einwirkt, von dem, wofür sich selber manche mit ihren Lieblingssynergien gleichsetzen, und dem was ausgeht, wessen Gewahrsein erst durch Reflexion oder Widerspiegelungen sich erschließen kann. Dabei hat letzteres meist weit mehr mit einem zu tuen und steht zu einem in einer zu direkten Verbindung vielleicht nur, als dass man es überhaupt wahrnehmen könnte.

So ist es auch mit der Phänomenologie des Geistes darum ähnlich bewandt. Manches kann man nur annehmen und voraussetzen, und so damit arbeiten als ob es in lebendig vertretener Form da wäre. Trifft man die richtigen Punkte (und sei es mit etwas Glück, sofern man in keiner begünstigten Stellung dazu wäre), dann zeigt es sich irgendwo, wenn man der Reflexion Gelegenheit gibt es aufzuzeigen...

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Die Psychologie gewisser Spezies - LU

Beitrag  Devino Melchizedek am Mo Sep 11 2017, 00:50

Logische Untersuchungen - Edmund Husserl - 2.B. II. 5.K.
§ 37. Einwände gegen diese Lehre in ihrer radikalen Interpretation


... Wollte jemand alle Rede von anschaulicher Vorstellung abstrakter gegenständlicher Bestimmtheiten für eine bloße Scheinrede erklären und behaupten, wo immer wir z.B. eine Beschaffenheit Weiß wahrzunehmen glauben, sei eigentlich nur irgendeine Ähnlichkeit zwischen dem erscheinenden Gegenstand und anderen Gegenständen wahrgenommen oder sonstwie vorgestellt: so verwickelte er sich in einen unendlichen Regress, da die Rede von vorgestellten Ähnlichkeit entsprechend umzudeuten wäre.

Aber hier zeigt sich die Absurdität der bestrittenen Auffassung auch unmittelbar darin, dass, aller Evidenz zutrotze, dem intentionalen Objekt ein von ihm evident verschiedenes unterschoben wird. Was in der Intention einer Anschauung liegt, was ich wahrnehmend zu erfassen, phantasierend mit einzubilden vermeine, ist in weitem Umfange allem Streit enthoben. Über die Existenz des Gegenstandes der Wahrnehmung kann ich mit täuschen, nicht aber darüber, dass ich ihn als so und so bestimmt wahrnehme und dass er in der Meinung dieses Wahrnehmens nicht ein total anderer ist, z.B. ein Tannenbaum statt eines Maikäfers...
---
Zur Selbstannahme gehört zunächst auch die Annahme der eigenen Wahrnehmung. Es spielt doch auch keine Rolle, ob diese zutreffend ist, auf die menschliche Psychologie bezogen. Denn im Sinne der Psychologie ist es die eigene Wahrnehmung und daher zumindest für einen selber so oder so rum zutreffend.

Natürlich geht es dann nicht darum dies mit irgendeiner Art von Geltungsanspruch versehen nach außen hin sogleich zu vertreten. Jedenfalls ohne die Wahrnehmung nach irgend einer Evidenz hin zu untersuchen. Denn ebenso kann es sich um etwas bei der Wahrnehmung handeln, was man einer Sache bloß selber beilegt und beimisst.

Andererseits, auch wenn es für einen Zusammenhang direkt nicht zutrifft, und daher auch zunächst für einen selber lediglich gilt, oder gar bestimmt ist, kann es für einen selbst vielleicht in einem größeren Verhältnis besehen durchaus einer Tatsächlichkeit entsprechen. Vielleicht ist diese sogar für einen noch bedeutsamer, als die Verhältnismäßigkeit zum betreffenden Gegenstand oder Ereignis u.dgl.m.

Daher, für einen selbst gilt durchaus das, wie es sich zeigt in der Wahrnehmung, auch wenn es letztlich nur einen selber betrifft. Wovon will man denn auch sonst ausgehen? Und selbst wenn es mit keiner Evidenz übereinstimmt, tut es dieses auch nicht mehr, wenn man der Wahrnehmung auszuweichen suchte und auf einen Teil seiner Vollständigkeit (wenn auch nur psychologisch) zu verzichten versuchte.

Also ist man dann lediglich aufgerufen an seiner Wahrnehmung zu arbeiten und sie tauglich zu machen und zu entwickeln, bis man mit dieser auch verlässlich arbeiten kann. Dann ist es doch auch ein gutes, wenn man zu einer bestimmten Spezies urteilsfähiger Lebewesen gehört, die gemäß ihrer Spezies eine gewisse Übereinstimmung des Bewusstseins bilden.

Schwierig wäre es doch, und eine gemeinsame Sprache gar nicht erst möglich, wenn jeder etwas anderes meinte, womit kaum eine evidente Bedeutung noch möglich wäre und noch weniger irgend eine Nachweisbarkeit oder Nachprüfbarkeit, womit alles nur noch schwammiger Natur und solcherart Charakter wäre. Allerdings, ist die gewisse Übereinstimmung mit einer Spezies gegeben, so ließe sich der bestimmte Anteil daran ebenfalls nicht leugnen oder diesem auszuweichen (wenn auch wiederum nur in einer psychologischen Weise - noch wäre man dadurch vollständiger usw..).

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Unterscheidung vom Teilbaren & Unteilbaren - LU

Beitrag  Devino Melchizedek am Mo Sep 18 2017, 00:46

Logische Untersuchungen - Edmund Husserl - 2.B. III. 1.K
§2. Einführung der Unterscheidung zwischen unselbständigen und selbständigen Gegenständen (Inhalten)


... In so weitem Sinne wird der Terminus Teil in der gewöhnlichen Rede nicht verstanden. Versuchen wir die Einschränkungen zu präzisieren, die ihren Teil-Begriff von dem unsrigen unterscheiden, so stoßen wir auf jenen fundamentalen Unterschied, welchen wir als den Unterschied der selbständigen und unselbständigen Teile bezeichnen. Wo von Teilen schlechthin die Rede ist, pflegt man die selbständigen Teile (wir sagen bezeichnend: die Stücke) im Auge zu haben. Da jeder Teil zum eigenen Gegenstand (oder, wie man auch zu sagen pflegt, "Inhalt") eines auf ihn zielenden Vorstellens werden und somit als Gegenstand (Inhalt) bezeichnet werden kann, so weist die eben berührte Unterscheidung der Teile auf eine solche der Gegenstände (Inhalte) überhaupt hin. Der Terminus Gegenstand ist dabei immer im weitesten Sinne genommen.

... Unter dem Gesichtspunkt der Zusammengehörigkeit scheiden sich die jeweils zusammen vorgestellten (bzw. im Bewusstsein zusammenseienden) Inhalte in zwei Hauptklassen: selbständige Inhalte und unselbständige. Selbständige Inhalte sind da vorhanden, wo die Elemente eines Vorstellungskomplexes [Inhaltskomplexes] ihrer Natur nach getrennt vorgestellt werden können; unselbständige Inhalte da, wo dies nicht der Fall ist.
---
Möchte man überhaupt zu irgendeiner Handhabe hinsichtlich irgend eines Gegenstandes einer/unserer Betrachtung gelangen, so ist Unterscheidung ein Notwendiges. In der Unterscheidung findet also auch ein Einteilen und so in weitläufigem Sinne ein Teilen statt.

Das Teilen in diesem Sinne meint nicht zwingend ein zergliedern oder zerstückeln. Es kann genau genommen sogar in einem vereinenden Sinne gesehen werden. Indem z.B. ein Element heraus- bzw. hervorgehoben wird, welches einen Gegenstand gemeinsam mit anderen Gegenständen einer Art vereint.

Somit wird aus einem Gegenstand eine Art nach Qualitätsmerkmalen, und der Art nach ließen sich auf Funktionen zuweisen, mit welchen der Gegenstand eine Handhabe erhält, die ohne dieses Merkmal nicht gegeben wäre. So im Falle eines Werkzeugs wird aus einem Einzelgegenstand, welcher vielleicht nur als Anschauungsobjekt diente, ein Gegenstand mit dem sich in bestimmter Weise spezifische Arbeiten verrichten ließen.

Also erhielte der Gegenstand erst durch Unterteilung und im weiteren Sinne durch eine Unterordnung zu einer Art, ein Prädikat, welches ihn von einem bloß beliebigen Objekt der Sinne, zu einem Werkzeug zur handwerklichen Arbeit werden ließe.

Daran lässt sich veranschaulichen wie elementar Unterscheidungsvermögen ist. Es lässt überhaupt erst eine gesonderte Qualifizierung zu, und letztlich wird dadurch erst eine Handhabe ermöglicht. Daher hat es bei weitem nichts Teilendes im engen Sinne besehen.

Eine andere Frage wäre, wie weit eine Unterteilung tatsächlich an einem Gegenstand oder allgemeinhin einem Objekt angetroffen oder gegeben sein müsse, oder es schon genügte, wenn wir in uns selbst (d.h. in einer mehr psychologischen Weise z.B.) eine Unterscheidung vornehmen können, womit eine Handhabe dadurch bereits entsteht und ermöglicht würde?

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Re: Logische Untersuchen - E. Husserl

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